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Lyrik


Grafik: © Michael Sagenhorn

Wenn der Mensch beginnt den Erdenpfad zu wandeln,
ein kleiner Topf ihm wird gegeben.
Aus diesem Topf schöpft er sein Handeln,
bis zum Ende seines Leben’.

In diesem Topf sind alle Gaben,
die einen Menschen aus uns machen.
Ich meine Eigenschaften, die wir haben,
über die wir weinen oder lachen.

Die Guten wie die Schlechten,
sind darin aufgezählt.
Doch welche wir benutzen möchten,
haben wir selbst uns ausgewählt.

Gefühle, in uns tief verborgen,
das Töpfchen dadurch aufgefüllt.
Und will ein Mensch uns mit Gefühl versorgen,
wird der hungrig’ Topf gestillt.

Auch wenn des Topfes Flüsse kaum versiegen,
Vorsicht musst du dennoch walten.
Ist eine Gabe erst vertrieben,
du sie schwerlich wirst zurück erhalten.

So sollen Gaben, die wir aus dem Topf genommen,
eines Tages vergolten sein.
Denn wenn sie nicht mehr inne kommen,
des Menschen Herz wird leicht zu Stein.

Wer vieles gibt und nichts gewinnt,
sollte eines schnell verstehen:
Die Freude ihm durch Händen rinnt,
um manche Gaben ist’s geschehen.

Zurück bleibt nur ein dunkler Schleim,
der goldene Topf wird schwarz wie Teer.
Dieser sticht ins Herz sich ein,
das Leuchten siehst du nimmermehr.

© Michael Sagenhorn 2001

 

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