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Spannungswelten

Jerry Cotton - Zwei Männer namens Cotton

Jerry Cotton Jubiläumsmehrteiler um Band 2200 im März/April 2007 wieder erhältlich als 2. Auflage.

Das Leben eines G-man kann schon hart sein – egal, ob nun eine tote Freundin (siehe Jerry Cotton Band 2161-2163: „Mein letzter Fall“, siehe dazu auch die entsprechenden Jerry Cotton Kolumnen unter „Romanhelden“), ein Giftanschlag (siehe Band 2168: „Mir blieben nur noch Stunden“), ein Rache schwörender Mafia-Boss (siehe Band 2185: „Fahr zur Hölle, Jerry Cotton!“), eine Entführung (siehe Band 2195: „Der Mann aus Kurdistan“ und Band 2196: „Holt Cotton raus!“) oder ein wahnsinniger Psycho-Killer (siehe Band 2197: „RADIO-KILL – Die Stimme, die den Tod befahl“) – der gute alte Jerry musste in letzter Zeit ganz schön was aushalten.
Doch das Ende der Fahnenstange an Ärgernissen und Qualen sollte kein Ende nehmen – denn als ob das alles noch nicht genug wäre, bekommt Jerry Cotton es im Jubiläumszweiteiler um Band 2200 (im Einzelnen: Band 2200: „Zwei Männer namens Cotton“ und Band 2201: „Operation Superforce“) mit einem ganz neuen „Gegner“ zu tun – nämlich seiner Verwandtschaft, und zwar in Gestalt von William „Will“ Cotton!
Jerrys Neffe ist das genaue Gegenteil von Onkel Jerry – er ist wild, ungestüm und wohl auf keinen anderen (vielleicht mit Ausnahme von Annie Geraldo und Sarah Hunter, wobei es Letztere zu dem Zeitpunkt noch nicht geben sollte – zumindest nicht in der Cotton-Serie) trifft der Spruch „Mit dem Kopf durch die Wand“ besser zu.
Der Mehrteiler stammt von Cotton Top-Autor Michael J. Parrish, von dem wir ja bereits einiges gehört haben. In diesem Roman geht es um eine Verschwörung in den eigenen Reihen des FBI, genauer gesagt in der Ausbildungsstelle der US-amerikanischen Bundesbehörde – in Quantico, Virginia.
Relativ unspektakulär beginnt der 1. Teil mit einem Eifersuchtsdrama. William Garrett, einer der Ausbilder des FBI, hatte durch einen Privatdetektiv davon erfahren, dass seine Frau ihn betrog – und der sonst als so beherrscht und ruhig bekannte FBI-Agent rastet aus! Zuerst erschießt er seine Frau und ihren Liebhaber, anschließend bringt er sich selbst um. Allerdings sollte es nicht nur bei diesem einen Fall bleiben. Zur selben Zeit spielen sich ähnliche Ereignisse auch bei William „Will“ Cotton in Los Angeles und bei Jerry Cotton in New York ab.
Als ein FBI-Agent Amok läuft und von Will in Notwehr erschossen werden muss, wird man misstrauisch. Also werden sowohl Will und sein Partner Ken Badler als auch Jerry Cotton und Phil Decker nach Quantico geschickt, um die mysteriösen Todesfälle aufzudecken. Dort werden ihnen erste Steine in den Weg gelegt, denn jemand an höchster Stelle hat ein Interesse daran, die Ermittlungen zu torpedieren (wobei ich in dem Falle dazusagen muss, dass das kein Geheimnis ist bzw. relativ schnell bekannt wird, wer zu den Verschwörern in den eigenen Reihen gehört) – und je mehr Informationen die vier G-men erhalten, desto undurchsichtiger und verworrener wird der Fall.
Schließlich stoßen sie auf das geheimnisvolle Projekt, das einst unter dem Namen „Operation Superforce“ lief – und dann muss Jerry Cotton nicht nur gegen die Hintermänner der Verschwörung kämpfen...

Der Begriff „mysteriös“ trifft einmal mehr in besonderer Art und Weise auf diesen Fall zu. In letzter Zeit gab es ja bereits einige undurchsichtige, geheimnisvolle Cotton-Fälle – als Paradebeispiele seien an dieser Stelle besonders Band 2140: „Soldaten-Ehre“, Band 2163: „Cottons Rückkehr“, Band 2164: „Der Fuchs wird gejagt“ und Band 2193: „Mörderische Illusionen“ genannt –, und dieser Roman passt voll ins Bild und ist zu Recht ein Jubiläumsband geworden – auch wenn ich mich zuerst wunderte, wieso man in der Vergangenheit mehrere Dreiteiler brachte, mit Band 2200 allerdings „nur“ einen Zweiteiler vorlegte.
An einigen Stellen weist der Zweiteiler übrigens einige Parallelen zu dem Top-Roman „Der Fuchs wird gejagt“ auf – etwa der verschwundene Leichnam aus der Pathologie oder die Torpedierung der Ermittlungen.
Das ist – wie so viele andere der oben genannten Titel – einer der Romane, der zeigt, dass Jerry Cotton alles andere als „nur“ eine Heftromanserie ist sondern sich getrost mit oftmals als „richtigen Büchern“ betitelten Romanen messen kann. Action – Spannung – Nervenkitzel … allerdings kommt auch das menschliche in diesen Romanen nicht zu kurz, denn Will Cotton mischt den Laden ordentlich auf – und dabei heraus kommen einige gute Sprüche, auch wenn man mit dieser neuen Figur durchaus seine Probleme haben kann...

Zeitgleich mit diesem Artikel erscheinen ab Montag, 12. März 2007 wie schon bei den letzten Spannungswelten-Artikeln zu „Jerry Cotton“, ebenfalls einige Kolumnen zu dem Jubiläumsband in der Jerry Cotton Romanhelden-Kolumne – u. a. mit weiteren Inhalten, den Covers der 1. Auflage (bei dem hier veröffentlichten handelt es sich um das neue Cover der 2. Auflage), Leserstimmen usw.

Die Bände im Einzelnen:

Jerry Cotton Band 2200: „Zwei Männer namens Cotton“ erscheint am 27. März 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Jerry Cotton Band 2201: „Operation Superforce“ erscheint am 3. April 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Martin Palm

Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

 

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