
Wunderwelten

Franz-Rudolf Krass
Franz-Rudolf Krass wurde 1942 in Illingen/Saar geboren. Seit über 40 Jahren lebt der Autor im nordhessischen Burgwald. Da es ihn wegen geschäftlichen Angelegenheiten und freundschaftlicher Bande öfter nach Gießen zieht, lernte ich Franz-Rudolf Krass über einen gemeinsamen guten Bekannten kennen. Es handelt sich dabei um niemand anderen als Dieter Schormann, der für den Geisterspiegel im April den Leitartikel schrieb.
Während eines Gespräches auf der Leipziger Buchmesse, welches ich in meinem Messebericht erwähnte, kamen wir natürlich auf das literarische Schaffen des Autors zu sprechen.
Was mich faszinierte war die Tatsache, dass Franz-Rudolf Krass erst im Alter von 60 Jahren mit dem Schreiben begann. Der vierfache Opa erzählte seinen Enkelkindern unendlich viele Geschichten. Und irgendwann fing er an, diese Geschichten aufzuschreiben. Seitdem hat Franz-Rudolf Krass einen Lebensinhalt gefunden, der ihn begeistert und erfüllt.
Seinen Enkeln widmete der Autor dann auch sein erstes Buch:
Fred
Ein Brunnenfrosch, der auszog, den Ozean zu entdecken
Fred, der Frosch berichtet dem Mädchen Theresa die Geschichte seines Lebens. Das beginnt in einem Brunnen und wird zur Reise ans Ziel der Träume: einmal die Unendlichkeit des Ozeans zu schauen. Nach vielen Mühen und Gefahren endlich dort angekommen, erkennt er, dass grenzenlose Weite nicht nur schön und gewaltig ist. Fred fühlt sich beim Anblick schrankenloser Unermesslichkeit verloren und begreift, dass für ihn ein Leben ohne bewusste Begrenzung seiner selbst Einsamkeit bedeuten würde. Folgerichtig ändert Fred sein Lebensziel …
Freds Abenteuer erzählen von menschlichen Stärken und Schwächen, Siegen und Niederlagen und davon, dass Hoffnung und Mut die besten Begleiter auf allen unseren Wegen sind.
Das Buch schillert in vielen Facetten und lässt ein großes Spektrum unterschiedlicher Empfindungen und Gedanken zu. Es schwingt sich in die jeweilige Stimmung des Lesers ein und führt je nach Lebenssituation zu unterschiedlichen Erkenntnissen.
Auf diese Weise zwingt ein Brunnenfrosch ihn in einen Dialog über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und seines Lebens im Besonderen.
Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. So auch ich. Hätte ich nicht das Buch in die Hand gedrückt bekommen, ich schätze, ich hätte es bis heute nicht gelesen. Was mir dadurch entgangen wäre, weiß ich nun, nachdem ich Fred auf seinem Weg begleitet habe.
Der Titel lässt zunächst einmal auf ein Kinderbuch vermuten. Das ist auch gar nicht so falsch, doch ich glaube, dass ein erwachsener Leser die Lebensphilosophie viel besser durchschauen und viele Erkenntnisse für sich selbst darin entdecken kann. Der Autor bedient sich eines Erzählstils, der diese Reise zu einem äußerst spannenden Abenteuer werden lässt. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, da ich irgendwann dachte, dass nicht Theresa die Geschichte erzählt bekommt, sondern ich ganz allein. Auffallend dabei war, dass Fred seine Lebensgeschichte äußerst selbstkritisch darlegt, und man ihm deshalb seiner Reise fast Glauben schenken kann. Im übertragenen Sinn ist das natürlich auch so, doch philosophische Abhandlungen zum Thema Sinn des Lebens und Selbstfindung lesen sich lange nicht so unterhaltsam und nachhaltig.
Viele Leser begleitete „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery auf eben diesem Weg auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, wie dieses Zitat aus einer Rezension bei Amazon.de deutlich macht: „DER KLEINE PRINZ ist eine wunderbare Geschichte über eine kosmische Reise, die in Wirklichkeit in uns selbst führt.“ (Mark Steinmetz)
Freds Reise führt nun nicht durch den Kosmos, doch vielleicht gefällt mir seine Reise deshalb besser, weil ich sie nachvollziehen kann. Der Blick über den Brunnenrand, der Ausbruch aus dem wohlbehüteten, wohlgeordneten Leben innerhalb des Brunnens zeigen dem Leser, dass jeder Einzelne die Kraft und den Mut haben kann, seine Träume zu verwirklichen.
Die Illustratorin Elisabeth Sauber hat mit ihren zauberhaften Bildern der Geschichte von Fred einen stimmungsvollen Rahmen gegeben.
Das Buch ist erschienen im Verlag der Ferber‘schen Universitätsbuchhandlung Gießen mit der ISBN: 3-932917-51-0 und derzeit im Internet bei verschiedenen Anbietern antiquarisch erhältlich.
Leseprobe
Über das weiteres Schaffen des Autors kann man sich auf seiner Homepage
www.franz-rudolf-krass.de
informieren. Es liegt noch ein weiterer Roman mit dem Titel Bakkarat vor sowie viele Kurzgeschichten, von denen einige als PDF zum Downloaden auf erscheinen.
Auch wenn sich der Autor Franz-Rudolf Krass nicht auf ein Genre festlegen lässt, halte ich das Buch von Fred, dem Brunnenfrosch für überaus geeignet, es allen Liebhabern (nicht nur) der Fantasy-Literatur ans Herz zu legen.
Quelle: www.franz-rudolf-krass.de
© Anke Brandt
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