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Slaterman's Westernkurier

Auf ein Wort Stranger,

unser heutiges Augenmerk in der Geschichte des Western richten wir auf

Gut und böse

Geheimnisvolle Geschichten und Legenden haben die Menschen seit jeher fasziniert. Manche Menschen sind unvergessen, wegen ihrer Herzensgüte und Hilfsbereitschaft zu ihren Lebzeiten, andere wegen ihrer Gräueltaten. Die Erzählung über Silverheels ist das Nugget unter den Geschichten aus der Goldgräberzeit.

Josep Higgenbotom, wegen seiner Wildlederkleidung »Buckskin Joe« genannt, führte eine Gruppe Goldsucher durch die Berge Colorados. Nachdem sie in einem Fluss Goldnuggets fanden, gründeten sie 1859 die Stadt Buckskin Joe im Nordwesten von Fairplay. Innerhalb von zwei Jahren gab es in der Stadt eine Zeitung, zwei Banken, eine Poststelle, Saloons, Tanzhallen und Spielhöllen.
Im Frühjahr 1861 stieg eine junge Frau aus der Postkutsche, die durch ihre Schönheit jedermanns Aufsehen erregte. Sie war Tänzerin und trat in der Tanzhalle auf und wurde wegen ihrer hochhackigen Schuhe von den Goldgräbern Silverheels genannt. Sie verriet weder ihren Namen noch ihre Herkunft. Nach einigen Auftritten wollte die Schöne die Stadt verlassen, doch die Männer überhäuften sie mit Geschenken und überredeten sie zum Bleiben.
Im Winter 1861 brachen die Pocken aus. Über Nacht erkrankten die Menschen. Frauen und Kinder flohen nach Denver, nur Silverheels blieb und pflegte aufopfernd die Kranken. Der Tod raffte einen Großteil der Bevölkerung dahin. Im Frühjahr darauf war das Schlimmste überstanden. Die Überlebenden kamen mit Geschenken zu Silverheels Hütte, um sich für ihren Einsatz zu bedanken, doch ihr Heim war verlassen. Die Goldgräber suchten nach ihr, doch sie blieb verschwunden. Manche meinten, sie sei abgereist, andere waren der Meinung, sie sei ebenfalls erkrankt und habe sich in einen aufgelassenen Minenschacht gestürzt. Menschen, die die Pocken überlebten, waren für ihr Leben mit Narben gekennzeichnet, das war besonders für eine Frau sehr schlimm.
Im Gedenken an diese barmherzige Frau nannten die Goldgräber den Berg, der hoch über ihre Stadt ragte, Mount Silverheels.
Viele behaupteten, eine schwarz gekleidete, verschleierte Frau am Friedhof gesehen zu haben. Noch Jahre später sagten die Menschen, sie hätten Silverheels Anwesenheit gespürt und eine geistähnliche Gestalt gesehen, die mit Blumen im Arm über den Friedhof schritt.
Man weiß weder, woher dieser Engel der Barmherzigkeit kam, noch ist ihr Name bekannt und es gibt kein Bild von ihr. Nur der Name des Mount Silverheels, der hoch gen Horizont ragt, und die Legende erinnern an sie.
Heute ist von Buckskin Joe nicht mehr viel zu sehen. Die Häuser sind zerfallen, der Friedhof mit Bäumen bewachsen, die Natur hat sich zurückgeholt, was ihr einst abgetrotzt wurde.
Die heutige Stadt Buckskin Joe wurde für Touristen an anderer Stelle errichtet.

Ein anderer, der Geschichte geschrieben hat, ist Alfred Packer.
Er wurde 1842 in Pennsylvania geboren. Seine Epilepsie führte zur Entlassung aus der Armee und er ging nach Westen zu den Goldfeldern. 1873 führte er eine Gruppe von Goldsuchern aus Bingham Canyan, Utah, zu den Goldminen in den San Juan Mountains. Die unerfahrenen Männer erreichten ausgehungert ein Ute-Lager im Jänner 1874 und wurden dort gepflegt. Chief Ouray, der die Tücken des Winters kannte, bot ihnen an, bis zum Frühjahr im Lager zu bleiben, doch die goldhungrigen Männer wollten so schnell als möglich die Minen erreichen. Sechs von ihnen entschlossen sich, den Marsch zu wagen. Mit Lebensmitteln für zehn Tage brachen sie zu einer 75-Meilen-Reise auf durch die schneebedeckten Berge.
Im April kam Packer aus den Bergen zurück und erzählte, er habe seine Kameraden aus den Augen verloren. Er war gut genährt und bezahlte im Saloon seine Zeche aus verschiedenen Geldtaschen.
Als ein Indianer kurz darauf einige abgeschnittene Fleischstücke, die nur von Menschen stammen konnten, in die Stadt brachte, wurde Packer verhaftet. Zuerst erzählte er, vier von ihnen seien an den extremen Bedingungen gestorben und von den anderen gegessen worden. Später änderte er seine Aussage. Eines Tages hätte er das Lager verlassen, um die Gegend auszukundschaften. Als er zurückkam, fand er seine Kameraden tot. Shannon Bell briet sich ein großes Stück Fleisch, das er aus dem Bein des Deutschen geschnitten hatte. Bell griff ihn mit der blutigen Axt an, mit der er schon seine Kameraden getötet hatte. Um sein eigenes Leben zu retten, musste er ihn erschießen.
Packer gelang es, aus dem Gefängnis zu fliehen.

Im August 1874 machte John A. Randolph, ein Künstler aus dem Osten eine grausige Entdeckung. Am Slumgullion Pass, in der Nähe des Gunnison River, zwei Meilen von Lake City entfernt, entdeckte er menschliche Überreste. Er fand mehrere Skelette, aber weder Schuhe, Waffen oder Kochgeschirr. Wetter und Tiere hatten deutliche Schäden verursacht, aber es gab deutliche Hinweise, dass die Menschen ermordet worden waren. Randolph verbrachte viel Zeit damit, den Fund genau zu skizzieren und meldete seine Entdeckung. Im Harpers Weekley erschien ein Artikel über den Skelettfund.
Die Leichen wurden dort bestattet, wo sie gefunden wurden. Den Platz nannte man Dead Man's Gulch.

Neun Jahre lebte Packer unter falschem Namen, bis ihn jemand in einem Saloon in Fort Fetterman, Wyoming, erkannte. Er wurde verhaftet und nach Colorado zurückgebracht. Sein Prozess begann am 6. April 1883 in Lake City.
Obwohl es keine Zeugen gab und aus heutiger Sicht einige Ungereimtheiten auftraten, wurde Packer zum Tode durch Erhängen verurteilt, durchzuführen am 19. Mai 1883. Das Todesurteil wurde nicht vollstreckt, sondern in eine Gefängnisstrafe umgewandelt. 40 Jahre, 8 Jahre für jedes Opfer. Packer bedauerte stets seine Unschuld, teilte seine Version des Geschehens Zeitungen mit. Er hatte Anhänger, die überzeugt waren, er sei das Opfer widriger Umstände.
Nach 16 Jahren im Gefängnis stellte Packer einen Antrag auf Bewährung, der abgelehnt wurde. Später stellte er nochmals ein Gesuch, als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte. 1901 wurde er freigelassen.
Er verlebte sechs Jahre in Freiheit, bevor er 1907 nach einem Schlaganfall verstarb.

Am 17. Juli 1989 wurden die Überreste der Opfer exhumiert und untersucht. Es wird nie vollständig geklärt werden können, ob Packer zu Unrecht verurteilt wurde, wie er behauptete.

Die veränderte Namensschreibung »Alferd« beruht angeblich auf einer falschen Schreibweise seines Namens, den er sich tätowieren ließ.

The Ballad Of Alferd Packer
by Phil Ochs

In the state of Colorado
In the year of seventy-four
They crossed the San Juan Mountains
Growing hungry to the core.
Their guide was Alferd Packer
And they trusted him too long:
For his character was weak
And his appetite was strong.
They called him a murderer, a cannibal, a thief;
It just doesn't pay to eat anything but Government-inspected beef.
Along the Gunnison River
An Indian camp they spied.
An Indian chief approached them,
To stop them he did try.
He warned them of the danger
In the snow that lay around,
But the danger was in Packer,
For his hunger knew now bound.
They called him a murderer, a cannibal, a thief;
It just doesn't pay to eat anything but Government-inspected beef …

(web.cecs.pdx.edu)

So long Fellows
Eure Montana

Quellen:

Copyright © 2010 by Montana

 

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