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Wunderwelten

Raymond Feist - Midkemia

16. Juni 2006

von Anke Brandt

Raymond Feist
Quelle des Bildes: http://crydee.com/

Informationen über Raymond Elias Feist zu finden, hat sich leider als sehr schwierig erwiesen. Deshalb kann ich auch hier nur das Wenige wiedergeben, was zu recherchieren war.
Aber es geht ja auch in erster Linie um die Bücher des Autors, und da kann ich etwas mehr zu sagen. Hab sie alle „verschlungen“, bin immer wieder gern eingetaucht in die Welt von Midkemia.

Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren. Er studierte an der Universität von San Diego, arbeitete als Gebrauchtwagenverkäufer und Fotograf. Viele Jahre lang entwickelte er Rollen- und Computerspiele. In dieser Zeit entwarf er auch die Abenteuerwelt Midkemia, die dann er als Grundlage für seinen ersten und bis auf eine Ausnahme alle folgenden Romane nutzte.
Bei meinen Recherchen traf ich dann allerdings noch auf eine zweite Variante der Entstehung von Midkemia. In http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Feist ist nachzulesen, dass die Studentengruppe „Thursday Nighters“ die Welt entworfen hat. Ob Feist dazu gehörte, geht da leider nicht draus hervor. Aber wenn man die Danksagungen in einigen Büchern liest, kann man daraus entnehmen, dass Feist nicht der alleinige Erfinder war. Er dankt verschiedenen Personen, die er als „eigentliche Architekten von Midkemia“ bezeichnet.
Doch das alles liegt ca. 30 Jahre zurück, und heute wird die Welt Midkemia eigentlich nur noch mit dem Autor Raymond Feist in Verbindung gebracht.
Mit Midkemia wurde eine fiktive Welt geschaffen, in der der Autor seine Geschichten als historische Romane erscheinen lässt. Beeindruckend fand ich beim Lesen die durchgängige Logik. An keiner Stelle gibt es Widersprüche in der Chronologie oder Handlung.
Womit ich nun beim Thema Bücher bin. Ich werde mich in diesem Beitrag nur an den deutschen Ausgaben orientieren. Da diese oft in geteilten Bänden erschienen sind, stimmen Anzahl und Titel mit den Originalausgaben nicht überein. In Deutschland sind bis heute 30 Bände erschienen, und den Anfang machte 1982 die Midkemia Saga.

Die Midkemia-Saga von Raymond Feist beginnt mit dem Traum der beiden Jungen Pug und Tomas, die sich nach Ruhm und Ehre sehnen. Als Midkemia von Invasoren aus Kelewan angegriffen wird - einer fernen Welt, die nur durch einen mysteriösen Spalt im Raum mit Midkemia verbunden ist - werden auch Pug und Tomas in den gewaltigen "Spaltkrieg" hineingezogen. Pug gelangt als Gefangener nach Kelewan, wo seine starken magischen Fähigkeiten entdeckt werden und wo er zum Zauberer ausgebildet wird, während Tomas eine uralte mythische Rüstung findet und zum legendären Krieger aufsteigt. Es gelingt den beiden, sich als Helden zu bewähren und die Eroberer ihrer Heimatwelt Midkemia zurückzuwerfen.

Zeitgleich mit der "Midkemia-Saga" spielt die "Kelewan-Saga", die Feist zusammen mit der Autorin Janny Wurts geschrieben hat: In der Kelewan - Saga werden die Geschehnisse auf der Gegenseite während des Spaltkriegs geschildert. Dort toben heftige Intrigen und Machtkämpfe um die Herrscherin, Lady Mara von den Acoma, und es entsteht ein differenziertes Bild der Feinde Midkemias. Es wird deutlich, dass die Unterscheidung von Gut und Böse häufig nur eine Frage des Blickwinkels ist.

Chronologisch folgen dann die drei Bände der Krondor - Saga. Zeitlich reiht sich die Handlung ein in die Zeit zwischen „Dunkel über Sethanon“ und „Gefährten des Blutes“.
Der Spaltkrieg ist vorüber. Doch aus der Asche hat sich ein Feind erhoben, der stärker ist als je zuvor: eine furchterregende Armee aus Trollen und abtrünnigen Menschen, angeführt von den Dunkelelfen und einer Verschwörung von Zauberern.
Aber es gibt einen Verräter in den Reihen der Dunkelelfen, der den kriegslüsternen Zielen seines Volkes abgeschworen hat und sich auf die Seite der Menschen schlägt...
In Krondor tobt ein blutiger Bandenkrieg - doch die Attentate erschüttern nicht nur die Unterwelt. Dunkle Mächte haben es auf das Leben von Prinz Arutha abgesehen.

 

Midkemia wird in der "Schlangenkrieg-Saga" von einer weiteren großen Invasion heimgesucht: Die gewaltige Flotte der Smaragdkönigin kommt übers Meer, und ihre Armee überzieht das Land mit Krieg. An vorderster Front im Schlangenkrieg stehen Eric, der Bastardsohn eines Adligen, und sein bester Freund Roo, ein Junge von der Straße. Doch auch Pug und Tomas, die Helden des Spaltkriegs, greifen erneut ein, um den Untergang Midkemias abzuwenden.

Die neuen "Legenden von Midkemia" führen chronologisch wieder in die Zeit des Spaltkriegs zurück und enthalten einzelne, unverbundene Abenteuer, die zu unterschiedlichen Zeiten und an weit auseinander liegenden Schauplätzen spielen. Diese Bücher wurden hauptsächlich von Co – Autoren geschrieben und haben auf die eigentliche Handlung keinen Einfluss.

Und schließlich läutete Raymond Feist mit "Der Silberfalke" kürzlich eine weitere Ära auf Midkemia ein. Zu Beginn dieser neuesten Romanserie unter dem Titel "Die Erben von Midkemia" betritt ein junger Held namens Talon die Szene, und die Geheimgesellschaft "Konklave der Schatten" schmiedet ihre Bündnisse zum Wohl von Midkemia - so behaupten ihre Anführer es zumindest.

Seit nunmehr 8 Jahren verfolge ich die Kriege in Midkemia, bange und hoffe mit den wechselnden Helden und freue mich immer über ein „Wiedersehen“ mit Pug und Thomas.
Raymond Feist hat es in fast allen Büchern geschafft, einen logischen Spannungsbogen aufzubauen, der mich so manche schlaflose Nacht gekostet hat, weil ich das Buch noch fertig lesen musste.
Die drei Bände „Legenden von Midkemia“ waren für meinen Geschmack wenig sinnvoll. Die Geschichten sind in frühere Handlungen eingebettet, der eigentliche Verlauf der Geschichte ist bekannt, und auf die folgenden Bücher haben die Geschehnisse keinen Einfluss.

Wer im Bereich Fantasy einen guten Einstieg sucht, dem ist die Saga sehr zu empfehlen.
Angelehnt an den „Herrn der Ringe“ gibt es auch bei Feist viele verschiedene Völker in Midkemia, die letztendlich alle ihre Rolle in den Geschehnissen spielen. So lebt Thomas beispielsweise als Prinzgemahl der Elbenkönigin in Elvandar bei den Elben. Dass Dunkelelfen erscheinen, wird bezüglich der Krondor - Saga schon erwähnt. Und wenn Pug, der Zauberer, in fast allen Büchern erscheint, bekommt man vielleicht schon eine Vorstellung von Magie in Midkemia.

Die Kelewan – Saga unterscheidet sich von den anderen nicht nur wegen der Handlung in einer anderen Welt. Man merkt beim Lesen auch sehr deutlich den ganz anderen Stil der Co – Autorin Janny Wurts. Der Anfang ist dabei etwas zäh, aber man sollte sich davon nicht abschrecken lassen, denn sehr schnell beginnt die Parallelhandlung zur Midkemia – Saga.
Und dann wird es richtig spannend.
Im nachhinein fand ich es sehr passend, dass Feist für die Geschichte eine Co – Autorin genommen hat, so konnte sie der Welt Kelewan eine ganz eigene, exotische Note geben, und der Unterschied zur Welt Midkemia kommt sehr deutlich rüber.

Fazit: Eine rundum gelungene Fantasy – Saga, die es einfach verdient, gelesen zu werden.

Quellen:
www.blanvalet.de
www.wikipedia.de
Marcel Feige, Fantasy - Lexikon

 

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