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Wer zum Teufel ist Tom Rabe?

Seit einigen Tagen geistert der Name Tom Rabe durch das Internet und ist insbesondere bei Facebook und Twitter auf der Suche nach Freunden, die ihm helfen. Er stellt sich als ganz normaler Junge vor.

Tom ist fünfzehn, lebt in Berlin und hatte nicht gerade das, was man eine schöne Kindheit nennt. Er ist Waise und lebt bei einer Pflegefamilie, die viele Waisenkinder bei sich aufgenommen hat. Von seinen Pflegeeltern werden sie aber nur für Diebstähle und Betrügereien ausgenutzt. Seine einzigen Freunde sind sein älterer Leidensgenosse Alex und ein jüngeres Mädchen, das für ihn wie eine Schwester ist.

Schon bald beginnt sich allerdings Toms trostloses Leben stark zu verändern. Immer öfter erlebt er Dinge, die er sich nicht erklären kann und die beinahe phantastisch wirken. Wachen Auges erscheinen ihm Bilder einer magischen Welt mit fremden Kreaturen, wilde Steppenkrieger, furchteinflößende Trolle und anderen Fabelwesen.

Als ihm mitten in Berlin schließlich ein kluger Rabe begegnet, der ihm weise Ratschläge zu geben versucht, ahnt Tom langsam, dass er anders ist. Denn nicht nur seine Herkunft, sondern auch sein künftiges Schicksal birgt ein dunkles, magisches Geheimnis.

Seine Freunde reden mit ihm, stellen ihm Fragen. Doch schaut man genauer auf seine Seite, dann steht dort, dass Tom ein fiktiver Charakter ist. Warum nun unterhalten sich reale Menschen so intensiv mit einem fiktiven Charakter und wie schafft dieser es, seinen Freunden zu antworten?

Die Antwort ist ganz einfach und findet sich ebenfalls im Internet. Folgt man Tom Rabe auf seine Homepage www.smart-magic.de, trifft man auf seinen geistigen Vater Christoph Hardebusch. Er ist es, der um Hilfe bittet, denn er möchte eine Geschichte erzählen, die anders ist als die Geschichten, die er bisher erzählt hat.

»Unsere Welt und die Welt der Magie wurden dereinst voneinander getrennt – und nur noch wenige Orte künden von der Zeit, als ein bloßes Wort die Realität verändern konnte. Orte, an denen das Schicksal eines einzigen Jungen über die Zukunft zweier Welten entscheidet.
Folgt mir in die Welt von Tom und helft ihm, einen solchen Ort zu finden!«
(Christoph Hardebusch)

Die Idee, Leser und Fans in ein neues Projekt einzubeziehen, ist nicht neu. Ich erinnere mich beispielsweise an Wolfgang Hohlbeins Asgard-Saga, wo die Leser über ein Forum die Möglichkeit haben, auf die Handlung Einfluss zu nehmen.
Doch Christoph Hardebusch geht nun einen völlig neuen Weg, der irgendwie aber auch ganz logisch erscheint, und nutzt die Möglichkeiten, die sich durch Community-Plattformen bieten. Auf Facebook verlinken sich oft Menschen, die sich zwar noch nie begegnet sind, aber gleiche Interessen teilen. Wer sich also mit dem Autor Christoph Hardebusch »befreundet«, bekundet sein Interesse an seiner Arbeit als Autor. Und Christoph nutzt diese Kontakte nun, um mit einem völlig neuen Projekt zu experimentieren, von dem in der jetzigen Phase sicher noch nicht klar ist, wo genau es hinführen wird. Denn viele Menschen kennen viele magische Orte. Es bleibt also abzuwarten, welchen dieser Orte Tom am Ende betreten wird.
Auf www.smart-magic.de kann man die Abenteuer von Tom live mitverfolgen und ihm bei seiner Suche nach der verschollenen Welt der Magie helfen. Die besten Tipps und Kommentare auf Facebook und Twitter werden von Christoph Hardebusch aufgegriffen und in die Geschichte hineingeschrieben. Der Clou dabei ist, dass die Namen dieser Kommentatoren im Buch erwähnt werden. Na? Ist das was? Dein Name in einem Roman von Christoph Hardebusch? Also dann, schnell anmelden oder einloggen und schon kannst du Tom Rabe mit deinen Kommentaren und Tipps auf den rechten Weg in die verschollene Welt der Magie helfen!

Im folgenden Interview stellten wir Christoph Hardebusch einige Fragen zum Projekt Smart Magic und Tom Rabe.

: Hallo Christoph, wie kam es zu der Idee des interaktiven Fantasy-Epos‘?

Christoph: Wir haben mit dem Verlag über eBooks und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters gesprochen. Mir ist aufgefallen, dass wir zwar in einer immer stärker vernetzten Welt leben, dies aber gerade im Bereich der großen Publikumsverlage kaum Niederschlag findet. Deshalb habe ich mich gefragt, was man tun könnte, um die existierenden Möglichkeiten zu nutzen. Daraus entstand die Idee zu SMART MAGIC.

: Welche Erwartungen hast du selbst von diesem Projekt?

Christoph: Hauptsächlich will ich eine gute Geschichte erzählen. Und ich hoffe, dass andere daran teilhaben wollen, und es ihnen Spaß macht, von der Position der Leser ein wenig abzuweichen. Also nicht nur rezipieren, sondern partizipieren.

: Inwieweit haben dich Facebook und Twitter beeinflusst und warum nutzt du nicht einfach ein Forum?

Christoph: Die sozialen Netzwerke existieren bereits und bieten eine perfekte Plattform für SMART MAGIC. Ein eigenes Forum wäre ein Schritt in die Künstlichkeit, während Tom auf Twitter oder Facebook eine fast reale Person sein kann – so real, wie wir als virtuelle Personen im Netz eben auftreten (lacht).

: Worin besteht der Vorteil, wenn du Ideen von Lesern aufgreifen kannst? Ergeben sich daraus nicht auch Probleme beim Entwickeln der Story?

Christoph: Ich sehe das nicht als Probleme, sondern als Chancen. Figuren verhalten sich manchmal ohnehin anders als geplant, und Figuren, die von außerhalb Tipps und Hinweise bekommen … das ist für mich besonders spannend.

: Wenn ein Autor um Hilfe bittet, könnten böse Zungen behaupten, dass ihm die Ideen ausgehen. Wie überzeugst du sie vom Gegenteil?

Christoph: Ich bezweifle, dass es weniger Kreativität erfordert, auf Anregungen einzugehen als selbst diese Teile der Geschichte zu entwickeln. Tatsächlich zeigt sich schon jetzt, zu Beginn von SMART MAGIC, dass die unvorhergesehenen und spannenden Hinweise der Mitmachenden einiges an kreativer Arbeit von mir fordern.
Wie die meisten AutorInnen, die ich kenne, habe ich mehr Ideen als Zeit. Die Angst, dass mir die Ideen ausgehen, habe ich nicht, und ich denke, ich werde meine Leser mit meinen Büchern überzeugen.

: Zeichnet sich nach den ersten Tagen schon ein Trend ab, wohin dich die Tipps und Vorschläge der Leser führen werden?

Christoph: Nein, noch ist alles offen. Es sind einige sehr gute Vorschläge dabei, und die Leser sind sehr aktiv, was mich freut. Je mehr mitmachen, desto interessanter und lustiger wird es werden.

: Wir wünschen dir viel Spaß mit Tom Rabe und allen aktiven Usern, die dich bei diesem Projekt unterstützen.

Christoph: Ich bedanke mich und wünsche allen Mitmachenden viel Spaß!

Alle weiteren Informationen sowie das 1. Kapitel von Toms Geschichte findet man auf www.smart-magic.de sowie auf www.hardebusch.net.
Auf Facebook und Twitter kann man die Abenteuer von Tom live mitverfolgen und bei der Suche nach der verschollenen Welt der Magie helfen.

Quellen:

  • www.smart-magic.de
  • Gespräche und E-Mails mit Christoph Hardebusch
  • Foto von C. Hardebusch: Anke Brandt

Copyright © 2011 by Anke Brandt

 

© by 2011
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