
Sternenwelten

Uschi Zietsch
Die Frau mit dem Faible fürs Phantastische
Von Anke Brandt
Uschi Zietsch, die den Perry-Rhodan-Lesern besser bekannt sein dürfte als Susan Schwartz, wurde am 3. August 1961 in München geboren und wuchs dort am Stadtrand in ländlicher Idylle auf.
Im Alter von 3 Jahren fing sie schon an, eifrig Geschichten zu erzählen und konnte es gar nicht abwarten, in die Schule zu gehen, um lesen und vor allem schreiben zu lernen. So ist es denn nicht verwunderlich, dass sie ihren ersten Roman, eine Pferdegeschichte, im zarten Alter von 11 Jahren fertig hatte.
Nach dem Abitur 1980 beginnt Uschi Jura, Theaterwissenschaft, Politik und Geschichte zu studieren, doch da man damit kein Geld verdienen konnte, bricht sie das Studium ab und absolviert eine kaufmännische Ausbildung. Während dieser Zeit sieht man sie aber auch immer schreiben. Und so kommt es wie es kommen sollte, 1984 erhält sie vom Heyne-Verlag die Mitteilung, dass ihr Roman „Sternwolke und Eiszauber“ veröffentlicht wird. Im Jahr 1986 ist es soweit, und da Uschi darüber so glücklich ist, schreibt sie auch gleich einen zweiten Roman: „Der Traum der Wintersonne“.
Doch da kommt es zur entscheidenden Wendung im Werdegang der jungen Autorin, die voller Euphorie ihr 2. Buch bei Heyne anbietet. Der Verlag lehnt dieses ab mit der Begründung, dass das Programm gekürzt wird.
Wo sollte die junge Autorin nun mit all ihren Ideen hin? Nur auf das Papier? Und dann in eine Schublade? Nein! Da musste etwas geschehen, und so wurde 1987 die Idee von einem eigenen Verlag geboren.
Zu dieser Zeit waren Publikationen im phantastischen Bereich bei den großen Verlagen generell rückläufig, und besonders betroffen waren deutschsprachige Autoren. Also weitete Uschi die Idee des eigenen Verlages gleich aus und es stand schnell fest, dass sie auch andere Autoren ins Programm nehmen würde.
Als Buchliebhaberin musste der Verlag nun auch einen ganz besonderen Namen erhalten, und da entstand der Name „Fabylon – der Verlag mit dem Faible fürs Fabelhafte“.
Dieser Name wurde schnell Programm, denn es wurden überwiegend Bücher publiziert, die nicht dem allgemeingültigen Standard entsprachen, sondern die sich auch optisch vom „normalen Taschenbuch“ unterscheiden sollten, eben „Schöne Bücher für mehr Freude am Lesen“.
Zweck dieser aufwendigen Gestaltung und der sehr genauen Auswahl der Manuskripte war es, bei den Lesern eine Sammelleidenschaft zu wecken und den hohen Stellenwert eines Buches zu veranschaulichen.
Die Anfangszeit des Verlages wurde dann aber doch zu einer ziemlich anstrengenden Sache. Denn neben der Arbeit am Verlag hatte Uschi auch noch einen Ganztagsjob und viel zu wenig Zeit zum Schreiben. Doch das schreiben war nach wie vor ihre Leidenschaft, also musste etwas geschehen.
Und es geschah, nämlich zur Frankfurter Buchmesse 1991. Dort trifft Uschi Florian Marzin, dem derzeitigen Chefredakteur bei Pabel-Moewig, und diese Begegnung wird für Uschi Zietsch sehr „folgenschwer“. Schon im nächsten Jahr beginnt für sie die Perry-Rhodan-Ära mit dem Taschenbuch „Chandris Welt“. Für Perry Rhodan heißt Uschi ab sofort Susan Schwartz. Bei Band 1652 „Im Netz des Quidor“ steigt sie in die Rhodan-Romanheftserie ein und wird 63 Hefte dazu beisteuern.
Während dieser Zeit wagt sie dann auch den Schritt in die Selbständigkeit und wird freiberufliche Autorin. Ihren Vollzeitjob kann sie wegen der Auftragsarbeiten für Perry Rhodan nicht mehr ausführen, und ebenso leidet der eigene Verlag. Denn dieser „ruht“ während der Perry-Rhodan-Jahre. Doch begraben ist er nicht, wie man heute sehen kann. Denn zur Zeit arbeitet man beim Verlag eifrig an der neuen Serie „SUNQUEST“, worüber man sich unter
www.sunquest-serie.de
ausführlich vorab informieren kann. Und im Juni ist es soweit. Der erste Band der Serie „Fathomless“ von Susan Schwartz und Ernst Vlcek erscheint. Den Anfang der Serie zu schreiben, hat sich Uschi nicht nehmen lassen, und warum sie dafür ihr altes Ego Susan Schwartz benutzt, erfahren wir in einem Interview, das
hier
zu lesen ist.
Bis hier klingt es nun so, als würde Uschi Zietsch nur für das Schreiben leben. Doch schaut man bei ihr zu Hause vorbei, dann widerlegt sich dieser Verdacht ganz von allein. Denn da leben außer Uschi und ihrem Mann Gerald Jambor noch einige andere Mitbewohner, die viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen. Da gibt es Pferde, Katzen, Hunde, Leguane, Fische, Kröten und eine gepflegte Oldtimer-Zweirad-Sammlung. Und dann hat Uschi noch eine Leidenschaft, das Reisen. Sie sagt zwar selbst, dass sie dafür viel zu wenig Zeit hat, doch Reisen in ferne Länder, deren fremde Sitten, sind für sie eine wichtige Inspirationsquelle. Und wenn sie verreist, dann hat sie auch ihre gute alte Spiegelreflexkamera im Gepäck, mit der sie im Jahr ungefähr eintausend Bilder macht, die dann akribisch in Fotoalben - mit Notizen versehen - aufbewahrt werden.

Einige Bücher der Autorin
Der Traum der Wintersonne
Keltischer Anderswelt-Roman
Dies ist die Geschichte vom magischen Schachspiel, von Rigva, der mächtigen Königin und letzten Tochter der keltischen Göttin, von Eliesin, dem Sonnenadler; vor allem aber die Geschichte von Menwy, der Wintersonne, die zu einer gefahrvollen und mythischen Quest aufbricht, um den verlorenen Traum ihres Landes wiederzufinden und Rigvas Bestimmung, drei Zaubermittel aus dem Feenland zu holen, zu erfüllen.
Die Neugestaltung einer großen irischen Legende, die den Leser in die alte Zeit versetzt, in der die Magie alltäglich war und Druiden, Hexen und Feen lebendige Gestalten waren. Eine Quest ist auch immer eine Suche nach sich selbst, eine Reise durch die Seele, und so wird Menwy am Ende eine große Wandlung durchleben.
Mit Illustrationen des bekannten Künstlers Klaus Holitzka.
Dieses Buch erhielt 1989 einen Kurd-Lasswitz-Preis.
Der Alp
Novelle
Der Alp endet niemals. Er umgibt uns im Schlafen wie im Wachen, er umschlingt und erdrückt uns, er frisst uns auf. Und dann ist es immer noch nicht zu Ende ... Möglicherweise kann man aus dem Alptraum erwachen, am Ende aller Leiden, am Ende dieses Buches, wenn die letzte Seite umgeblättert ist. Die Entscheidung liegt nur bei uns selbst, ob wir es wagen ...
Ein unbequemes Buch, das uns mit uns selbst konfrontiert. Ein Buch voller Überraschungen, bewusst ganz ohne Farbe, was herausragend sein mag in dieser bunten, schnellen Welt. Bewusst neutral gehalten, erscheint als Autorenvorname nur ein "U.", denn die vier Parabeln sind in der Ich-Form gehalten, und als Ich erlebt der Leser die metaphorischen Geschichten selbst und erfährt hautnah, was mit jemandem geschieht, der anders ist als die anderen. Eine unserer größten Ängste ist es, abseits zu stehen, am Rande der Normalität, der Gesellschaft, des Lebens. Was geschieht mit uns, wenn wir unverschuldet in eine solche Situation geraten und hilflos ausgeliefert sind? Können wir fliehen?
Grafiken von Alexander Urbanek
Ein Buch nur in Schwarz-Weiß, ganz ohne schönende Farbe.

Perry Rhodan Quinto Center
Autorenbibliothek 5
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung gehört Quinto-Center zu den geheimnisvollsten Orten der Milchstraße. Streng abgeschirmt zieht der ausgehöhlte Asteroid seine Bahn durch den Leerraum; in strategischer Nähe zu wichtigen Sonnensystemen. In Quinto-Center hat die Neue USO ihr Hauptquartier eingerichtet, die Geheimorganisation, die in einem rechtlichen Graubereich die Freiheit der Milchstraßenbewohner verteidigt. Als in Quinto-Center eine Seuche ausbricht, gegen die auch die Technik der Liga Freier Terraner keine Hilfsmittel kennt, wird die Sicherheit des Asteroiden zur Falle für die USO-Agenten: Niemand kann Hilfe bringen, niemand kann fliehen. Nur Roi Danton ... Der Sohn von Perry Rhodan, als Aktivatorträger gegen Gifte und Seuchen weitestgehend immun, sucht in den Weiten der Galaxis den einzigen Mann, der Rettung verspricht: der eiskalte und stets auf den eigenen Vorteil bedachte Ara-Mediziner Zheobitt.

Quellen:
www.fabylon-verlag.de
www.uschi-zietsch.de
www.amazon.de
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