
Wunderwelten

Der schönste Hobbit, den es jemals gab
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Auch wenn sich die Dreharbeiten verzögert haben, wartet Klett Cotta schon mit einer wunderschönen Neuauflage von Der Hobbit auf. Zur Leipziger Buchmesse präsentierte der Verlag die gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, Lesebändchen und einzigartigen Illustrationen von Alan Lee ganz im Stil der Ausgabe Die Kinder Hurins, welche im Jahr 2007 die Leser begeisterte.
Bei dieser Neuauflage hat sich der Verlag für die Übersetzung von Wolfgang Krege entschieden. Hinsichtlich der Verfilmung sicher eine gute Wahl, denn im Gegensatz zu seiner Übersetzung von Der Herr der Ringe, mit der sich Krege wenig Freunde unter den Fans gemacht hatte, ist ihm bei Der Hobbit das gelungen, was wohl auch für Der Herr der Ringe gedacht gewesen war: eine für das heutige Deutsch angepasste Sprache.
Die Übersetzung Kreges entfernt sich deutlich von der Niedlichkeit der Sprache in Der kleine Hobbit, welcher bisher ausschließlich als Kinder- und Jugendbuch erschienen ist. Schon 1998, als Der Hobbit ohne das „klein“ davor veröffentlicht wurde, hatte es die Optik eines Erwachsenenromans. Doch nun hat er das Aussehen eines Fantasyromans, den man erst einmal in die Hand nehmen und bestaunen muss.
Was sich bei aller Optik aber nicht verändert hat, ist die Geschichte. Und egal, ob man Kreges Übersetzung und die von Walter Scherf liest, der Hobbit weiß noch immer Jung und Alt zu begeistern. Nicht zuletzt wird er sich nach den großartigen Kinoerfolgen von Der Herr der Ringe eine weitere Leserschaft erobert haben.
Ohne große Ansprüche lebt Bilbo Beutlin im Auenland, bis er von dem Zauberer Gandalf und einer Horde Zwerge aus seiner Beschaulichkeit und seinem gemütlichen Alltag gerissen wird. Auf einmal findet er sich mitten in einem Abenteuer wieder, das ihn zu dem riesigen und gefährlichen Drachen Smaug führt, der einen kostbaren Schatz in seinen Besitz gebracht hat und eifersüchtig hütet ...
Bis Bilbo und die Zwerge den Hort des Drachen erreichen, müssen sie aber schon eine Menge Abenteuer bestehen. Sie geraten zunächst in die Gefangenschaft von Trollen, aus deren Fängen sie Gandalf befreien kann, indem er die Zeit so weit überstrapaziert, bis die ersten Sonnenstrahlen die Trolle in Stein verwandeln. Beim Plündern der Trollhöhle finden die Reisenden uralte Schwerter, von denen der Hobbit sich das Kleinste nimmt.
Ihr weiterer Weg führt sie nach Bruchtal, wo ihnen Elrond den Weg ins Nebelgebirge weist. Dort macht Bilbo Beutlin seinen schicksalhaften Fund, den einen Ring, und er lässt sich auf ein Rätselraten mit der arglistigen und abscheulichen Kreatur Gollum ein.
Über den Anduin führt der Weg weiter zum Düsterwald. Nach einer Rast bei dem Berserker Beorn betreten Zwerge und Hobbit den Wald. Ein giftiger Fluss, Riesenspinnen und Waldelben gefährden die weitere Reise, doch letztendlich schaffen sie den Weg nach Esgaroth und damit in die Nähe des Berges, in dem Smaug haust.
Die Handlung gipfelt nun in den Kampf gegen den Drachen und in die Gier der Zwerge und mündet in das fulminante Finale – die Schlacht der fünf Heere.
Letztendlich erhält Bilbo seinen Anteil vom Drachenschatz und mit der Rückkehr ins Auenland endet das große Abenteuer des kleinen Hobbit.
Ursprünglich hat Tolkien Bilbos Abenteuer als Gute-Nacht-Geschichte für seine Kinder geschrieben. Die ganze Handlung ist im Gegensatz zu Der Herr der Ringe auch viel geballter und märchenhafter, dennoch leitet er mit vielen kleinen Details den späteren Fortgang der Geschichte ein.
Diese Details sind es auch, die den Hobbit so liebenswert machen. Kein Wort, kein Gegenstand ist in dieser Geschichte verschwendet, alles hat einen Sinn. Ähnlich wie in Der Herr der Ringe baut sich die Spannung allmählich auf, denn Tolkien beginnt auch dieses Buch mit einem Fest, dessen weiterer Verlauf in ein spannendes und unterhaltsames Abenteuer mündet.
Die 26 Farbtafeln und 38 Schwarzweißzeichnungen von Alan Lee, der für seine Designs der Herr-der-Ringe-Filmtrilogie 2004 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, machen die Neuauflage des Hobbit auch zu einer visuellen Kostbarkeit.
Quelle: www.klett-cotta.de
© Anke Brandt
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