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Wunderwelten

David Gemmell

von Erik Schreiber

Bildquelle: www.gemmellmania.co.uk


David A. Gemmell wurde am 01.08.1948 in London, Großbritannien, geboren. Er wuchs als Sohn einer alleinerziehenden Mutter im Westen der britischen Hauptstadt auf. Als sechzehnjähriger zog er an der Schule ein Spielersyndikat auf, was ihm einen Verweis von der Faraday Comprehensive School einbrachte.
Ohne Abschluss verdingte er sich in den verschiedensten Berufen. Er arbeitete bis 1965 als ungelernter Arbeiter in der britischen Pepsi Cola Fabrik. Er war der Gehilfe eines Auslieferungsfahrers, Bauarbeiter und Türsteher. Mit seiner Größe von 190 cm, 100 Kilogramm Gewicht und seinen Boxkenntnissen war er dafür geradezu geschaffen.
Seine Mutter erkannte sein schriftstellerisches Talent und brachte ihn dazu, sich als Journalist zu bewerben. Gegen eine Vielzahl von Bewerbern konnte er sich schließlich durchsetzen. Sein Talent, mit der Sprache umzugehen, manch einmal damit zu spielen, gestattete ihm eine Ausbildung als Journalist zu beginnen. David A. Gemmell besuchte das Harlow College und arbeitete von 1966 bis 1972 zunächst bei der Westminster Press. Als freier Journalist arbeitete er für den Daily Express, den London Daily Mail und den Daily Mirror, um nur einige zu nennen. Nach und nach stieg er die Karriereleiter hinauf, bis er zum Chefredakteur einer Gruppe von Regionalzeitungen aufstieg.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigte er sich stark mit Fantasy-Literatur. Vor allem Robert E. Howard und sein Landsmann Michael Moorcock beeinflussten ihn nachhaltig. 1976 schrieb er die Kurzgeschichte THE SIEGE OF DROS DELNOCH. Diese Kurzgeschichte findet sich schließlich in Legend wieder. Dies geschah unter dem Eindruck einer Krebserkrankung.

1984, im Alter von 36 Jahren, veröffentlichte er seinen ersten Roman in der Inselrepublik unter dem Titel LEGEND, zu deutsch DIE LEGENDE. Dies war der erste Roman seines DRENAI-Zyklus. Die Drenai sind ein Fantasyvolk, das immer wieder von äußeren Feinden bedroht und angegriffen wird. In seinem ersten Band sind die Horden der Nadir auf dem besten Weg, das Reich vollständig zu erobern. Hilfe für das Reich und die schier uneinnehmbare Festung Dros Delnoch kann nur ein Mann bringen: Der Krieger Druss, der von allen Totgeglaubte, nur als ‚Die Legende’ bekannt.

David Gemmell veröffentlichte 1985 den zweiten Teil seines zentralen Werkes, DER SCHATTENPRINZ. Der zweite Roman spielt etwa einhundert Jahre nach LEGENDE. Priester, die die Finsternis heraufbeschwören können, Krieger mit widernatürlichen Fähigkeiten und ein wahnsinniger Kaiser wollen Drenai erobern. Diesen dunklen Plänen stellt sich der Schattenprinz entgegen. Der Schattenprinz selbst hat als Nadir auch noch gegen Widerstand im eigenen Land zu kämpfen. War es doch sein Volk, dass vor einhundert Jahren Drenai erobern wollte.
1986 erschien der dritte Band der Reihe mit dem Titel WAYLANDER. Waylander ist ein flüchtender Krieger. Flucht vor sich und seinem Versagen, Flucht vor Freund und Feind. Ebenfalls eine zentrale Position nimmt eine Gruppe von Priestern ein, die ihre Kräfte aktiv gegen den Feind stellen wollen.
1990 folgte DER BRONZEFÜRST und 1993 IM REICH DES WOLFES, die Fortsetzung von WAYLANDER. Mit DRUSS - DIE LEGENDE folgte als Band sechs ein Episodenroman, der vier Erzählungen durch eine Rahmenhandlung zusammen hielt.
Mit der DRENAI-SAGA erlangte er Weltruhm. Erst im Jahr darauf, 1986, ließ er seinen Journalistenjob links liegen und wurde freier Schriftsteller. David Gemmells Romane werden von der Kritik ab und zu mal in die Richtung Hauen und Stechen abgetan. Beeinflusst durch Robert E. Howard und Lin Carter sind seine Erzählungen der Untergattung ‚Schwert und Zauberei’ zuzuordnen. Durch den Einfluss von Michael Moorcock nimmt diese Gattung aber eher eine Wendung zur ‚Heldenhaften Fantasy’. So verwundert es niemanden, wenn seine Helden, Druss oder Waylander, ohne Intrigen auskommen. Sie handeln in der Regel direkt und unnachgiebig, ohne Rücksicht auf Verluste bei sich selbst. Ihre Kraft ziehen seine Helden aus der ‚Quelle’. Diese nicht näher beschriebene ‚Quelle’, die sich durch alle seine Werke zieht, ist eine Urkraft. Die Lebensquelle ist der Ort, aus der das Gute und deren Handlungsgehilfen, ihre Kräfte beziehen. Damit werden leider viele Romane ein wenig vorhersehbar, denn diese ‚Quelle’ scheint nie zu versiegen und somit wird das Böse an sich immer besiegbar sein.
Die Romane sind für sich immer abgeschlossen, in sich gesehen ein Einzelwerk. Andererseits verknüpft er seine Personen und Orte miteinander. Daraus ergibt sich der immerwiederkehrende ‚Aha-Effekt’, den viele seiner Leser mögen. Seine Sprache war immer klar, einfach und eindeutig. In seinen Romanen stand mehr die Handlung im Vordergrund, denn eine Beschreibung der Welt. Das gleiche gilt wohl auch für seine Erzählung. Liebe, Abenteuer, Ehre und Mut und zuletzt auch Hoffnung verbargen sich in seinen Erzählungen. Auch seine Handlungsträger kamen bei den Leserinnen und Lesern gut an. Sie waren nie eindeutig Gut oder Böse. Es war eher ihr Verhalten, dass sie sympathisch oder unsympathisch erschienen ließen. Auf der einen Seite edel, selbstlos, auf der anderen Seite selbstsüchtig und gemein. Letztlich siegte aber immer das Gute (im Menschen).
Will man den erhobenen Zeigefinger eines Unterhaltungsschriftstellers ansehen, dann den, dass es sich nicht lohnt, immer nur an sich selbst zu denken. Ein Miteinander ist immer besser als ein Gegeneinander.

1987 entwickelte David A. Gemmell eine neue Serie. Das verbindende Element hier bildeten die Sipstrassi-Steine, nach denen auch der Zyklus benannt wurde. Die Sipstrassi-Steine verleihen ihren Besitzern Macht über die Zeit und über die Welt. Eine zweite Klammer sind die Rolynd genannten Menschen, die von Atlantis stammen, das wiederum in einer atomaren Katastrophe unterging. Eine immer wieder kehrende Person in diesem Zyklus ist der amerikanische Cowboy Jon Shannow. Jon entstammt einer Gesellschaft, die sich dreihundert Jahre nach der Katastrophe entwickelte. Leider beging Herr Gemmell in meinen Augen einen großen Fehler, als er mit dem zweiten und dritten Band der Reihe die Sage um König Arthus neu erzählte. Erst in Band vier ist Jon Shannow wieder dabei, das Geheimnis um Atlantis zu klären.

Eine Art historischen Zweiteiler schuf Herr Gemmell mit DER LÖWE VON MACEDONIEN und DER DUNKLE PRINZ. Die beiden Bücher mit Alexander dem Grossen als Grundlage erschienen 1990 und 1991 kurz hintereinander. Hier schafft er es gekonnt, die Geschichte um den Eroberer mit reiner Fantasy zu kombinieren. Er veröffentlichte ausschließlich Fantasy, bis auf einen Ausflug in den Bereich der Thriller. Unter dem Pseudonym Ross Starding erschien der Roman WHITE KNIGHT, BLACK SWAN. Der Roman erschien bisher nicht in Deutschland. Er wollte seine Fantasy-Fans nicht enttäuschen, deshalb wählte er auch den Namen Ross Starding. Wider erwarten verkaufte sich der Roman, der in der Londoner Unterwelt des 20ten Jahrhunderts spielt, sehr schlecht.
Am 28.07.2006, kurz vor seinem 58sten Geburtstag starb er an den Folgen der zwei Wochen zuvor erfolgten Bypass-Operation. Er lebte zuletzt in Hastings, East-Sussex, Großbritannien und hinterlässt Frau Valerie, sowie einen Sohn und eine Tochter.

Quellen:
Archiv Andromeda
Bastei Lübbe Verlag

Die Falkenkönigin, 1. Band:
EISENHANDS TOCHTER

David Gemmell

Originaltitel: ironhands daughter,
Übersetzt:
Irmhild Seeland
Titelbild: Saris R. Morrill
Bastei Lübbe TB 20441, 476 Seiten, 7,90 €

Die Welt der Hochlandclans hat sich verändert. Sehr zu ihrem Nachteil. Seit die kriegerischen Stämme der Highlander ihre Unabhängigkeit in der Schlacht von Colden Moor verloren, leiden sie unter der grausamen Knechtschaft der Fremdländer. Diese Fremdländer haben sich in ihrem Land eingenistet, allen voran der grausame und ehrgeizige Baron Guttason. Er ist es, der einen neuen Krieg gegen die bereits besiegten Highlander anzetteln will. Als Gewinner eines Krieges will er zurück zum Hof des Königs, um vielleicht dessen Macht, Amt und Thron zu übernehmen. Aber er nimmt sich zu viel vor. Doch gerade die Knechtschaft ist es, die Legenden gebiert. So soll ein Führer kommen und die Krieger der Clans gegen die Unterdrücker anführen. Dieser Führer wird die Fremdländer vertreiben und das Land der Highlander wieder zum alten Glanz führen.
Um so größer ist das Erstaunen, bei Fremdländern wie bei Highlandern, als sich herausstellt, der vorhergesagte Führer ist eine Frau. Sigarni ist von königlichem Blute. Sie, die als Waisenkind aufwuchs und im stillen Wald lebte, ist Eisenhands Tochter. Im Walde lebend nahm sie, was sie wollte und benötigte, Kräuter, Wild und Männer. Teilweise verschrien als Hure lebte sie mit ihrem Falken und ihrer Hündin in der Nähe eines Wasserfalles im Wald. Zugleich ist sie Geliebte von Fell und von Asmidir, der Bauernsohn Bernt liebt sie, und als sie zu seiner letzten Verabredung nicht kommt, erhängt er sich. Den Zwerg Ballistar hat sie sehr gern und er begehrt sie. Doch daraus erwächst in ihr keine Liebe. Der alte Gwalchmais war ihr Ziehvater, nachdem ihre anderen Eltern von Dämonen getötet wurden. Doch auch diese Eltern waren nicht die echten, denn sie war die Tochter des letzten Königs der Highlander.
Dann ist das der Mann Asmidir, er kommt aus den fernen Ländern, die die Fremdländer besiegten und Asmidir hofft darauf, Rache üben zu können. Auch er hofft auf den Führer und sucht überall nach einem Mann. Sein Erstaunen ist groß, als der angekündigte Führer niemand anders als Sigarni ist. Ihr zur Seite treu ergeben steht Fell, der Hauptmann der Waldhüter und ein ehemaliger Geliebter. Und da ist Obrin, der mit dem Baron kam, aus einem Land das ebenfalls unterjocht wurde. Obrin schließt sich Sigarni und ihren Leuten an.

Dem Baron wird bald alles vergehen. Vor allem sein Leben....
Ein wirklich sehr schönes, abwechslungsreiches Buch. Die Fantasyerzählung von David Gemmell ist ganz in der Tradition seines bekannteren achtbändigen Zyklus "Die Drenai-Saga" gehalten. Er beschreibt äußerst faszinierend und gefühlsbetont. Die Charaktere könnten jederzeit auf der Strasse auftauchen und unter uns leben, so wirklichkeitsgetreu und schonungslos offen wurden sie gestaltet. Allerdings ist die Angabe 1. Auflage Juni 2002 etwas irreführend. Das Buch erschien bereits als gebundene Ausgabe. Sehr empfehlenswert.

DER RIGANTE ZYKLUS, 1. Band:
DIE STEINERNE ARMEE

David Gemmell

Originaltitel: sword in the storm (1998),
Übersetzt: Irmhild Seeland
Titelbild: Luis Royo
Bastei Lübbe Verlag 20506, 522 Seiten, 8,90 €

Das Volk der Keltoi ist ein Bauern- und Hirtenvolk. Es geht ihrer Arbeit auf den Feldern nach oder bewacht die Herden. Das Volk der Keltoi geht aber auch gern mal bei den Nachbarn einkaufen und borgt sich mal eben eine Viehherde aus, ohne zu bezahlen. Dass damit ein Krieg vom Zaun gebrochen wird (im wahrsten Sinn des Wortes), ist natürlich klar. Aber das Volk der Keltoi ist ein ehrenwertes Volk. Man kämpft noch Mann gegen Mann und auch nur so lange, bis die Ernte eingefahren werden muss. Die Keltoi sind aber auch ein vom Aussterben bedrohtes Volk. Denn das Volk von Stone erobert alles, was in seinen Herrschaftsbereich hineinpassen könnte. Und entweder werden die Gegner von Stone vernichtet oder in das Herrschaftssystem eingegliedert. So oder so, das Volk verliert. Wie dem auch sei, die Keltoi (oder auch Kelten) müssen sich gegen Stone (oder auch Römer) durchsetzen. Die gefährlichen Fußsoldaten kämpfen mit großen Schilden und in der gebildeten Phalanx als Kampfeinheit, sind sie so gut wie unbesiegbar.
Aber da gibt es ja den heldenhaften Handlungsträger, den sturmgeborenen Connavar. Er ist der Stiefsohn vom ersten Schwertkämpfer der Riganten, einer Gruppe der Keltoi, Ruathain. Sein eigentlicher Vater starb kurz nach Connavars Geburt auf dem Schlachtfeld, allerdings auf der Flucht. Das ist natürlich nicht sehr ehrenhaft und Connavar hofft inständig, dass er diesen Fluchtinstinkt seines Vaters nicht geerbt hat. Trotzdem, dass sein Stiefvater ihn immer wieder für einen mutigen jungen Mann hält, die Angst ist immer mit Connavar. Connavar wächst als grundehrlicher Sohn auf, der von Vater und Mutter geliebt und geachtet wird. Auch wenn manches mal sein Temperament ein wenig mit ihm durchgeht. Bei den Riganten lebt auch ein Händler aus Stone. Banouin heißt er und bringt Connavar das Kämpfen der Stoner bei, während sein Stiefvater ihm das Kämpfen der Riganten beibringt. Damit hat er beiden Völkern eines voraus. Er kennt die Stärken und die Schwächen beider. Connavar ist begabt und von schneller Auffassung. Zudem ist er der Liebling der magisch begabten Seidh (der Siddhe, Elfen). Diese lernte er kennen, als er einen kleinen, aber unerlaubten Ausflug in die nächtlichen Wälder unternahm.
Sein Freund ist der verkrüppelte Riamfada. Mit ihm geht er durch dick und dünn. Als eines Tages Riamfada von einem Bären angegriffen wird, steht er dem Freund bei und hätte fast sein Leben für ihn gelassen. Die örtliche Hexe Vorna rettet ihm mit Hilfe von Magie und Kräutern das Leben. Aber auch vor der bösen Seidh Morrigu, die als böse und gefährlich bekannt ist. Sie will Connavar, weil er als Sturmgeborener derjenige ist, der eine Prophezeiung erfüllen könnte. Mit Connavar hat sie große Pläne, die er jedoch nicht teilt. Als Held, der nur mit einem Messer gegen einen Bären antritt, macht er sich mit Banouin auf dem Weg zu Länder - Menschen - Abenteuer. Als er später mit Gold und Pferden heimkommt, muss er sein Volk aber auch gleichzeitig auf die Invasion der Stoner vorbereiten.

DER RIGANTE ZYKLUS, 2. Band:
DIE NACHT DES FALKEN

David Gemmell

Originaltitel: midnight falcon (1999),
Übersetzt: Irmhild Seeland
Titelbild: Geoff Taylor
Bastei Lübbe Verlag 20524, 648 Seiten, 8,90 €

Bane ist der Bastardsohn von Connavar, der gleichzeitig auch nicht der Stolz des Herrn Papa darstellt. Wegen verschiedener Verbrechen bezichtigt, soll ihn der alte Jäger Parax fangen. Der Freund von Connavar hat es nicht einfach mit Bane. Um dem Vater weiteren Ärger zu ersparen zieht er in das Land der Stoner in Begleitung des alten Banouin, wie ehedem sein Vater. Bane will Bürger von Stone werden und dort studieren, Wissen anhäufen. Banes Mutter, die Hexe Vorna hat ihm angeblich ihre magischen Kräfte vererbt, wovon bislang nichts zu sehen ist.
Unterwegs nach Stone retten die beiden Reisenden einen alten, verstoßenen General und dessen hübsche Tochter, eine Priesterin des Baumes (man könnte auch die Fische der Christen nehmen). Bane verliebt sich in die Frau, die aber von einem der Krieger von Stone abgestochen wird. Voltan, so heißt der Mann, beherrscht nun seine Gedanken, denn er ist auf Rache aus. Um den Mann aber zu bekriegen, muss Bane selbst ein Gladiator werden.

DER RIGANTE ZYKLUS, 3. Band:
RABENHERZ

David Gemmell

Originaltitel: ravenheart (2001),
Übersetzt: Irmhild Seeland
Titelbild: ?
Bastei Lübbe Verlag 28334, 648 Seiten, 8,90 €

Achthundert Jahre gingen ins Land, seit Connavar und Bane die angreifenden Armeen der Stoner aufhielten und besiegten. Die Riganten leben unter der Herrschaft der Varlish, die aus dem ehemaligen siegreichen Connavar einen angeblichen varlishen Prinzen namens Con of the Vars gemacht. Die Riganten verloren unter den Varlish (oder Engländer), was sie den Stoner todesmutig abgetrotzt hatten. Auch der Baumkult mit ihren rotgewandeten Priesterinnen ist auf dem Vormarsch. Das Druidentum der Riganten (oder Schotten) verliert an Zulauf und Gläubigen. Die Varlish verändern die ruhmreiche Geschichte der Riganten, herrschen über die minderwertigen Menschen und die Seidh sind nicht mehr die magischen Naturwesen der Riganten. In dieser Zeit fehlt den Riganten ihr großer Nationalheld, der sie von den Unterdrückern befreien könnte. Lanovar, ein Nachfahre Connavars, wird auf Burg Eldacre verraten und verkauft. Na ja, eher ermordet von Moidart, dem Landlord. Irgendwie muss man die eigene Frau vor dem minderwertigen Menschen schützen. Trotzdem ist Rayena schwanger und nur sie könnte sagen, von wem. Lanovar stirbt, ohne das Kind Rayenas gesehen zu haben. Seinem zweiten Sohn Kaelin gibt er den Seelennamen Rabenherz. Dieser ist ein reinrassiger Rigant.
Moidart lässt unterdessen die Riganten überfallen in der Hoffnung, neben Lanovar auch dessen Familie zu töten. Wie durch ein Wunder wird Kaelin jedoch gerettet. Gleichzeitig inszeniert Moidart ein Attentat auf seine Frau, die dabei planmäßig stirbt. Nur sein Sohn Gaise darf leben. Auf diese Art und Weise wird er aber nie erfahren, wer der leibliche Vater ist. Der Moidart ist nicht nur grausam zu seinem allein aufwachsenden Sohn, sondern vor allem zu den Riganten. Kaelin und Jaim Grymauch müssen bald das Land verlassen. Kaelin tötete die Soldaten, die seine Freundin vergewaltigten und Jaim wurde Sieger im Boxen gegen den varlischen Champion.

David Gemmell schuf mit seinem RIGANTE-ZYKLUS die klassischen Konfliktsituationen, greift immer wieder auf das Vater-Sohn Verhältnis zurück, um den Leser mit überraschenden Wendungen zu verblüffen. Gleichzeitig erleben wir mit den Rigante ein Volk, dass ständig um seine Selbstbestimmung kämpfen muss. Dabei ist der Unterschied zwischen den Besatzern nicht sehr groß, eigentlich nur der Name. Denn eine Gewaltherrschaft ändert nichts an der Herrschaftsform. Neben den eigentlichen Hauptfiguren wie Connavar, Bane, Kaelin und so weiter fesselt Herr Gemmell mit Nebenfiguren. Diese sind nicht weniger wichtig, und nicht weniger gut beschrieben, wie die Hauptfiguren. Ihr Rand-Dasein besteht eigentlich nur darin, nicht so häufig aufzutreten. Herr Gemmell bietet viel Spannung an. Der Zeitsprung ist ebenso wie der kulturelle Hintergrund äußerst faszinierend (Danke Mr. Spock, sie haben mir sehr geholfen). Die Personen haben ihren eigenen Charme, leben von und mit der Beschreibung. Die Welt wird greifbar, miterlebbar und der Schriftsteller damit ein Mann, der überzeugend Welten erschafft. Zumindest aber bestehende Welten überzeugend verändert. Ein überzeugender Zyklus.

Veröffentlichungen:

Bastei Lübbe Verlag
20296 Des dunklen Ritters Heldenlied
20497 Im Zeichen des dunklen Mondes

Die Drenai-Saga
20307 Die Legende
20320 Der Schattenprinz
20332 Waylander
20347 Der Bronzefürst
20359 Im Reich des Wolfes
20372 Druss - Die Legende
20414 Die Augen von Alchazzar
20426 Winterkrieger
20534 Der weiße Wolf

Die Parmenion-Saga
20270 Der Löwe von Macedonien
20292 Der dunkle Prinz

Die Steine der Macht
20384 König der Geister
20402 Das letzte Schwert

Die Falkenkönigin
20441 Eisenhands Tochter
20457 Die Keltenkriege

Der Rigante Zyklus - Neuauflage
20506 Die steinerne Armee
20524 Die Nacht des Falken
20575 Rabenherz
20545 Sturmreiter

Bibliothek der phantastischen Literatur
28212 Der Löwe von Macedonien
28213 Der dunkle Prinz
28218 Die Legende
28221 Der Schattenprinz
28329 Im Zeichen des dunklen Mondes

Die Falkenkönigin (Zweiteiler)
28321 Eisenhands Tochter
28324 Die Keltenkriege

Der Rigante Zyklus
28331 Die steinerne Armee
28337 Die Nacht des Falken
28344 Rabenherz

28332 Waylander der Graue

angekündigt durch Leo Ruggero von Bastei Lübbe
Januar 2007: Waylander der Graue (Drenai)
August 2007: Rabenherz (Rigante)

Wilhelm Heyne Verlag
53195 Der silberne Bogen

Wilhelm Goldmann Verlag
42365 Ritter des dunklen Rufes
Nachdruck aus dem Laurin Verlag

Laurin Verlag
Ritter des dunklen Rufes

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit der deutschen Veröffentlichungen)

Quellen:
www.heyne.de
www.luebbe.de


Dieser Beitrag basiert auf dem Phantastischen Autorenbrief Nr. 405 vom August 2006.
Herausgeber: Erik Schreiber (erikschreiber (at) gmx.de)
Für den bearbeitet von Anke Brandt.

Nachruf David Gemell siehe HIER

 

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