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Geisterwelten

Timothy Stahl
Wölfe

Heftroman-Serie 6 Bände

von Erik Schreiber

Timothy Stahl wurde im Jahr 1964 in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf. Hier arbeitete er auch nach der Schule als Redakteur für Tageszeitungen und als Chefredakteur für ein wöchentlich erscheinendes Magazin. Bereits in frühen Kinderjahren schrieb er seine eigenen Geschichten, es dauerte aber bis zum Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis seine ersten professionellen Arbeiten erschienen. In der Folge davon wurde sein Hobby zum Beruf. 1999 kehrte er in die Staaten zurück und lebt jetzt mit seiner Ehefrau und den beiden Söhnen in Las Vegas. Neben seiner Arbeit als Autor mit seinen eigenen Geschichten ist er noch als Übersetzer tätig.
Für den Bastei Lübbe Verlag schrieb er unter anderem an „TRUCKER-KING“, „JERRY COTTON“, „MADDRAX“, „VAMPIRA“ und „PROFESSOR ZAMORRA“ mit. Andere Serien wie „UFO-AKTEN“, „JACK SLADE“ folgten.

Wölfe

Die Serie, die seit dem 10. Februar 2004 in 14-tägigem Abstand erschien, entstand durch einen Wettbewerb, den Bastei Lübbe ausschrieb, den Bastei Lübbe Juroren auspreisten und den ein Bastei Lübbe Autor gewann. Das war jetzt viel Bastei Lübbe auf einmal und ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Der im Jahr 2003 ausgeschriebene Wettbewerb galt als ‚Crossmedialer Autorenwettbewerb’. Ziel war ein Konzept, das zugleich als Romanserie, wie auch als Fernsehfilm, oder gar als Hörspiel oder Comic dienen konnte. Das Konzept, dass der Bastei-Autor Timothy Stahl vorlegte, konnte die Jury des Bastei Verlages überzeugen.
„WÖLFE“ handelt von dem Polizisten Brandon Hunt. Seine Eltern sind verstorben, wobei sich sein Vater buchstäblich zu Tode soff. In seinem Nachbarn, dem Polizisten Edward McGee, sah er so etwas wie einen Ersatzvater und folgte ihm in den Polizeidienst.
Brandon Hunt folgt in San Francisco den Spuren eines Serienmörders. Der Serienmörder entpuppt sich dabei als Werwolf. Im Kampf mit diesem wird Brandon Hunt verletzt und verwandelt sich selbst in einen Werwolf. Nach seiner Umwandlung muss er fliehen, weil ihn seine eigenen Kollegen als Mörder suchen. Schließlich gehört die abgetrennte Hand, die in seinem Zimmer gefunden wurde, seiner Freundin Rowena. Er ist nicht nur auf der Flucht vor der Polizei, sondern auch auf der Flucht vor seinem Fluch und damit vor sich selbst. Brandon Hunt ist sich nicht sicher, ob er durch die Verletzung zum Werwolf wurde, oder ob der bestialische Keim schon immer in ihm schlummerte. Auf seiner Flucht lernt er weitere Werwölfe kennen und verstrickt sich immer mehr in Geheimnisse und düstere Pläne.

Der Hintergrund ist eine wilde Mischung verschiedenster Versatzstücke aus Märchen und Mythologien. Es ist kein wirklicher, fest gefügter Hintergrund zu erkennen, was das Lesevergnügen leider etwas mindert. Die Entwicklung eines fest gefügten geschichtlichen Hintergrundes wird geflissentlich übersehen. Der Werwolf an sich wird hier in der Tierform als wild, ungezügelt und brutal gezeichnet. In der Menschenform ist er jedoch verschlagen und machtgeil. Es werden somit gleich zwei abgegriffene Nachahmungen ohne Aussagewert bedient. Desgleichen gilt für die ‚Heilkraft’ der Wölfe, die sich selbst heilen und sogar Gliedmassen nachwachsen lassen können. Zudem hat man als Leser den Eindruck, es wird nicht nach Exposee gearbeitet, sondern wild drauf los geschrieben und die Kurve wird zum Roman-Ende nicht rechtzeitig genommen.

Am übertriebensten ist dazu noch der Untertitel auf dem Heft: „Die brandneue Horror-Serie aus den USA - exklusiv bei Bastei“. Die Serie erschien nie in den Staaten, sondern lediglich der Autor Timothy Stahl wohnt dort.

1. Band
Der Fluch des Wolfes

Leon Talbot war ein erfolgreicher junger Mann, der sein Leben in vollen Zügen genoss, bis zu seinem unsäglichen Urlaub in der kanadischen Wildnis. Dort wurde er von einem Wolf angefallen und verwundet. Von den Wunden erholte er sich erstaunlich schnell, verwandelte sich aber unter grässlichen Schmerzen immer wieder in einen Werwolf. Die Wandlung veränderte sein Leben vollkommen. Denn Leon Talbot hat die Verwandlung nicht unter Kontrolle. Als Werwolf sucht er die Stadt San Francisco heim. Die Polizei glaubt jedoch nicht den Revolverblättern, die von einem Werwolf sprechen, sondern sucht weiterhin einen brutalen Mörder. Die beiden Polizisten Dave Allred und sein junger Kollege finden eine Spur zum Hotel, in dem sich Talbot verkroch. Bei der Festnahme verwandelt sich Talbot in einen Werwolf und tötet Allred und verletzt den Partner Brandon Hunt schwer. Hunt erholt sich sehr schnell im Krankenhaus. Brandon ist nun auch infiziert und verwandelt sich in einen Werwolf und tötet seine Jugendliebe Rowena. Ab diesem Zeitpunkt wird Hunt zum Gejagten.
Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit den Friscoer Werwölfen. Hier gibt es zwei verschiedene Gruppen. Die alten und die jungen Werwölfe. Die alten leben noch nach bestimmten Regeln und kennen besondere Rituale, die jungen Werwölfe hingegen nutzen ihre tierischen Instinkte, um als Mensch Erfolg zu haben, dem Geld und dem Ruhm nachzujagen.

2. Band
Der Bund der Wölfe

Edward McGee ist ein Polizist im Ruhestand. Als er sich zur Ruhe setzte, wurde seine Tochter anscheinend getötet, der Täter scheint sein Ziehsohn Brandon Hunt zu sein. Brandon, bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Polizist, ist auf der Flucht. In diesem Heft scheint es, als hätte man Brandon gefunden, doch Ed erkennt, dass die Leiche nicht Hunt ist. Gleichzeitig muss er feststellen, dass sein ehemaliger Chef aber Brandon Hunt erkannte. Ed sucht Hunt und will herausfinden, warum sein Ex-Chef eine falsche Feststellung macht.
Brandon Hunt ist unterwegs, findet mit Morgans Hilfe den geheimen Platz der Werwölfe, der ein wenig in die Vergangenheit versetzt, besteht. In ihm erkennt man einen „new one“, einen neuen Wolfsführer. Er selbst hält sich noch nicht dafür. Durch besondere Umstände gezwungen, verlässt er mit zwei Jungen den geheimen Platz, um zu verhindern, dass sie ebenfalls zu Wölfen werden.
Ihn erwartet bereits Ed, doch bevor dieser Hunt erschießen kann, wird er selbst erschossen.

3. Band
Die Jagd des Wolfes

Sadie Carter ist ein junges Mädchen und hat ein Verhältnis mit dem verheirateten Sheriff des kleinen Ortes Nowhere in Nevada. Beide sind der Meinung, es hätte im Ort noch niemand gemerkt. Dieser Niemand ist die Frau des Sheriffs, die als Einzige noch nichts gemerkt hat. Der Sheriff will sich aber nicht von seiner Frau trennen, weil ihr Vater der reichste Mann der Gegend ist. Mit der heimlichen Liebelei ist jedoch sehr schnell Schluss. Ein Werwolf hinterlässt ein grausames Massaker mit dem Liebespaar als Hauptdarsteller.
Die Vertreterin des Sheriffs, Allison Danaher, will den Fall natürlich schnell lösen. Wie gut, dass es gerade den durchreisenden Donny Hunter im Ort gibt. Dem kann man die Sache in die Schuhe schieben. Bald zeigt es sich, dass die beiden Opfer nicht von einem Mörder, sondern von einem großen Wolf getötet wurde. Eine Hetzjagd der Dörfler auf den Wolf beginnt. Dabei werden zwei einheimische Wölfische getötet, von denen niemand wusste, dass sie unter den Bewohnern leben. Brandon Hunt ist ebenfalls unterwegs, um den wirklichen Mörder, den Menschen, der sich als Werwolf ausgegeben hat, zu fangen und unschädlich zu machen.

4. Band
Der Kerker der Wölfe

Brandon Hunt, von seiner Freundin Donny genannt, wurde gefangen genommen. In einem privaten Institut wird er von Ardley Lazarus untersucht und zu einem Forschungsobjekt missbraucht. Die Eigenschaft von Brandon, sich in einen Werwolf zu verwandeln, wird von dem Wissenschaftler schamlos ausgenutzt. Brandon ist jedoch nicht der Einzige, der sich in einen Werwolf verwandeln kann. Mit ihm befinden sich einige Wölfische in der Anstalt. Dabei ist immer von Dr. Lazarus die Rede, doch wer nun wirklich die Hintermänner sind, kommt nicht heraus. Zwar wird auf einen Einwegspiegel hingewiesen, aber nicht erklärt, wer sich dahinter befinden könnte.
Plötzlich gibt es eine weitere geheime Organisation, der „Orden der weißen Wölfe“, tritt auf den Plan. Sie wollen Brandon, den „new one“ aus der Gefangenschaft befreien.
Im letzten großen Zusammentreffen, wird Lazarus getötet, Hunt von seiner Freundin Rowena gerettet und einige Menschen wie auch Wölfische verlieren das Leben.

5. Band
Der Friedhof der Wölfe

Vergangenheit:
Rowena McGee berichtet aus ihrer Vergangenheit. Dem Tag, an dem Brandon Hunt zum Werwolf wurde. Sie berichtet davon, dass sie eine unglaubliche Begegnung hat und ebenfalls zum Werwolf wird. Sie verliert dabei ihre Hand und Brandon glaubt daher, sie gefressen zu haben.

Zurück, örtlich:
Lucinda, die Wölfin spricht mit ihrem Vater. Sie ist fest davon überzeugt, Brandon Hunt bringt Unglück über die Wölfischen. Lucinda will Brandon töten und macht sich auf, ihn zu finden. Sie ist auch nahe dran, den Mann ihres Hasses zu finden und zu stellen. Doch kommt es anders als sie denkt.

Jetzt:
Brandon Hunt ist mit Rowena und Morgan unterwegs. Morgan befreite ihn aus einer Anstalt. Gemeinsam sind sie auf dem Weg zum Friedhof der Wölfe. Brandon ist nicht ganz sicher, ob er dorthin will oder soll. Schließlich hatte er eine Warnung erhalten, nicht dorthin zu gehen. Als Morgan kurz verschwindet, nehmen Rowena und Brandon Reißaus. Rowena überzeugte ihn, von Morgan getrennte Wege zu gehen. Während der Flucht vor Morgan treffen sie auf Lucinda und sind nun doppelt auf der Flucht. Dabei gelangen sie an den geheiligtsten Ort der Wölfe, wo der erste aller Wölfe seinen Schatten hinterlassen hat. Und dies ist der Ort, wo auch Morgan und der Knochenschmied auf Brandon treffen.

6. Band
Der Herr des Wolfes

Brandon Hunt, der Mann, der zum Wölfischen wurde, starb. Als ‚New One’ wurde er vorhergesagt, damit die Werwölfe eine neue Zukunft haben. Brandon Hunt wurde von einem anderen Wölfischen ermordet. Tyrone Vanderbourgh will sich mit Hilfe der Augen der Mutter aller Wölfischen an die Macht bringen und letztlich die Welt beherrschen. Mit Hilfe der versteinerten Augen kann er die Zukunft sehen und macht sich aus diesem Grund an die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten heran. Um die Herrschaft über die Menschen zu errichten, ist Vanderbourgh jedes Mittel recht.

Dieser Beitrag basiert auf dem Phantastischen Autorenbrief Ausgabe 363 vom April 2004 und wurde für
bearbeitet von Anke Brandt.

 

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