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Wunderwelten

Cornelia Funke
„Wortfinderin und Weltenerfinderin“

Cornelia Funke

Sie wolle die Leser ihrer Werke nicht erziehen, sagt Cornelia Funke im Künstlerporträt der ARD über ihre Person vom Juli 2008.
Wer dies als Autor von sich behaupte, halte sich grundsätzlich für klüger als seine Leser und sei deshalb überheblich. Ihre Aufgabe als Autorin sei es stattdessen, Worte zu finden, die der Leser für das, was er fühle, manchmal nicht finde. Sie sei also eine „Wortfinderin“.

Die heute 49jährige Frau, die solches von sich selber sagt, hat sich als „Wortfinderin“ von der einfachen Erzieherin aus einer Kleinstadt in Westfalen bis nach Beverly Hills in die Heimat der Schönen und Reichen geschrieben, so dass ihre eigene Geschichte wie ein Märchen bzw. eine phantastische Geschichte anmutet.

Sie arbeitete zunächst - nach ihrem Diplom im Fach Pädagogik - drei Jahre als Erzieherin in Hamburg, studierte parallel dazu Buchillustration an der dortigen Fachhochschule für Gestaltung und illustrierte danach mit einigem Erfolg Kinderbücher. Schließlich griff sie selbst zur Feder, da ihr die Geschichten, die sie illustrieren sollte, oft nicht gefielen.

Nach den Anfängen in den 80er Jahren begann sie in den 90ern mit der mittlerweile erfolgreichsten deutschen Mädchenbuchserie „Die wilden Hühner“, die sich gut multimedial vermarkten ließen und u.a. auch verfilmt wurden. Obwohl sie selber nicht so viele Fortsetzungen schreiben wollte, wie dann doch entstanden, überredeten sie ihre jungen Fans zu immer weiteren Geschichten.

Der internationale Durchbruch kam schließlich mit dem Kinderkriminalroman „Herr der Diebe“, der im Jahr 2000 erschien und 2006 von Richard Claus verfilmt wurde.

In den Jahren 2003 bis 2007 erschien dann die „Tintenwelt- Trilogie“, d.h. die drei Romane „Tintenherz“ (2003), „Tintenblut“ (2005) und „Tintentod“ (2007). Mit dieser Trilogie schrieb sie sich in die Reihen der erfolgreichsten Fantasy- Autoren um J.R.R. Tolkien, J.K. Rowling und C.S. Lewis und schuf wie diese eine eigene Fantasy- Welt um ihre Helden, in welcher sich deren Abenteuer abspielen.

Heute ist Cornelia Funke ein Weltstar. Ihre bisher etwa 50 Werke erreichen bis dato eine Auflage von 10 Millionen Exemplaren und sind in über 30 Sprachen übersetzt. Sie bekam eine Reihe von wichtigen Auszeichnungen und Preisen, u.a. 2008 den „Bambi“ in der Kategorie „Kultur“ und das Bundesverdienstkreuz am Bande, und ihre Bücher wurden und werden nicht nur von deutschen, sondern auch von Hollywood- Regisseuren verfilmt und weltweit gezeigt.

Das Leben der Cornelia Funke:

Cornelia Funke kam am 10. Dezember 1958 in der Kleinstadt Dorsten in Nordrhein-Westfalen zur Welt. Sie hatte nach eigenen Angaben eine glückliche Kindheit.

Als sie in das Gymnasium St. Ursula in Dorsten eingeschult wurde, bescheinigte ihre Grundschule ihr in einem Gutachten überdurchschnittliche Begabung. Sie hatte Spaß an Deutsch, Englisch und Geschichte. Sie war zwar keine überragende Schülerin, bekam aber ohne große Mühe das Abitur.

Nach dem Abitur studierte sie in Hamburg Pädagogik und schloss diese Ausbildung 1982 mit dem Diplom ab. Anschließend arbeitete sie drei Jahre als Erzieherin auf einem Bauspielplatz in Hamburg und studierte parallel dazu Buchillustration an der dortigen FH für Gestaltung.

Nachdem sie einige Zeit recht erfolgreich als Illustratorin gearbeitet hatte, begann sie damit, selber Bücher zu schreiben. Für ihr erstes Buch interessierten sich sofort vier Verlage.

Zunächst wohnten sie, ihr Mann Rolf, der ihre Jugendliebe war und ihre zwei gemeinsamen Kinder, Anna und Ben, im Norden Hamburgs. 2005 aber zog die Familie nach Los Angeles. Kurz nachher, am 5. März 2006, starb Rolf Funke nach 26 Jahren, in denen er und seine Frau Tag und Nacht zusammen gewesen waren, im Alter von 58 Jahren an Krebs. Er war zu Hause geblieben, während seine Frau geschrieben hatte, obwohl er selbst ein Architekturstudium abgeschlossen hatte und als Architekt hätte arbeiten können, weil er es wichtig gefunden hatte, die Kinder täglich zu erleben.

Die Familie blieb nach dem Tod des Vaters in Los Angeles und lebt dort mit Hündin Luna in einer großen Villa, welche früher Faye Dunaway gehörte.

Mittlerweile leitet Cornelia Funke ein mittelständisches Familienunternehmen, in welchem u.a. ihre Schwester und ihr Cousin mitarbeiten und das sich mit der Vermarktung ihrer Geschichten beschäftigt und plant weitere Werke im Zusammenspiel mit Hollywood, wo sie sich bereits als Co- Produzentin der Verfilmung ihrer Bücher etabliert hat.

Ausgewählte Werke:

1. Herr der Diebe

Der Autorin gelang mit dieser Geschichte der internationale Durchbruch. Zudem erhielt sie dafür diverse Ehrungen wie u.a. die Kalbacher Klapperschlange (2001), den Preis der Jury der jungen Leser (2001) und den Evangelischen Buchpreis (2002). Das Buch wurde 2005 verfilmt und kam 2006 in die Kinos.

Inhalt:
Die Geschwister Bo und Prosper flüchten nach dem Tod der Mutter vor Tante und Onkel nach Venedig, da diese zwar Bo bei sich aufnehmen, Prosper aber in ein Internat schicken, die Brüder also trennen wollen. Ein Privatdetektiv namens Victor Getz soll Bo suchen und zur Tante, Esther Hartlieb, zurückbringen.
Bo und Prosper schließen sich einer kleinen Bande junger Diebe an, die von Scipio, dem „Herrn der Diebe“, angeführt wird. Dieser, ein Sohn eines reichen Venezianers, stiehlt Sachen aus seinem Elternhaus und gibt sie seiner Bande als „Diebesgut“. Die anderen, Wespe, Mosca und Riccio, denken deshalb, er sei ein Meisterdieb. Die Sachen werden dann an den Hehler Barbarossa verkauft. Durch diesen erhält Scipio den Auftrag, einen hölzernen Flügel für den „Conte“, einen Mann, der seinen richtigen Namen nicht preisgeben will, zu stehlen.
Auf der Suche nach den beiden Brüdern kommt Victor Getz auch in das Haus von Scipios Vater und sieht dabei, dass Scipio dessen Sohn ist. Er teilt das den anderen jungen Dieben mit, die ihn gefangen nehmen. Sie glauben Victor zunächst nicht, werden aber, als bewiesen ist, dass er der Sohn des reichen Dottor Massimo ist, wütend auf ihn und beschließen, den Flügel allein zu stehlen.
Victor, der sich mit den Kindern angefreundet hat, kann aus seinem Gefängnis fliehen. Er lügt die Tante der Brüder an und sagt, er habe die Jungen nicht gefunden. Diese aber glaubt ihm nicht und nimmt die Sache selbst in die Hand.
Während die Kinder den Flügel stehlen wollen, machen sie solchen Lärm, dass Ida Spavento, die Besitzerin des Flügels, auf sie aufmerksam wird. Sie erzählt ihnen, dass der Flügel zu einem Löwen gehört, der auf einem Karussell steht, auf dem sich fünf Holzfiguren befinden. Es dreht sich nur dann, wenn es vollständig ist. Jeder, der auf diesem Karussell mitfährt, wird jünger bzw. älter.
Die Kinder verbünden sich mit Ida und wollen das Karussell finden. Sie wollen nach der Übergabe des Flügels den Conte verfolgen, um zu sehen, wo das Karussell steht. Der Conte bringt den Flügel zur Insel Segretta. Da sich dort scharfe Wachhunde befinden und auf sie geschossen wird, fliehen die Verfolger des Conte.
Als sie zurückkehren, sind Bo und Wespe fort. Bo ist bei seiner Tante und Wespe ist im Waisenhaus. Als Bo sich bei der Tante aber unanständig aufführt, lässt sie sich davon überzeugen, dass er nicht das Engelchen ist, für das sie ihn gehalten hat.
Einige Nächte später fahren Scipio und Prosper noch einmal zur Insel Segretta. Dabei werden sie von Barbarossa verfolgt. Aber Scipio erreicht das Karussell, reitet darauf und wird zum Erwachsenen. Als Barbarossa kurze Zeit ebenfalls darauf reitet, springt er zu spät ab und wird zum fünfjährigen Jungen. Beim Absteigen bricht er einen Flügel des Löwen ab, welcher zersplittert, so dass das Karussell fortan unbrauchbar ist.
Unterdessen läuft Bo von seiner Tante fort. Sie ist nun nicht mehr bereit, ihn wieder aufzunehmen. Sie bekommt stattdessen den nun „kleinen und süßen“ Barbarossa. Da aber auch er sich schlimm benimmt, kommt er ins Internat. Dort nennt er sich „Herr der Diebe“.
Prosper, Bo und Wespe bleiben bei Ida, der sie vertrauen können. Mosca sucht Arbeit, und Riccio stiehlt weiter. Scipio aber geht bei Victor als Detektiv in die Lehre.

2. Die Tintenwelt- Trilogie

a) Tintenherz

Dieses Buch wurde u.a. mit dem Phantastik- Preis der Stadt Wetzlar (2004) und der Kalbacher Klapperschlange (2004) ausgezeichnet. Zudem wurde es kürzlich verfilmt und kommt am 11.12.2008 in die Kinos.

Inhalt:
In einer stürmischen Nacht taucht bei Meggie und ihrem Vater, dem Buchbinder Mo, ein Mann namens Staubfinger auf. Er warnt die beiden vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reisen sie zu Tante Elinor. Diese hat die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Dort versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht, ein Buch, das er vor vielen Jahren zuletzt gelesen hat. Damals hat er aus dem Buch „Tintenherz“ seiner Frau Resa mit seiner begnadeten Stimme vorgelesen. Dabei wurden der Verbrecher Capricorn und weitere Figuren aus dem Buch in die reale Welt gelesen, wofür im Austausch Resa für lange Jahre in der mittelalterlichen „Tintenwelt“ verschwand.
Capricorn und seine Gesellen wollen nun das Buch in die Hand bekommen. Sie gelangen schließlich in den Besitz des Buches...
Am Ende wendet sich das Blatt, und Capricorn und seine Gesellen werden vernichtet. Resa gelingt es nach langen Jahren der Unterdrückung durch Capricorn – allerdings stumm – zu Mo und Meggie zurückzukehren. Sie erzählt Meggie, die die Gabe des Herauslesens von ihrem Vater geerbt hat, in der Zeichensprache, wie es in der Tintenwelt ist.

b) Tintenblut

Inhalt:
Feuerspucker Staubfinger lässt sich aus Sehnsucht von Orpheus in die Tintenwelt lesen. Dabei bleibt durch eine Manipulation Staubfingers Lehrling Farid zurück. Er fällt dem bösen Basta in die Hand, kann aber entfliehen, um Mo´s Familie, deren Tochter Meggie er liebt, zu warnen und sich durch Meggie in die Tintenwelt lesen zu lassen. Dort will er Staubfinger warnen und beschützen.
Meggie aber liest auch sich selber in die Tintenwelt und - unbeabsichtigt – auch Gwin, den gehörnten Marder, der Staubfingers Tod bedeutet. Mo wird von Basta und dessen böser Herrin Mortola überrascht. Er, Resa und seine Gegner werden von Orpheus in die Tintenwelt gelesen.
In diesem Band wird Staubfinger - im Gegensatz zum Band „Tintenherz“ – zum Helfer Meggies und ihrer Familie. Der Dichter Fenoglio hat hier hingegen Schwierigkeiten, sich in der erschaffenen Welt zurechtzufinden. Während er in „Tintenherz“ wesentlich zur Rettung von Mo und seiner Familie beitrug, bleibt sein Eingreifen in diesem Band zwiespältig. Mehrmals verändert er mit Meggies Hilfe die Tintenwelt, aber immer wieder verlaufen seine Eingriffe anders als geplant.
Später gehen Meggie, Farid und Staubfinger zur Nachtburg, um Mo zu befreien. An einem Fluss küssen sich Meggie und Farid.
Natternkopf, der grausame Fürst der Nachtburg und seine Helfer, Brandfuchs und Pfeifer, drängen in diesem Band Basta und seine Herrin Mortola auf der Seite des Bösen in den Hintergrund.

c) Tintentod

Inhalt:
Im letzten Band der Trilogie spitzt sich der Streit zwischen Mo und Resa zu, über die Frage, ob sie in der Tintenwelt bleiben oder in die Wirklichkeit zurückkehren wollen, in welcher das Buch geschrieben und gelesen wird. Schwerpunkt ist in diesem Band der Konflikt zwischen Fenoglio, dem Schöpfer der Tintenwelt und Orpheus, der sie nach seiner Vorstellung verändern will.
Zugleich kämpfen „Eichelhäher“ Mo, Meggie, Farid und Staubfinger, der hier von den Schwestern des Todes zurückkehrt, als Gute gegen den bösen Natternkopf und seine Schergen.

Quellen:

A) Texte:

- „Cornelia Funke“, Microsoft Encarta Online- Enzyklopädie 2008, Beitrag von Dr. C. Fischer.
- www.corneliafunke.de
- www.verlagsgruppe-oetinger.de/ Cornelia Funke
- www.wikipedia.de/ Cornelia Funke

B) Film:

- www.daserste.de/kuenstler
„Ein schreibender Weltstar: Cornelia Funke“ vom 9. Juli 2008.

C) Buchcover:

- www.verlagsgruppe-oetinger.de

D) Copyright/ Foto:

- www.zitzlaff.com

© Wolfgang Wiekert

 

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