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Slaterman's Westernkurier

Kriegsberichterstatter in den Wirren des Bürgerkriegs

Zu den ersten Chronisten, die die Ereignisse des Krieges mit Fotographien dokumentierten, gehörte Mathew Brady.
Er wurde 1822 im Warren County als Sohn irischer Einwanderer geboren. Als junger Mann ging er nach New York, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und studierte in seiner Freizeit Fotografie, unter anderem bei Samuel Morse, der die Fotografie in Amerika eingeführt hatte. 1844 eröffnete Brady ein eigenes Fotostudio in New York. Ein weiteres Studio in Washington musste er kurz nach Eröffnung auf Grund zu hoher Betriebskosten schließen. Er war bald als einer der besten Porträtfotografen bekannt. Mit Vorliebe fotografierte er hochrangige Persönlichkeiten.
1851 heiratete er Juliette Handy.

Mit Beginn des Bürgerkriegs stieg die Nachfrage nach Porträtphotografien. Männer ,die an die Front marschierten, wollten ihren Liebsten ein Erinnerungsbild zu Hause lassen. Brady stellte über 20 Fotografen ein, die an der Front die Ereignisse des Krieges dokumentierten. Jeder war mit einem eigenen Wagen und dem entsprechenden Zubehör ausgestattet. Eine Fotografie zu erstellen, erforderte eine minutenlange Belichtung. Anfangs wurden diese Aufnahmen noch in keinen Zeitungen gedruckt, da zur drucktechnischen Vervielfältigung die auf Glasplatten aufgenommenen Fotografien aufwendig in Holzstiche umgearbeitet werden mussten. Die Bearbeitung war gesundheitsgefährdend, da mit allerlei Chemikalien gearbeitet wurde.

Nicht alle Fotografien, die Brady zugeschrieben werden, wurden von ihm gemacht. Vielmehr war er als Manager tätig. Er überwachte die Reisen seiner Assistenten, verwahrte die Negative und organisierte Ausstellungen. Brady scheute sich nicht, realistische Kriegsfotografien zu zeigen. Als er 1862 Fotografien von Leichen von der Schlacht von Antietam ausstellte, war Amerika schockiert. So detailgetreu wollte man die Schattenseiten des Krieges nicht sehen.

Mehrere 100 Kriegsreporter waren im Einsatz, setzten ihr Leben aufs Spiel, um die Ereignisse den Menschen zu schildern. Es ist nicht überliefert, wie viele Fotografen bei der Ausübung ihres Berufs starben. Viele scheuten sich nicht, Zeitungen mit übertriebenen oder erfundenen Berichten zu beliefern. Der Kriegsminister der Union, Edwin M. Stanton, der weder eine allzu realistische Kriegsdarstellung den Zivilisten noch dem Feind wichtige Details übermitteln wollte, versuchte dies mit Zensuren zu verhindern. Allzu unbequeme Reporter ließ er verhaften.

Im Verlauf des Krieges gab Brady über 100.000 Dollar für die Produktion seiner Fotografien aus. Er ging davon aus, dass die Regierung die Bilder nach Beendigung des Kriegs aufkaufen würde. Doch nach dem Krieg war niemand an den Fotografien interessiert. Brady war gezwungen, sein Studio zu verkaufen. Der Kongress gewährte ihm 25.000 Dollar, doch er war zu tief verschuldet. Sein Schuldenberg und der Tod seiner geliebten Frau 1887 machten ihn zum Alkoholiker. Verarmt und einsam starb er am 15. Jänner 1896 in New York City.
Sein Neffe Levin Hardy, der bei Brady in die Lehre ging, erbte den Nachlass. 1954 erwarb die Library of Congress von Handys Töchtern rund10.000 Originale.

Einer von Bradys Fotografen war Alexander Gardner.
Er wurde 1821 in Paisly, Schottland geboren und wanderte in den 50iger Jahren nach Amerika aus. Bei der Weltausstellung im New Yorker Hyde Park 181 faszinierten ihn Bradys Fotografien. Er begann in der Fotografie zu experimentieren und bekam 1856 eine Anstellung in Bradys Atelier in New York.
Gardner wurde ehrenamtlich der Rang eines Captains im Stab von General Georg McClellan zuteil. Für ihn eine günstige Gelegenheit, an vorderster Front die Ereignisse zu fotografieren.
Nach dem Krieg eröffnete Gardner eine Galerie in Washington, DC. 1867 wurde er offizieller Fotograf der Union Pacific Railroad. Er dokumentierte den Bau der Eisenbahn sowie zahlreiche Indianerstämme. 1871 gab er die Fotografie auf und gründete eine Versicherungsgesellschaft. Bis zu seinem Tod im Jahre 1882 lebte er in Washington.

Trotz aller Umständlichkeit der Fotografie in diesen Tagen war der amerikanische Bürgerkrieg der erste Medienkrieg.

Quelle:

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