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Wunderwelten

Karl Edward Wagner
(Teil 1)

Teil 2 findet ihr in den Geisterwelten (hier klicken)

 


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Nachdem ich vor einiger Zeit über Robert E. Howard und Conan berichtet habe, muss nun zwangsläufig ein Beitrag über seinen legitimen Nachfolger Karl Edward Wagner folgen. Denn Wagner führte nicht nur Howards Tradition fort, er schrieb auch einen Conan-Roman „Conan und die Strasse der Könige“ und einen Roman zu Bran Mak Morn „Legion der Schatten“. Doch das sei nur am Rande erwähnt, denn eigentlich verbindet man mit dem Namen Karl Edward Wagner eine ganz andere Kultfigur der Sword and Sorcery Fantasy:

Kane

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www.dodgenet.com

Karl Edward Wagner, geboren am 12. Dezember 1945, wuchs in seinem Geburtsort Knoxville, Tennessee, als Nachfahre deutscher Einwanderer auf. Sein Ur- Ur-Großvater Georg Wagner war der Bruder des Komponisten Richard Wagner.
Karl Edward Wagner fing sehr früh mit dem Lesen verschiedener Pulpmagazine an, welche ihn dann dazu inspirierten, selbst zu schreiben. Im Alter von 15 Jahren fing er mit dem Schreiben an, und so wie er leidenschaftlich Pulpmagazine sammelte, schrieb er auch seine Geschichten. Jedoch hatte auch er das Problem (ähnlich wie Howard), dass es keine Möglichkeit zur Veröffentlichung seiner Geschichten gab. Erst Anfang der 70er Jahre, im allgemeinen Fantasy-Boom, konnte sich Wagner mit seinem „Kane“ auf dem Buchmarkt etablieren.
Bis aus Wagner aber ein echter freischaffender Schriftsteller wurde, verlief sein Leben ganz anders. Er absolvierte die Central-High-School in Knoxville, das Kenyon College und studierte dann Medizin an der Universität von North Carolina. Bis Mitte der Siebziger Jahre führte er eine Praxis als Psychiater, welche er dann aber zugunsten der Schriftstellerei aufgab.

1970 erschien sein erster Roman „Herrin der Schatten“ bei einem kleinen Verlag. Ohne Wissen des Autors wurde die Geschichte gekürzt und selbst das Aussehen der Hauptfigur Kane wurde geändert. Vom Originalmanuskript blieb nicht viel übrig, und erst einige Jahre später wurden beim Verlag Warner Books die Geschichten um Kane im Sinne von Wagner veröffentlicht.
Neben dem Schreiben bewahrte sich Karl Edward Wagner aber immer seine Liebe zu Pulpmagazinen, und so gründete er zusammen mit David Drake, dem Co-Autoren seines 1984 erschienenen Horror-Romans „Killer“, den Verlag Carcosa- Press. Dort veröffentlichte er zwei Horrorgeschichtensammlungen einiger berühmter Autoren in teuren, gebundenen Ausgaben. Später, ab 1983, machte sich Wagner als Herausgeber des Jahrbuchs für Horrorgeschichten „Year`s Best Horror Stories“ einen Namen und legte immer großen Wert auf Wiederveröffentlichungen alter Fantasygeschichten, wie beispielsweise in der Anthologie „Years of Valar“.
Aber die Zeit überdauert hat letztendlich wirklich nur Wagners Fantasy-Held Kane.


Bildquelle: Google, Bilder

„Die bekannteste Figur Wagners ist seine Interpretation des biblischen Brudermörders Kain. Er stellt ihn als Rebellen gegen Gott dar, der freiheitlich und eigenverantwortlich entscheiden möchte. Nachdem er seinen Bruder Abel erschlagen hat, verflucht ihn Gott dazu, für immer auf Erden zu wandeln und dabei Gewalt und Tod zu verbreiten. Kane altert nicht und ist gegen Krankheiten gefeit, nur durch die von ihm selbst entfesselte Gewalt kann er den Tod finden. Sein Kennzeichen sind seine durchdringenden eisblauen Augen, die ihn als Mörder kennzeichnen. Weiterhin hat er traditionell als abweichend und böse stigmatisierte Eigenschaften wie rote Haare und Linkshändigkeit.

Physisch besitzt Kane die typischen Eigenschaften eines Fantasyhelden: ein großer muskelbepackter und gefürchteter Schwertkämpfer. Er ist jedoch auch überdurchschnittlich intelligent, gebildet und ein skrupelloser Intrigant. Er stellt einen Antihelden in der Tradition der Schauerromane des 19. Jahrhunderts dar. Kane ist fast nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, er handelt amoralisch und setzt Gewalt und Lüge ein, wann immer es ihm passt. Wiederkehrende Motive sind hier die durch sein langes Leben bedingte Langeweile und Rachedurst gegenüber Gott. Typisches Merkmal der Geschichten ist das ewige Scheitern von Kanes Plänen. Aber auch die Nebenfiguren entsprechen nicht den typischen Klischees, oft ist die Grenze zwischen Gut und Böse nicht klar zu erkennen.

In den drei nicht miteinander zusammenhängenden Romanen tritt Kane für gewöhnlich als Antagonist der Hauptfiguren auf. In den zahlreichen Erzählungen ist er hingegen meist selbst der Protagonist. So auch in Der Verfluchte (eng. Cold light), in welchem sich ein erschöpfter Kane in eine Geisterstadt zurückzieht, um neue Kraft zu schöpfen. Ein fanatischer "Kämpfer gegen das Böse" sucht ihn aber gemeinsam mit Mitstreitern auf, um dem Mythos Kane den Garaus zu machen. Um sein Ziel zu erreichen, begeht der Fanatiker aber selber Böses, da er die Handvoll verbliebener Bewohner der Stadt drangsaliert. Wagner zeigt anschaulich, dass der Zweck (die Vernichtung des Bösen) nicht jegliches Mittel gebrauchen darf, ohne selbst amoralisch zu werden.“ (Quelle: www.wikipedia.de)

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass die Bücher von Karl Edward Wagner in Deutschland nicht mehr aufgelegt sind, jedoch kann man sie noch antiquarisch erwerben. Das ist manchmal schwierig, aber nicht unmöglich.

Quellen:
www.wikipedia.de
www.bernd-rothe.de
Marcel Feige, Fantasy-Lexikon


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