ich weiß, dass dich diese Zeilen auf der hiesigen Welt nicht mehr erreichen können. Vielleicht gelingt es mir irgendwann, dir meine Gedanken persönlich zu überbringen, wenn sich unsere Wege wieder einmal kreuzen.
Du befindest dich jetzt wohl am Ziel deines Weges, von dem du schon lange geträumt hast. Du selbst hast mir stets gesagt, dass du dich darauf freust, am Ende dieser Reise endlich deine geliebte Frau wieder in den Armen halten zu können. Mein Freund, du hast dir einen wunderschönen Tag dafür ausgesucht, den Valentinstag.
Ich denke gern an die Zeit zurück, als ich mich mit dir zum ersten Mal am Telefon unterhielt und merkte dabei sofort, dass die Chemie zwischen uns beiden stimmt. Für deine spontane Bereitschaft, mich bei einem Projekt zu unterstützen, bin ich dir heute noch dankbar. Das Video läuft gerade auf dem DVD-Player. Es ist mir ein Bedürfnis, gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, deine mir vertraute Stimme zu hören.
Ich erinnere mich an die schönen Stunden mit dir auf dem Glauberg am 13. Mai letzten Jahres. Hey, Wirrwolf – so nennst du dich ja mir gegenüber – was hast du für Energie mobilisiert, um auf das Plateau der keltischen Ausgrabungsstätte zu gelangen, obwohl ich nach einem Platz suchte, um dir den beschwerlichen Aufstieg zu ersparen. Aber nein, du musstest ja unbedingt bis ganz nach oben. Deine Erinnerungen haben dich regelrecht beflügelt. Du wolltest mir deinen Lieblingsplatz zeigen, an welchem du sehr oft mit deiner Heike gesessen hast. Und glaube mir; bei deinen Worten „Tschüss, lieber Teich, dich werde ich bestimmt nie wieder sehen!“ standen mir einige Tränen in den Augen. So bewegt hast du mich an deinen geistigen Erinnerungen teilhaben lassen. So ist es eben unter Freunden.
Was hast du alles in Bewegung gesetzt, um mein Team und mich im Fandom salonfähig zu machen. Du hast es eben schnell mal drauf, Teile deiner Zamorra-Leserbriefseite unserem Projekt zu widmen. So kenne ich dich halt.
Scherzhaft, aber freundschaftlich gemeint, nennst du mich ob meines weißen Haupthaares einen Arkoniden. Wer weiß, vielleicht stamme ich von diesen ab. Falls dir in deiner neuen Welt welche über den Weg laufen, dann grüße sie von mir und teile ihnen mit, dass ich hier die Stellung halte.
Entschuldigung, dass ich dich oft in deiner täglichen Mittagsruhe gestört habe. Ich wollte einfach nur wissen, wie es dir geht. Ist wirklich nicht bös gemeint. Aber wen kann ich denn nun nachmittags wecken und von der Couch werfen, wo du ja telefonisch nicht erreichbar bist? Hast du einen Tipp?
So, mein Freund, ich begebe mich jetzt auf die Erdbeerjagd.
Wenn ich mich auf meine lange Reise vorbereite, packe ich ein großes Stück Erdbeerkuchen für dich ein. Dazu gibt es Kaffee „Marke Texas“. Du weißt schon, auf dem das Hufeisen oben schwimmt.
Bis dann mal wieder ... Dein Arkonide Wolfgang
- Den Nachruf über W.K. Giesa könnt ihr HIER lesen
- Das von mit W.K. Giesa geführte Interview (Video) könnt ihr euch HIER ansehen.
- Die von W.K. Giesa beantworteten 15 Fragen lest ihr HIER
- Beiträge zu W.K. Giesa im Forum, HIER klicken...