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Wunderwelten

Die Fantasy

1. Juni 2006

von Anke Brandt

Der Versuch, einer kurzen theoretischen Einleitung

Es gibt schon eine ganze Reihe von Definitionen und Erklärungen des Begriffes Fantasy, dass ich mich damit ganz kurz fassen kann und an dieser Stelle Michael Görden zitieren möchte:

„Fantasy ist eine besondere Form der anglo-amerikanischen phantastischen Literatur, die sich mit der Erfindung imaginärer Welten befasst, deren Menschen in einer magischen Zeit ohne Naturwissenschaft und Technik leben“ (aus „Das große Buch der Fantasy“, Bastei Lübbe 1982)

Marcel Feige`s Definition der Fantasy ist noch prägnanter: „Fantasy ist Phantasie.“

In diese beiden Aussagen passen inhaltlich so ziemlich alle Fantasy – Romane, aber es gibt unterdessen sehr ausführliche Definitionen des Begriffes. Um das Rad nicht zum 2., 3., oder x. mal erfinden zu müssen, empfehle ich zur weiteren Information folgende Internetadressen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fantasy
http://www.bibliotheka-phantastika.de/misc/fragwasistfant.htm

 

Im Dschungel der Fantasy

Der Zauber des „Harry Potter“ und die Verfilmung von „Herr der Ringe“ haben in den letzten Jahren für einen unheimlichen Aufschwung im Bereich Fantasy gesorgt. Behaupte ich hier mal ganz dreist, denn es sind die Erfahrungen, die ich täglich in meinem Beruf mache. Es gibt immer mehr und auch immer viel jüngere Leser, aber eben auch eine Unmenge an neuen Büchern jeden Monat.
Es wird immer schwieriger, sich auf dem Buchmarkt zurechtzufinden.
Fachkundige Beratung ist leider auch nicht überall zu finden. Und so greift man zu den Büchern, die halt überall zu haben sind. (Im Moment sind das eben Elfen, Zwerge, Trolle usw.) Das sind übrigens sehr gute Bücher und zu Recht überall präsent, aber es gibt eben noch viel mehr. Und über diese nicht so präsenten Titel und Autoren werde ich hier von Zeit zu Zeit schreiben.
Damit die in Zukunft vorgestellten Werke besser einzuordnen sind, werde ich nun doch noch mal theoretisch, und stelle die wichtigsten Subgenres der Fantasy mit Beispielen vor:

Subgenres der Fantasy

Klassische Fantasy

 Hier spielt die Geschichte in einer frei erfundenen Welt, es gibt eine Vielzahl von Lebewesen, Magie und die klassische Handlungsstruktur: der auserwählte Protagonist muss seine meist idyllische Heimat verlassen und durch Finden und Zerstören eines magischen Reliktes die Welt retten, weil diese durch einen Zauberer oder Dämon bedroht wird. Dabei werden ihm meist mehrere verschiedene Charaktere als Gefährten an die Seite gestellt, die wegen der Sache als Gruppe zusammenwachsen.

Beispiele:
J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe
Raymond Feist – Die Midkemia-Saga
Margret Weis/Tracy Hickman – Chronik der Drachenlanze
Terry Brooks – Shannara

 

Legendäre Fantasy

 oder historische Fantasy ist eigentlich ein historischer Roman, welcher aber übernatürliche Elemente enthält (z.B. Magie) und meist aus einer völlig neuen Perspektive erzählt wird.

Beispiele:
Marion Zimmer Bradley – Die Nebel von Avalon
Jörg Kastner – Die Nebelkinder
Mark Twain – Ein Yankee am Hofe des Königs Artus
Barry Hughart – Meister Li-Zyklus

 

Heroische Fantasy

Geschichten um einen Helden der wie in der klassischen Fantasy eine Aufgabe erfüllen muss.
Dabei spielt meist ein Schwert und Magie eine große Rolle.

Beispiele:
Michael Moorcook – Elric von Menibone
Robert E. Howard – Conan
David Gemmell – Drenai-Saga

 

Magische Fantasy 

Spielt meist in unserer Realität, aber es existiert meist Magie, als gehöre sie in unsere Welt hinein.

Beispiele:
Joanne Rowling – Harry Potter
Peter Freund – Laura und das Geheimnis von Aventerra
Philip Pullmann – Der goldene Kompass

 

Dark Fantasy

Wird stark beeinflusst durch Horror Elemente und spielt oft in unserer Realität

Beispiele:
Stephen King – Der dunkle Turm
Wolfgang Hohlbein – Die Rückkehr der Zauberer
Stephen King/ Peter Straub – Der Talisman

 

Humoristische Fantasy

Wie die Bezeichnung schon sagt, hier wird sehr humorvoll erzählt, und oft wird die Fantasy selbst parodiert.

Beispiele:
Terry Pratchett – Die Scheibenwelt-Romane
John Brosnan – Anderwelt
John Moore – Hauen und Stechen

 

Nun möchte ich allen Lesern noch einen Buchtipp zum „Neugierig werden“ geben:

Stefan Bauer (HRSG.)
Das Vermächtnis des Rings

Das Vermächtnis des Rings

Erschienen bei Bastei Lübbe, ISBN: 3-404-20421-2, Preis: 8,00 €

Das Buch hat nichts mit dem „Herrn der Ringe“ zu tun, das möchte ich gleich betonen, aber es enthält eine Vielzahl sehr schöner und zum Teil origineller Kurzgeschichten. Mich hat es auf einige Autoren sehr neugierig gemacht, auf andere weniger. Aber das ist der Vorteil einer Anthologie: Gefällts, möchte man mehr lesen, gefällts nicht, dann ist nach einigen Seiten Schluss.

 

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