
Wunderwelten

Michael Ende
Kultautor für Fantasy-Fans aus aller Welt
„Denn danach suchen wir letzten Endes nur, die Poesie ins Leben zu verweben, im Leben selbst die Poesie zu finden.“
Michael Ende
Michael Ende war ein Schriftsteller, der die Realität der Kriege und des harten Arbeits- und Geschäftslebens zwar nicht liebte, sich in ihr aber – und das wohl gerade dank seiner schier unerschöpflichen Phantasie – zu behaupten wusste, und gerade er war einer derjenigen Menschen, die in unseren grauen Alltag die Träume und die Poesie bringen, die wir alle zum Überleben brauchen.
Eine große Menge von Schriften hat er verfasst, sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene. Seine Bücher erreichen bis dato eine Gesamtauflage von 20 Millionen Exemplaren und wurden in über 40 Sprachen übersetzt.
Für seine Schriften – vor allem für seine Kinder- und Jugendbücher aus dem Bereich der Phantastik – erhielt er nicht nur die höchsten Auszeichnungen, die es in Deutschland für Kinder- und Jugendbücher gibt, sondern er gewann auch internationale Preise und wurde weltbekannt. So bekam er z.B. 1961 für „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ den ersten, 1974 für „Momo“ den zweiten Deutschen Jugendliteraturpreis, 1981 für „Die unendliche Geschichte“ den internationalen Janusz Korczak Literaturpreis sowie 1990 den Züricher Kinderbuchpreis für „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“.
Darüber hinaus wurden u.a. die Jim-Knopf-Geschichten, „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ mit großem Erfolg verfilmt und viele seiner Werke als Hörspiele, Theaterstücke, Musicals oder sogar Opern aufgeführt.
Das Leben Michael Endes:
Michael Ende wurde am 12. November 1929 in Garmisch- Partenkirchen geboren. Er war der Sohn des Malers Edgar Ende und der Luise Ende, geborene Bartholomä. Der Vater war ein surrealistischer Maler, dessen Bilder aus der Beschäftigung mit mystischen und mythologischen Schriften erwuchsen.
Da der Vater kaum einmal ein Bild verkaufte, erarbeitete Mutter Luise das wenige, wovon die Familie lebte.
Bald nach der Geburt des Jungen zog die Familie nach München und lebte dort in Bohème-Kreisen, so dass der Sohn Michael in einer Umgebung heranwuchs, in der künstlerische und spirituelle Fragen wichtiger waren als die bei diesen Künstlern meist vorherrschende materielle Armut.
Der Sohn entwickelte ein sehr enges Verhältnis zu seinem Vater und unterhielt sich auch in späteren Jahren oft mit ihm über seine Gemälde, über esoterische und religiöse Themen und über seine Weltsicht. Als Michael später begann, Gedichte zu schreiben, nahmen dies beide Eltern sehr ernst und förderten ihn nach Kräften.
1936 wurde Edgar Ende von der Reichskulturkammer unter Berufsverbot gestellt. Seine Bilder galten als „entartete Kunst“. Er arbeitete fortan heimlich, durfte aber an keiner weiteren Ausstellung teilnehmen. Auch seine beginnenden Erfolge im Ausland wurden von den Nazis unterbunden.
Die Zeit der Not begann. Freunde und Kollegen des Vaters, Juden und „Nicht- Juden“ wurden inhaftiert. Man hörte von KZ´s. Michael lernte als Kind, Außenstehenden nichts von dem zu erzählen, was er zu Hause hörte.
Ebenfalls 1936 kam Michael in die Volksschule. Die daran anschließende Gymnasialzeit verlief zunächst recht erfolglos.
1941 wurde Edgar Ende zum Militärdienst eingezogen und diente im Raum Köln. 1943 kehrte sein Sohn, da München zunehmend bombardiert und die Münchener Schulen deshalb evakuiert wurden, mit der „Kinderlandverschickung“ zurück an seinen Geburtsort Garmisch- Partenkirchen. Als er 1944 – im Alter von gerade einmal 15 Jahren – seinen Stellungsbefehl bekam, zerriss er diesen, flüchtete zu seiner Mutter nach München und kontaktierte die „Freiheitsaktion Bayern“, bei welcher er als „Kurier“ mitwirkte.
1946, nach dem Ende des Krieges, besuchte Michael Ende erneut das wiedereröffnete Maximilians-Gymnasium, blieb dort aber nur ein Jahr. Während der letzten zwei Schuljahre ging er zur Freien Waldorfschule in Stuttgart. Obwohl er gerne studiert und für das Theater geschrieben hätte, gab er diesen Wunsch zunächst auf, da ihm dies aus finanziellen Gründen nicht möglich war.
So wurde er von 1948 bis 1950 an der Schauspielschule Otto Falckenberg der Münchener Kammerspiele zum Schauspieler ausgebildet. Anschließend bekam er ein Engagement bei der Landesbühne Schleswig- Holstein in Rendsburg. Neben der Schauspielerei schrieb er für verschiedene politische Kabaretts Sketche, Soli und Chansons und verfasste auch eine Komödie für das Theater, für die sich allerdings in München, wohin er bald zurückkehrte, niemand interessierte.
1952 bis 1954 arbeitete Ende dann als Filmkritiker für den Bayrischen Rundfunk.
In der Silvesternacht von 1951 auf 1952 lernte er seine spätere Frau kennen, die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann. Sie vermittelte ihm Kontakte zu erfolgreichen Kabaretts (etwa der „Lach- und Schießgesellschaft“), für die er weitere Texte verfasste. Er führte auch am Volkstheater Regie, doch er verdiente insgesamt so wenig Geld, dass es für ihn selbst und seine Mutter (die Eltern hatten sich inzwischen getrennt) kaum zum Leben reichte.
Es folgte eine künstlerische Krise. Ende wollte das Schreiben aufgeben, aber er gab sich noch eine letzte Chance und schrieb – gänzlich ohne zuvor einen Plan oder eine Absicht dafür entwickelt zu haben – ein langes Kinderbuch.
Im Jahr 1958, nach über einem Jahr, war das Manuskript „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ fertig. In der Folgezeit lehnten es 10 Verlage ab, bis es Lotte Weitbrecht, die damalige Leiterin des Thienemann-Verlages, annahm und teilte. So erschienen 1960 „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und 1962 „Jim Knopf und die Wilde 13“. Beide Bücher wurden Riesenerfolge und Michael Ende wurde finanziell unabhängig. Nun konnte er sich mit Vehemenz seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben von Theaterstücken widmen. Kurz nach diesem ersten Erfolg, im Jahr 1965, starb sein Vater Edgar.
Als Endes Theaterstück „Die Spielverderber“ 1967 in Frankfurt uraufgeführt wurde, geriet die Premiere zum Fiasko. Das Stück wurde später nie wieder gespielt.
1970/ 71 zog das Ehepaar Ende nach Italien und entfloh damit der von Michael Ende als schlimm empfundene Debatte in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit, in welcher die phantastische Literatur als „Realitätsflucht“ abgetan wurde. In Italien entstand der Roman „Momo“, den Ende selbst als Märchen-Roman bezeichnete. Er erschien im Jahr 1973, dem Jahr, in dem Luise Ende starb. Auch dieses Buch wurde langsam aber stetig zu einem großen, internationalen Erfolg.
1977 reiste Ende nach Japan. Im selben Jahr begann er mit der Arbeit an dem Buch „Die unendliche Geschichte“, das 1979 erschien und seinen Weltruhm begründete.
1985 starb dann seine erste Frau, Ingeborg Ende-Hoffmann, und Ende kehrte nach München zurück.
Vier Jahre später heiratete er die Japanerin Mariko Sato. Er schrieb danach noch weitere bemerkenswerte Bücher, bis er am 28. August 1995 nach schwerer Krankheit in Stuttgart starb.
Hauptwerke Michael Endes:
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Die Geschichte von Jim Knopf, dem kleinen schwarzen Jungen, der in einem Paket auf der Insel Lummerland ankommt und seinem großen Freund, dem bärenstarken aber dennoch klugen und sensiblen Lokomotivführer Lukas ist eine Geschichte, die die Generationen überdauert. Ich selbst habe, als ich ein Kind war, die beiden Bücher mehrmals gelesen und die Verfilmungen mit der Augsburger Puppenkiste geliebt. Meine beiden Söhne haben, als sie im selben Alter waren, wie ich damals, die Neuverfilmungen der Geschichte bestimmt an die 100 Male angesehen und schwärmen noch heute von den in diesen Filmen entfalteten Ideen Michael Endes. Als das Musical um Jim Knopf in meiner Heimatstadt aufgeführt wurde, mussten meine Kinder es natürlich auch sehen und waren wieder begeistert. Sie kauften sich im Anschluss die CD des Musicals und außerdem alle Hörspiel- CDs. |
Inhalt:
Jim Knopf, ein schwarzer Junge, lebt auf der kleinen Insel Lummerland. Als er größer wird, befürchtet König Alfons der Viertel- vor- Zwölfte, dass der Platz auf der kleinen Insel nicht mehr ausreicht und will Emma, die Lokomotive von Jims Freund Lukas, aus dem Land verbannen. Jim, Lukas und Emma verlassen Lummerland und erleben viele Abenteuer: Durchsichtige Bäume, gestreifte Gebirge, Scheinriesen, eine Drachenstadt usw. Am Ende kann Jim nicht nur herausfinden, wer er eigentlich ist und woher er kommt, sondern er befreit zusammen mit Lukas auch die chinesische Prinzessin Li Si.
Eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt auch die Piratenbande „Wilde 13“, eigentlich nur zwölf Piraten, die zuerst als Bösewichte auftreten, am Ende aber Freunde Jims werden, der selbst ein Prinz ist und sein versunkenes Königreich wiederbekommt, als es statt der Behausung der Piraten, die gleichzeitig versinkt, aus den Fluten des Ozeans auftaucht. |
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Diesen Märchen-Roman verfasste Ende in Italien. Er selber äußerte brieflich gegenüber Werner Onken, dem Leiter der Freiwirtschaftlichen Bibliothek in Varel, der 1986 eine Interpretation von „Momo“ veröffentlichte, dass das Buch das heutige Geldsystem kritisiere und dass er als Autor der Ansicht sei, dass unsere ganze Kulturfrage nicht gelöst werden könne, ohne dass zuvor oder zugleich die Geldfrage gelöst werde. |
Inhalt:
In einer Phantasiewelt, die an unsere heutige Welt erinnert, versucht die Gesellschaft der grauen Herren, alle Menschen dazu zu bringen, für später Zeit zu sparen. In Wahrheit aber werden so die Menschen um ihre Zeit betrogen und vergessen, im Jetzt zu leben. Zeit kann man nicht wie Geld für später sparen.
Als die Welt schon fast ganz den grauen Herren gehört, handelt Meister Hora, der „Verwalter der Zeit“. Er hält die Zeit an, und die ganze Welt kommt zum Stillstand. Dann schickt er seine Schildkröte Kassiopeia zusammen mit dem kleinen, struppigen Mädchen Momo, das eine Stundenblume für eine Stunde Zeit bekommt, in die Schlacht gegen die grauen Herren. Momo siegt auf wunderbare Weise, und die Menschen bekommen alle Lebenszeit zurück, um die sie betrogen wurden. |
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3. Die unendliche Geschichte
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Das Buch „Die unendliche Geschichte“, das ich selber im Alter von 19 Jahren regelrecht verschlang, begründete Michael Endes Ruhm als Kultautor der Fantasy- Fans auf der ganzen Welt. Die Geschichte wurde zunächst 1984 von Wolfgang Petersen aufwendig verfilmt. Der Film aber fand nicht den Beifall des Autors. Dennoch wurde er ein Kassenschlager, wie auch die 1990 und 1994 in Hollywood produzierten Fortsetzungen. |
Inhalt:
Ein geheimnisvolles Buch fesselt Bastian Balthasar Bux, das Buch „Die unendliche Geschichte“. Die Abenteuer des Helden Atréju begeistern ihn, und dessen gefährlicher Auftrag, das Reich „Phantasien“ und seine Herrin, die Kindliche Kaiserin, zu retten, beeindruckt ihn sehr stark. Beim Lesen aber merkt Bastian, dass er nicht nur ein unbeteiligter Beobachter ist, und bald befindet er sich selbst in Phantasien. So beginnt sein größtes Abenteuer. Am Ende begreift er, dass es nicht seine Aufgabe ist, in Phantasien zu herrschen, sonder wieder herauszufinden. Am Schluss des Buches wird dann der Leser eingeladen, sich von Bastian ins Reich der Phantasie führen zu lassen und die Kraft seiner Phantasie zu nutzen, wie es Bastian selber bei seiner Reise erlernt. |
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Quellen:
A) Texte:
- Michael Ende , Beitrag von Heribert Däschlein, Microsoft Encarta Online-
Enzyklopädie 2008.
- Website „Michael Ende“, Thienemann- Verlag GmbH, Blumenstr. 36, 70182
Stuttgart.
- Homepage über Leben und Werk von Michael Ende, betrieben von AVA
international GmbH, Autoren- und Verlagsagentur, Seeblickstr. 46, 82211
Herrsching/ Breitbrunn.
- Wikipedia.de, „Michael Ende“. (An dieser Stelle befinden sich auch ein
umfangreiches Verzeichnis der Werke Michael Endes sowie Auflistungen seiner
Auszeichnungen und der Sekundärliteratur.)
B) Bilder:
- Thienemann- Verlag GmbH, Blumenstr. 36, 70182 Stuttgart,
Kontakt: info@thienemann.de
C) Foto:
- Copyright: Caio Gerrubba.
© Wolfgang Wiekert
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