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Wunderwelten

Ricardo Pinto

1961 in Lissabon geboren, verbrachte Ricardo Pinto die ersten 6 Jahre seines Lebens in Portugal. Doch dann verließ er mit seiner Familie und zog erst nach London und weiter nach Dundee in Schottland. Mit 18 Jahren begann er ein Studium der Mathematik an der Universität in Dundee. Sein Interesse gilt aber mehr der Architektur und der antiken Geschichte, was sich bis heute auch nicht geändert hat. Diese Leidenschaft findet sich in seinen Büchern wieder, deren Grundstein er sich schon in den Jahren 1991/1992 legte. In dieser Zeit begann die Idee zu Der Steinkreis des Chamäleons in ihm zu reifen. Doch sie niederzuschreiben, dauerte noch einige Zeit.

1983 zog Pinto wieder nach London und nahm einen Job als Programmierer für Computerspiele an. Er wechselte seine Arbeitsstellen mehrmals, bis er bei Fantasy Forge unterkam, eine Firma, die ein Freund von ihm gegründet hatte. Dort erweiterte sich sein Aufgabenbereich. Er programmierte nicht mehr nur Computerspiele, sondern war auch für das Design der virtuellen Welten im Buchformat verantwortlich. In dieser Zeit schrieb er seine ersten beiden Bücher Kryomek und Hivestone als Begleitbücher zu den Spielen.
Beim Schreiben dieser Bücher manifestierte sich wieder seine Idee zu Der Steinkreis des Chamäleons und er fing an, die Ideen dazu auf Papier zu bringen. Die Arbeit sollte Jahre dauern, doch dann legte er den ersten Entwurf von Die Auserwählten seiner Agentin Victoria Hobbs vor. Zusammen überarbeiteten sie das Manuskript und legten es bei verschiedenen Verlagen vor. Bantam Press schließlich veröffentlichte das Buch im Jahr 1999.

Verborgen in einem Vulkankrater liegt Osrakum, ein paradiesisches Fleckchen Erde. Dort ist das Herz der Drei Lande – ein riesiges Reich, über das die grausamen Gebieter herrschen. Karneol ist selbst ein Meister. Doch er wuchs auf einer Insel auf, umsorgt und geliebt. Der Pomp und die blutigen Rituale der Gebieter sind ihm fremd.

Jahre später kommt ein Schiff übers stürmische Eismeer, und Karneols Welt zerbricht. Das unheimliche Schiff bringt drei Gebieter. Sie tragen rituelle Goldmasken und bitten Karneols Vater, zurückzukehren, um an der Wahl des Gottkaisers teilzunehmen. Zu Karneols Erstaunen kann sein Vater die Bitte nicht abschlagen. Und so treten sie die weite, gefahrvolle Reise nach Osrakum an.

In den hohen Hallen, im Verwehrten Garten lernt Karneol das gefährliche Spiel von Macht und Intrigen kennen. Und er lernt die Spielregeln. Ohne es zu wissen, setzt er eine viertausend Jahre alte Überlieferung wieder in Gang, die sein Schicksal bestimmen soll.

Dann ging alles ganz schnell. Das Buch war noch nicht erschienen, da waren die Veröffentlichungsrechte schon nach Deutschland, die Niederlande und die USA verkauft. Kurze Zeit später lag auch eine portugiesische Übersetzung vor.
Im Jahr 2002 erschien der 2. Teil Die Ausgestoßenen.

Im ersten Band, »Die Auserwählten«, kam der junge Karneol nach Osrakum, ins prunkvolle Paradies im Herzen des Reiches. Im zweiten Band, »Die Ausgestoßenen«, entgehen er und sein Freund Osidian um Haaresbreite dem Schicksal, lebendig begraben zu werden. Osidian, ein menschliches Raubtier, das in den Perlschnur-Archiven von Osakrum die zynischen Geheimnisse der Staats- und Kriegskunst erforscht hat, kann nicht vergessen, wer er in Osrakum gewesen ist, und er bereitet seine Rückkehr vor – mit Feuer und Schwert und mit allen Tücken planender Intelligenz.

Wenn ich die beiden Bücher mit einem Satz beschreiben müsste, dann würde er lauten:

Schonungslose Grausamkeit in einer exotischen Welt

Ricardo Pinto hat den Beweis erbracht, dass in der Fantasyliteratur immer noch Platz für neue und innovative Ideen ist. Er hat eine Welt erschaffen, die wegen ihrer detailgenauen Angaben einfach als wahr angenommen werden kann. Dazu Charaktere mit einer solchen Tiefe, wie es seinesgleichen sucht. Auch Pinto bedient sich des Gut-Böse-Konfliktes, aber er versteht es auch, beide Seiten zu verbinden. Anhand der beiden Hauptprotagonisten Karneol und Osidian zeigt er auf, dass man sich dabei die Seite, auf der man steht, nicht immer aussuchen kann.

In Mohnflatters Buchtipps auf www.zauberspiegel.eu habe ich meine Gefühle, die ich nach der Lektüre hatte, schon einmal aufgeschrieben, und da sich daran nichts geändert hat, möchte ich das hier als Abschluss zitieren:

Normalerweise legt man ein gelesenes Buch begeistert, enttäuscht oder mit einem Gefühl irgendwo dazwischen weg.
Nach der Lektüre dieses Buches war ich einfach nur wütend. Und das so richtig, wie ein Freund von mir bestätigen kann.
Ich war sauer, weil in diesem Buch nichts so kam, wie ich es erwartet hatte.
Ich war sauer, weil ich die Welt als durch und durch schlecht empfand.
Und ich war sauer, weil ich mich mit dem Ende des Buches nicht zufrieden geben konnte.
So viele Gefühle hatte ein Buch lange nicht in mir geweckt.
Und nach einiger Zeit begriff ich endlich: Das war mit Abstand das Beste, was ich seit langer Zeit gelesen hatte.

Nun warten alle Leser auf Teil 3, der wohl noch immer in Arbeit ist. Laut Homepage des Klett Cotta Verlages gibt es noch keinen Erscheinungstermin.

Quellen: www.klett-cotta.de, www.wikipedia.de

© Anke Brandt

 

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