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Der Band 4 enthält die Stories »Immer wenn der Vollmond scheint« und »Jenseits-Flüstern«. Klappentext »Immer wenn der Vollmond scheint«: Klappentext »Jenseits-Flüstern«: |
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Leseprobe:
Marion Baumanns Augen zuckten hin und her. Von drei Seiten walzten die Ghouls auf die junge Frau zu. Dabei ein schmatzendes, schlürfendes Geräusch von sich gebend. Sich diesen Wesen im Kampf zu stellen glich reinem Selbstmord. Die Armbrust konnte nicht viel ausrichten. Zumal sich nur noch vier Pfeile im Köcher befanden. Doch Marion besaß noch eine andere Waffe. Einen magischen Stab. Zuletzt hatte sie diesen im Kampf gegen die schwarzen Ritter eingesetzt. Konnte er ihr auch gegen die Ghouls helfen? Die junge Frau konnte nicht länger darüber nachdenken, denn die Leichenfresser waren schon bedrohlich nahe herangekommen. Marion entschied sich vorerst zur Flucht. Sie sprang zur Seite, wich dabei einem zugreifenden schleimigen Arm aus und tauchte an-schließend in das Dunkel der Nacht. Die Ghouls folgten ihr. »Wir sehen uns bald wieder, ihr Schleimbeutel«, schimpfte die Frau. Hastig eilte Marion über den schmalen Kiesweg. Sie wusste nicht wohin, kannte das Areal so gut wie gar nicht. Irritiert blieb sie kurz stehen. Entfernte Schreie hallten durch die Nacht. Schüsse ertönten. »Ist der dritte Weltkrieg ausgebrochen?« Die Baumann blieb weiterhin stehen und lauschte. Was ging hier vor sich? Mittlerweile keimte in ihr der Verdacht, dass sich die Ghouls für jene Vorkommnisse verantwortlich zeigten. Die drei Leichenfresser vorhin waren nur die Spitze des Eisberges gewesen. Neben der Frau raschelte es plötzlich in einem Busch. Sofort zielte Marion mit der Armbrust auf das dichte Gestrüpp. Ein Ächzen erklang, dann brach eine Gestalt röchelnd durch die dünnen Zweige. Es war ein Polizist! Doch wie sah dieser aus? Man hatte ihm das halbe Gesicht weggerissen. Blut spritzte aus der Wunde. Haut und Sehnen hingen in dünnen Fetzen nach unten. Der Mann ächzte, stolperte und fiel bäuchlings zu Boden. Noch einmal bäumte er sich auf. Dann rührte er sich nicht mehr. Er war tot! »Verdammte Scheiße«, flüsterte die Baumann. Allmählich stieg auch in ihr die Panik hoch. Wäre nur Demore an ihrer Seite gewesen. Doch dieser befand sich irgendwo in der Vergangenheit. Galahad war ebenfalls verschwunden. Somit wusste die Frau, dass sie völlig auf sich alleine gestellt war. Mit leicht zittrigen Fingern zog sie den magischen Stab aus ihrer rechten Hosentasche. Mit einem bestimmten Wort konnte sie diesen aktivieren. Dann setzte er seine Magie frei. Ob diese auch gegen die Ghouls half? Marion blieb nicht anderes übrig, als darauf zu hoffen. »Ich bin ein Ritter des Lichts.« Zum ersten Mal drangen diese Worte über ihre Lippen. Zwar geboren aus Angst heraus, jedoch gaben sie der Frau ein kleines Stückchen Selbstvertrauen zurück. Langsam und mit weichen Knien schritt sie weiter durch die Nacht. Aus der Ferne erklangen noch immer die Schreie. »Die armen Schweine«, flüsterte Marion Baumann und schluckte. Vorsichtig ging sie weiter. Dabei versuchte sie, möglichst leise zu sein. Sie wollte die Ghouls nicht unbedingt auf sich aufmerksam machen. In der rechten Hand trug sie die Armbrust. In der Linken den magischen Stab. Feine Schweißperlen klebten auf ihrer Stirn. Ihre Muskeln waren zum Bersten angespannt. Sollte sie angegriffen werden, würde die Frau auch schnell reagieren können. Sie schritt an mehreren Gräbern vorbei. Teilweise versank sie bis zu den Knöcheln in der feuchten Erde. Unbewusst steuerte sie auf die Mitte des Friedhofes zu. Sie nahm dabei keine Rücksicht auf die Gräber. Lief querfeldein, nur um kein Geräusch zu verursachen. Dennoch wurde sie bemerkt. Ein Ghoul hockte hinter einem hohen Steinkreuz. Unter ihm lag der tote Körper eines Polizisten. Die Kreatur erhob sich langsam und spähte mit seinen rot leuchtenden Augen über das Kreuz hinweg. Er sah die Frau näherkommen. Als diese kurz darauf die Ruhestätte passierte, schnellten die schleimigen Arme des Leichenfressers nach vorne. |
© Wolfgang Brandt