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Sternenwelten

Arthur Charles Clarke
16.12.1917 - 18.03.2008

"Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren."

Arthur C. Clarke wurde am 16.12.1917 in der westenglischen Ortschaft Minehead, Somerset geboren. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und siedelte 1936 nach London um.

Auf der Farm seiner Eltern verschlang er die Hefte über ferne Planeten und Raumschiffe. Diese Hefte weckten sein wissenschaftliches Interesse.
Als Jugendlicher begann er, für ein Schulmagazin zu schreiben. Da ihm das Geld für ein Studium fehlte, wurde er Rechnungsprüfer und war im Schatzamt seines Landes tätig. Bei der britischen Luftwaffe, der Royal Air Force, in die er 1941 eintrat, fanden seine wissenschaftlichen Fähigkeiten ein reiches Betätigungsfeld. Als wissenschaftlich interessierter Soldat hielt er Vorlesungen über Radar und war später Leiter der ersten Spezialeinheit für Blindlandeverfahren nach dem Radar-Schlechtwetter-System. Während dieser Zeit veröffentlichte er neben einer Reihe von wissenschaftlichen Abhandlungen über Elektronik und Radar seine ersten Zukunftsromane.
Nach dem Krieg nahm der technische Offizier ein Studium der Mathematik und Physik am renommierten Kings College in London auf. Als stellvertretender Redakteur der Zeitschrift SCIENCE ABSTRACTS informierte er nach dem Studium auf unterhaltsame Weise die Leser mit wissenschaftlichen Themen.
Im Jahr 1950 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit als freischaffender Schriftsteller. Seine erste wissenschaftliche Zukunftserzählung erschien bereits vier Jahre früher, im April 1946, unter dem Titel Loophole. Bereits einen Monat später verkaufte er die Erzählung Rescue Party. Von da an veröffentlichte er in loser Folge weitere Kurzgeschichten aus dem Science Fiction Genre und auch seine ersten Romane. Zur gleichen Zeit verfasste er wissenschaftliche Artikel und Bücher.
Arthur C. Clarke war einer der wenigen Schriftsteller, die sich zwischen Belletristik und Sachbuch bewegen konnten, ohne in beiden Bereichen unglaubwürdig zu wirken. Mit seinem großartigen Intellekt sah er einige Dinge voraus, die später Wirklichkeit werden sollten, zum Beispiel die Satellitentechnik. 1945 erschien in einer wissenschaftlichen Zeitschrift ein Artikel eben über jene Möglichkeit, Satelliten in den Weltraumorbit zu bringen. Zunächst wenig beachtet ist seine Idee mit den geostationären Satelliten heute die Grundlage aller Telekommunikation, Radio, Fernsehen und Mobiltelefone. Mit seinen Veröffentlichungen in Fach- und Publikumszeitschriften wurde er zu einem weltweit anerkannten Fachjournalisten.

Als er in der Mitte der 1950er Jahre an einem Buch über Unterwasserfotografie arbeitete, reiste er nach Ceylon und blieb dort. Die Insel beim indischen Subkontinent wurde für ihn ab 1956 der Lebensmittelpunkt. Die Abgeschiedenheit der tropischen Insel, die jetzt Sri Lanka heißt, störte ihn nicht. Er bezog zwanzig und mehr wissenschaftliche Fachzeitschriften aus aller Welt. Über das politische Tagesgeschehen informierte er sich hauptsächlich über das Radio. In seinem großen Haus in der sri-lankischen Hauptstadt Colombo war er lange Zeit der einzige Mensch, der über einen Fernseher verfügte. Der Empfänger wurde ihm von der indischen Raumfahrtbehörde überreicht, da er sich bei der NASA für die indischen Kollegen stark gemacht hatte und diese daraufhin in den Besitz eines Fernseh- und Nachrichtensatelliten kamen.

In den 1950er und 1960er Jahren gab es in der phantastischen Literatur so etwas wie ein Dreigestirn der wissenschaftlichen Schriftsteller. Der Brite Arthur C. Clarke, der US-Amerikaner Robert A. Heinlein und der aus der Sowjetunion stammende Isaac Asimov waren die erfolgreichsten Vertreter der phantastischen Literatur. Alle drei vereinigten auf sich das Können als Wissenschaftler und die verständliche Schreibweise eines wissenschaftlichen Journalisten. In dieser Eigenschaft schrieben sie erfolgreich Romane.
Arthur C. Clarke schrieb mehr als 20 Romane und mehr als 200 Kurzgeschichten. Seinen ersten Roman schrieb er 1937, konnte ihn jedoch erst nach dem Krieg beenden.
1965 erschien der Roman unter dem Titel The City and the Stars. 1950 erschien auch Childhood`s End, zuerst in einer Magazinfassung. Weihnachten 2004 wurde dessen Grundgedanke, ein riesiger Tsunami, böse Wahrheit. Arthur C. Clarke verlor dabei seine von ihm betriebene Tauchschule. Der Roman galt eine Zeit lang als sein bestes Werk. Sein berühmtestes Werk ist jedoch 2001 – A Space Odyssey.

Als wirklich erste Romane, die auch so veröffentlicht wurden, gelten jedoch Prelude to Space und The Sands of Mars. Beide Romane sind sehr technisch orientiert und eine Art Werbung für die Weltraumforschung. Mit diesem Bild eines technisch orientierten Autors wurde er lange Zeit 'abgestempelt'.
Island in the Sky von 1952 war ein ausgesprochener Jugendroman, für die lesenden Jungs gedacht mit der unterschwelligen Aufforderung verbunden, sich mehr mit Technik auseinander zu setzen. Das Jahre später erschienene Dolphin Island (von 1957) beschäftigte sich nicht mit dem All, sondern mit den Ressourcen der Meere und entstand etwa zu der Zeit, als er sein Buch über die Unterwasserfotografie schrieb und sich in Sri Lanka niederließ. Trotz seiner fünfzig Jahre ist diese Buch über Milch gebende Wale und ähnliches immer noch aktuell.
Im Jahr 1951 schrieb Arthur C. Clarke die Erzählung The Sentinel. Diese sollte jedoch erst fast zwanzig Jahre später Berühmtheit erlangen.

Im Sommer 1964 trafen sich Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick im New Yorker Chelsea Hotel. Unter Verwendung der Kurzgeschichte The Sentinel wurde an einem Drehbuch gearbeitet, das 1968 als der Film-Klassiker schlechthin in die Kinos kam.
Im Gedächtnis blieb vor allem der nach Menschlichkeit strebende Computer HAL. Der Bordrechner des Raumschiffes wurde nach dem IT-Riesen IBM benannt, indem man jeweils einen Buchstaben vor IBM also HAL nahm. Um den Rechner als kalte, technische Intelligenz darzustellen, nahm Arthur C. Clarke seine Nachforschungen bei den besten Technikern und Entwicklern seiner Zeit auf.

Arthur C. Clarke war Zeit seines Lebens ein Optimist, was die Technik betraf. Er, der von sich selbst behauptete, Atheist zu sein, nahm sogar an einer Weltraumkonferenz des Papstes teil. Mit seinem technikfreundlichen Optimismus stand er ganz im Geist des Amerikaners H. G. Wells, des Deutschen Hans Dominik und des Franzosen Jules Verne, ohne die es die bemannte Raumfahrt sicher nicht gegeben hätte. In den letzten Jahren, nicht nur auf Grund des Tsunami, verlor er einiges von seinem Optimismus. Bereits 1997 schrieb er den Roman 3001 – The Last Odyssey, die Geschichte um einen Raumfahrer, der nach Jahrhunderten im Tiefschlaf auf die durch die Klimakatastrophe zerstörte Erde zurückkehrt.
Sein letztes Buch hat er gemeinsam mit Frederik Pohl unter dem Titel The last Theorem verfasst.
Mit Sir Arthur Charles Clarke (durch Prinz Charles zum Ritter geworden) legt ein weiterer Schriftsteller des Golden Age der Science Fiction seinen Schreibstift zur Seite. Auch wenn er von der Bühne der schreibenden Zunft abgetreten ist, wird er in vielen Dingen nicht nur ein Visionär bleiben, sondern auch ein Vorbild für viele nachfolgende Schriftstellergenerationen.
Sir Arthur Charles Clarke starb am 18.03.2008 in seiner Wahlheimat Sri Lanka.

Quellen:

  • Archiv Andromeda
  • Lexikon der Science Fiction Literatur, Wilhelm Heyne Verlag, 1987
  • Verlagsinformationen

© Erik Schreiber

Dieser Beitrag basiert auf dem Phantastischen Bücherbrief Nr. 479 und wurde bearbeitet von Anke Brandt.

 

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