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Slaterman's Westernkurier

Christmas on the American Frontier

Ein Weihnachtsspecial

Auf ein Wort, Stranger, wie beging man eigentlich im Wilden Westen Weihnachten?

Von Beginn an vollzog sich die Entdeckung Amerikas westwärts. Mitte der 1800er Jahre verlief die Frontier westlich des Mississippi. Durch kalifornischen Goldrausch und Mormonen Trek beeindruckt wanderten immer mehr Menschen in diese Gebiete, um ihr Glück zu suchen. Cowboys, Bergarbeiter, Bauern, Viehzüchter, Soldaten und freie Händler sah man in den neuen Frontier-Siedlungen. Durch jede einzelne Gruppe von Einwanderern und Siedlern wurden die Kultur und Traditionen der Weihnachtszeit in den Westen gebracht. Es war ein Mix von den meisten europäischen Weihnachtsbräuchen, angepasst an die jeweiligen Bedingungen. Kennzeichnend für die Weihnachtszeit waren einerseits die recht ärmlichen Verhältnisse, unter denen viele ihr Leben fristen mussten, und andererseits der Wohlstand von wenigen. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich Weihnachten in Amerika zu einer kombinierten religiös-säkularen Feier. Die deutschen Einwanderer frönten ihrem Tannenbaum, die Engländer ihrem »Plumpudding«. Fast jeder wollte einen ganz besonderen Tag für die Kinder machen, mit Geschenken und besonderen Leckereien. Die Erwachsenen freuten sich auf die Weihnachtenfeiern mit Essen, Tanz und Geselligkeit. Weihnachten an der Frontier, egal wie bescheiden, war das am meisten erwartete Fest des Jahres.

Mitte der 1800er enthielten die amerikanischen Weihnachtstraditionen viel von den Bräuchen, so wie es heute getan wird: Baum schmücken, Schenken, Santa Claus, Grußkarten, Strümpfe am Kamin, kirchliche Aktivitäten, familienorientierte Feiern und jede Menge Spaß.
Aber diejenigen Pioniere, Cowboys, Bergleute und Abenteurer im alten Westen, die weit weg vom zivilisierten Leben des Ostens waren, feierten in der Regel Weihnachten mit selbstgemachten Geschenken und bescheidener Küche.
Weihnachten war für viele im alten Westen eine schwierige Zeit. In der Prärie wurden sie im Dezember oft mit schrecklichen Schneestürmen konfrontiert. Die Bergleute verließen lange vor Weihnachten ihre Minen aus Furcht vor den Winterstürmen und der eisigen Kälte.
Weihnachten jedoch vergaßen sie nicht, und sei es noch so bescheiden und dürftig.
Entschlossen, einen Hauch von Weihnachten an der amerikanischen Frontier lebendig werden zu lassen, sangen sie Weihnachtslieder, brieten Wild über dem offenen Kamin und nutzten so die Feiertage, um ihren harten Alltag zu vergessen.

Laura Ingalls Wilder schrieb über die Vorbereitungen für Weihnachten in der Kansas-Prärie: »Ma war damit beschäftigt, den ganzen Tag lang gute Dinge für Weihnachten zu kochen. Sie backte Salt-Rising Brot, Rye n 'Injun Brot und schwedische Cracker, kochte eine riesige Pfanne voll mit gebackenen Bohnen und Schweinefleisch mit Salz und Sirup. Sie backte Pasteten, Apfelkuchen, füllte eine große Dose mit Keksen und ließ Laura und Mary den Kuchenlöffel ablecken.«
An einem Weihnachten fand Laura Ingalls in ihrem aufgehängten Strumpf einen neuen glänzenden Zinnbecher, ein Pfefferminz-Bonbon, einen herzförmigen Kuchen und ein ganz neues Cent-Stück. In jenen Tagen waren solche kleinen Geschenke eine Fülle von Gaben an die jungen Mädchen.

Sehr bescheiden dekorierte man die Häuser für die Festtage mit dem, was die Natur in der düstersten Zeit des Jahres hergab: immergrüne Pflanzen, Tannenzapfen, Nüsse und Beeren. Für manche Familien gab es sogar einen Weihnachtsbaum, mit Bändern, Garn, Beeren, Popcorn, Papier und hausgemachtem Weihnachtsschmuck. Einige dieser hausgemachten Dekorationen waren oft Figuren oder Puppen aus Stroh oder Garn. Plätzchen und Lebkuchenmänner erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit. An anderen Orten fehlte es an Holz. Auch waren viele Häuser zu klein, um Platz für einen Baum zu bieten.
Fast jeder, der zu Hause im Kreise seiner Familie die Weihnachtszeit verbringen konnte, brachte eingemachte Früchte und Gemüse - wenn möglich sogar frisches - mit, und diejenigen, die es sich leisten konnten, sogar Rindfleisch oder Schinken.
Viele der Geschenke, darunter Puppen aus Maisstroh, kleine Beutel, aus Holz geschnitzte Spielsachen, Kissen, Hocker und bestickte Taschentücher, stellten die Familienmitglieder Monaten vor Weihnachten her. Andere strickten Schals, Mützen, Handschuhe und Socken. Wenn die Familie ein gutes Jahr hatte, konnten die Kinder Süßigkeiten, kleine Geschenke, Kekse und Obst in ihren Strümpfen finden.
An Heiligabend versammelten sich die meisten Familien um den Weihnachtsbaum oder am Kamin und sangen Weihnachtslieder. Am Weihnachtstag selbst ging man in die Kirche, lud zum traditionellen Weihnachtsessen ein und beging den Tag mit Freunden und Nachbarn.
Und die vielen Menschen da draußen in der Wildnis - Forscher, Soldaten oder einsame Cowboys - verbrachten einen einsamen Abend ohne den Vorteil der Festlichkeiten.

Obwohl sich im Laufe der Zeit vieles verändert hat, bleiben einige unvermeidlich die gleichen.

So long Fellows, Merry Christmas and a Happy New Year!

Euer Copolymer

Quellen:

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