Elfentraum
Ich dachte, ich träumte.
Es war dunkel, unter meinen Füßen raschelte Laub.
Über mir wiegten sich hohe Bäume im Nachtwind.
Hier und da huschte ein Wesen der Dunkelheit vorbei,
ein junger Fuchs verschwand eilig im Dickicht.
Die Rufe einer Eule ließen mich erschauern.
Was hatte mich an diesen Ort geführt?
Etwas in mir zog mich weiter,
drängte mich zwischen die Bäume.
Wie aus eigenem Willen teilte sich das Geäst
und ließ mich eintreten in eine andere Welt.
Unfassbare Ruhe ergriff mich.
Der Wind schien mir zuzuflüstern,
ein kleiner Bach umschmeichelte meine Füße.
Plötzlich lichtete sich der Nebel vor mir
und geleitete eine Gestalt in seinen Ring um diese kleine Welt.
Mit ruhigen und edel anmutenden Schritten
kam das Wesen auf mich zu.
Es war menschengleich, wie ein junger Mann;
doch war er so schön,
wie die Welt noch nie einen Menschen hervorgebracht hatte.
Seine Augen waren voller Liebe und Sanftmut,
seine Arme versprachen Schutz vor allem Bösen.
An seinen Schultern fand ich Trost,
sein Herz lud mich ein, wollte ewig für mich schlagen.
Seine Berührung glich einem sanften Windhauch,
sein Wort nie gehörte Klänge, wundervolle Musik.
Sein Lachen war heller als ein Kristall,
ein Blick aus seinen Augen wie ein Sonnenstrahl.
Die Welt stand still, als unsere Blicke sich trafen,
unsere Herzen wurden eins,
von nun an untrennbar auf ewig verbunden.
Sein Kuss war ein Versprechen;
und ich wusste, es würde nie gebrochen werden.
Nie wieder wird ein Kuss so sein wie dieser,
nie wieder wird mein Herz solche Liebe spüren.
Mit dieser namenlosen Schönheit vor Augen,
mit dieser unendlichen Liebe im Herzen
und diesem ewigen Kuss auf den Lippen
soll mein Leben enden.
Copyright © 2011 by M.N.