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Sternenwelten

Eternal
Tödliche Droge zum ewigen Leben

»ETERNAL ist – noch – ein hypothetisches Medikament gegen alle möglichen Alterserscheinungen, ja letzten Endes ein Mittel gegen das Altern an sich. Ich benutze in diesem Roman das Medium einer spannenden Science-Fiction-Geschichte, um am Beispiel der Altersforschung die von einem Naturwissenschaftler immer noch ein wenig unerwartete Aussage zu machen: Man darf einfach nicht alles erforschen. Manche Dinge müssen verborgen bleiben.

ETERNAL wird hergestellt und verwendet. Niemand kann eine wissenschaftliche Entdeckung, die einmal erreicht und veröffentlicht wurde, auf irgendeine Weise wieder zurückholen. Das Unglück muss danach seinen Lauf nehmen.
Parallel zur Entdeckung von ETERNAL und zu all den damit verbundenen Problemen laufen zwei weitere Handlungsstränge, die aber dazu führen, dass Menschen 200 Jahre später wieder zur Erde kommen. Sie sehen, was ETERNAL inzwischen angerichtet hat. Aber was das ist, das sollten die Leser selbst herausfinden.
ETERNAL und die Altersforschung sind nur ein Beispiel dafür, dass wir heute auf manchen, besonders den naturwissenschaftlichen Gebieten, viel zu leichtfertig forschen.«

Prof. Dr. Horst D. Schulz


Das Buch

Horst D. Schulz
Eternal
Tödliche Droge zum ewigen Leben

Science Fiction, Hardcover
Persimplex Verlagsgruppe, Hansestadt Wismar, November 2010
404 Seiten / 19,90€
ISBN: 9783942157469

Kurzinhalt:
Wer möchte nicht ewig leben, immer jung und gesund bleiben, keine Altersbeschwerden haben? Die biologisch-medizinische Forschung ist heute in der Gentechnik gar nicht mehr so weit von einem Medikament entfernt, mit dem wir genau diesen Zustand erreichen könnten.
Aber mit welchen Folgen würde das in der Gesellschaft bezahlt? In diesem spannenden Science-Fiction-Roman wird ein solches Medikament mit dem Namen ETERNAL entdeckt und eine Geschichte in plausiblen Schritten bis zum fantastischen und schrecklichen Ende fortgeführt.
Der Autor - selber Naturwissenschaftler - zeigt, dass es Bereiche gibt, in denen die Ergebnisse einer Forschung äußerst schädlich sein können. In diesen Bereichen muss die Forschung stärker von der Gesellschaft kontrolliert und auch beschränkt werden.

Der Autor

Horst D. Schulz , 1942 in Warnemünde geboren, studierte nach seinem Abiturabschluss am Einhard-Gymnasium von 1962 bis 1966 an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen Geologie. Dort promovierte er 1970 zum Dr. rer. nat. und arbeitete bis 1986 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel. Nach erfolgreicher Habilitation 1977 sowie der Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Kiel im Jahre 1983 lehrte der Autor von 1986 bis 2007 als Professor für Geochemie und Hydrogeologie an der Universität Bremen. 2005 ernannte ihn das First Institute of Oceanography, Qingdao, VR China, zum Honorary Professor.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste wurden dem Autor folgende Auszeichnungen verliehen:

  • 2005 - Gustav-Steinmann-Medaille durch die Geologische Vereinigung
  • 2009 - Hans-Stille-Medaille durch die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften

Prof. Dr. Horst D. Schulz veröffentlichte etwa 170 Publikationen in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften auf Englisch, Deutsch oder Spanisch zu Themen der Geochemie, Hydrogeologie, Meeresforschung, Geo-Archäologie.
Im Edition Godewind Verlag, Wismar, erschienen Blagmantelsch, Schnatermann, Swarte Margret. Drei Geschichten von der Warnowmündung (2009) sowie Glückliche Jahre – Eine Kindheit in Warnemünde 1945 bis 1954 (2009).
Zurzeit arbeitet der Autor zusammen mit Wolfhard Eschenburg an Straßen in Warnemünde – Namen, Geschichte und Geschichten, welche im Verlag Redieck & Schade, Rostock, erscheinen wird.

Leseprobe

Schon früh am Morgen stand Gesines Reisegepäck fertig gepackt in der Diele, und die beiden Seelers saßen gemeinsam beim Frühstück. Max hatte versprochen, Gesine mit dem Auto zum Flughafen zu bringen. Jetzt sah er etwas erstaunt auf seine Uhr.
»Ich wundere mich, dass du so ruhig dein Honigbrötchen isst. Sonst hast du es doch immer so eilig, wenn ich dich zum Flughafen bringen soll.«
»Wieso? Der Flieger geht doch erst um kurz vor neun Uhr, und viel mehr als eine Stunde vorher muss ich ja nicht einchecken, und viel mehr als eine viertel Stunde brauchen wir doch auch nicht bis zum Flughafen, und jetzt ist es doch erst zehn nach sieben, oder?«
»Alles richtig, aber auf meiner Uhr ist es schon zwanzig Minuten vor acht Uhr.«
Entgeistert blickte Gesine auf ihre Uhr. Sie war stehen geblieben. Sofort ließ sie das angebissene Honigbrötchen auf den Teller fallen, sprang auf und war auch schon bei ihrer Jacke und dem Gepäck in der Diele. Max musste sie gleich wieder beruhigen.
»Ist ja gut, wenn wir jetzt losfahren, dann kommen wir vollkommen rechtzeitig hin.«
Wenige Minuten später saßen beide im Auto und waren auf dem Wege zum Flughafen. Max versuchte sich ein wenig zu beeilen, obwohl sie es noch gar nicht eilig haben mussten. An der Ampel vor Beginn der Schnellstraße zum Flughafen hielt vor ihnen ein ganz offenbar sehr liebevoll hergerichteter und gepflegter Oldtimer, ein Opel Olympia aus der frühen Nachkriegszeit. Nach einer endlos erscheinenden Rotphase sprang die Ampel endlich auf grün, der alte Opel fuhr an und Max gleich ebenso. Doch dann hielt der Opel ganz abrupt wieder an, offensichtlich hatte der Fahrer den Motor abgewürgt. Und ehe Max bremsen konnte, war er schon auf den schönen Oldtimer aufgefahren.
Gesine und Max stiegen beide aus, und trafen sich an der Berührungsstelle beider Autos mit dem Fahrer des Opel Olympia. Es war nicht viel passiert, aber die Stoßstange des Oldtimers war ein wenig zerkratzt und an ihren Halterungen etwas verbogen. Der Besitzer des schönen Opel Olympia begann sofort gegenüber Max zu klagen.
»Oh je, die schöne Stoßstange! Haben sie eine Vorstellung davon, wie schwer die heute zu bekommen sind? Und was glauben sie wohl, was so eine Stoßstange kostet?«
Max tat das Ganze sehr leid. »Nun ja, selbstverständlich bin ich schuld, aber es war doch keine Absicht, und ich bin ja auch ordentlich versichert. Also machen sie sich keine Gedanken, das wird bezahlt.«
Es half alles nichts. Der Mann bestand darauf, dass die Polizei gerufen werden sollte, weil er Sorge hatte, er könne sein geliebtes altes Auto nicht wieder richtig repariert bekommen. Gesine wollte schon ein Taxi rufen, aber sie hatte in der Eile ihr Handy zu Hause liegen lassen. Dann kam die Polizei, und Gesine fragte die beiden Polizisten sofort, ob sie ihr nicht ein Taxi rufen könnten, weil sie schnell zum Flughafen müsse. Aber die beiden Beamten waren offensichtlich sowieso schon verärgert, weil sie zu einem solchen Bagatellschaden gerufen waren, und lehnten dies strikt ab. »Wir sind hier die Polizei und nicht der Taxiruf!«
Die beiden Polizisten nahmen den kleinen Unfall bestimmt nicht unnötig langsam und sorgfältig auf, obwohl alle ihre Maßnahmen und Fragen zum Protokoll Gesine endlos langsam erschienen. Endlich waren sie mit dem Protokoll ganz fertig, und Max und Gesine durften weiterfahren – aber es war inzwischen zwanzig Minuten vor neun, und als sie am Flughafen auf einem Kurzparker-Platz hielten, war es schon fünf Minuten vor neun. Jedoch Max gab noch nicht auf.
»Meist sind diese Flieger doch sowieso verspätet, vielleicht schaffen wir es noch, wenn wir uns beeilen.« Damit schnappte er sich Gesines Reisetasche, und beide rannten los zum Eingang des Gebäudes. Als sie endlich am Schalter für das Einchecken zu Gesines Flug ankamen, saß da sogar noch eine junge Dame in der schicken dunkelblauen Uniform der Fluggesellschaft.
»Nein, dieser Schalter ist schon seit mehr als einer Viertelstunde geschlossen. Das Flugzeug rollt inzwischen ja schon zum Start. Unser nächster Flug nach Frankfurt geht erst heute Nachmittag um sechzehn Uhr. Aber der nützt ihnen nichts, denn einen Anschluss nach Vancouver haben sie erst morgen. Vielleicht, dass eine andere Fluggesellschaft ihnen weiterhelfen kann … Das tut mir für sie jetzt sehr leid.«
Wahrscheinlich tat es ihr wirklich leid, obwohl sich ihre Stimme eher so anhörte, als sei es ihr vollkommen gleichgültig. Max und Gesine hatten es plötzlich nicht mehr eilig und standen nun etwas unschlüssig herum. Da zeigte Max auf ein Schild an einem nicht weit entfernten Fahrstuhl.
»Da geht’s hinauf zur Besucherterrasse. Komm, wir sehen uns wenigstens an, wie dein Flieger startet und wegschwebt.«
Von der Idee, dem verpassten Flieger noch beim Start zuzusehen, war Gesine eigentlich nicht besonders begeistert, aber dann nickte sie doch mit dem Kopf. Sie wusste, dass Max sich am Start von Flugzeugen gar nicht sattsehen konnte. Also machte sie ihm die Freude.
Dann standen sie oben an der Brüstung, als unten ein Flugzeug gerade zum Start Vollgas gab. Max zeigte hinaus.
»Da, das da muss es sein.«
Ja, das war es wohl. Gesine sah hinterher, während das Flugzeug donnernd schneller und schneller wurde. Jetzt hob es ab, das Fahrwerk wurde eingeklappt und das Flugzeug gewann schnell an Höhe. Einen Augenblick später sahen beide im hinteren Drittel des Fliegers einen großen, hellen Blitz, dem einige Sekunden später der Knall einer Detonation folgte. Unglaublich schnell zerbrach das Flugzeug in zwei Teile, einen größeren vorderen Teil mit beiden Flügeln und einen kleineren hinteren Teil mit dem Leitwerk. Beide Teile stürzten in einer feurigen Wolke brennend ab und verschwanden hinter einem kleinen bewaldeten Hügel. Wieder einige Sekunden später stiegen dort dicke schwarze Rauchwolken auf, die sich über den Himmel ausbreiteten und so der unübersehbare Beweis dafür waren, dass die Zuschauer auf der Besucherterrasse nicht etwa nur einen schlechten Traum gehabt hatten.
Schon beim Knall, der dem Lichtblitz der Explosion gefolgt war, hatte sich Gesine an dem neben ihr stehenden Max festgekrallt, und so verfolgten sie beide mit weit aufgerissenen Augen den Absturz des Flugzeugs. Sie standen noch lange wie versteinert da und starrten auf den Ort des Unglücks, als die schwarzen Rauchwolken schon fast den halben Himmel bedeckten. Dann gab sich Max einen Ruck, nahm Gesines Reisetasche auf, und beide gingen ganz mechanisch zum Fahrstuhl, der sie nach unten in die Schalterhalle brachte. Gesine und er wollten jetzt einfach nur noch nach Hause. Der internationale Kongress und irgendwelche anderen Fluglinien mit eventuellen Flugmöglichkeiten nach Vancouver waren ihnen jetzt vollkommen gleichgültig geworden.
In der Schalterhalle hatten ganz offensichtlich bewaffnete Sicherheitskräfte inzwischen das Regiment übernommen und die Halle in verschiedene, separat gesicherte Bereiche aufgeteilt. Zwei bewaffnete Polizisten in schusssicheren Westen und mit kleinen, kurzläufigen Maschinenpistolen kamen sofort auf Max und Gesine zu.
»Woher kommen sie jetzt?«
Max antwortete, weil Gesine immer noch wie versteinert war. »Von der Besucherterrasse, wir haben alles gesehen.«
»Ihre Personalausweise bitte!«
Max holte seinen Personalausweis aus dem Portemonnaie, Gesine kam nicht so schnell an ihren Personalausweis heran, aber sie hatte ja noch vom Versuch des Eincheckens ihren Reisepass griffbereit.
»Haben sie auch einen Personalausweis, im Reisepass ist nämlich nicht die Adresse eingetragen.«
Jetzt musste Gesine auch erst ihren Personalausweis hervorkramen. Der Polizist notierte sich von beiden die Namen, Nummern und Adressen. Dann gab er die Ausweise zurück.
»Sie sind wichtige Zeugen. Es werden sie heute noch Kollegen von uns zu Hause aufsuchen und ihre Aussagen zu Protokoll nehmen. Bitte bleiben sie zu Hause und halten sie sich dort zu unserer Verfügung.«
Max und Gesine gingen nun zu ihrem Auto, das natürlich inzwischen schon viel zu lange auf dem Kurzparker-Platz stand. Aber das war nicht das Problem, denn sie durften erst abfahren, nachdem sich zwei weitere Polizisten erneut ihre Ausweise hatten zeigen lassen und sich auch erneut ihre Namen, Nummern und Anschriften notiert hatten. Dann endlich durften sie nach Hause fahren.
Beide sprachen auf der Rückfahrt kein einziges Wort, und in Gesines Kopf kreisten immer wieder dieselben Gedanken.
»Wenn ich in dem Flugzeug gesessen hätte, dann wäre ich jetzt tot. Wenn wir nicht den kleinen Autounfall gehabt hätten, dann wäre ich bestimmt rechtzeitig dort gewesen. Das hat doch so ausgesehen, als ob im Flugzeug eine Bombe explodiert wäre! Was sind das nur für Menschen, die so etwas machen und warum machen die so etwas? Wollten die mehr als hundert Menschen einfach nur so umbringen? Oder wollten die am Ende nur mich umbringen, weil ich das Eternal erfunden habe? Aber dann wären ja alle diese Menschen nur meinetwegen gestorben!«

Veröffentlichung der Leseprobe mit freundlicher Genehmigung von Persimplex Verlagsgruppe

 

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