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Gus‘ DVD-Tipps

Jetzt wird's haarig: Die besten Werwolffilme!

Big Bad Wolf
(Big Bad Wolf) USA 2006
Splendid / I-On New Media - FSK 16 - 91:25 Min.
Computec Media (PC ACTION + Film) - FSK 16 - 91:25 Min.
Regie: Lance W. Dreesen
Produzenten: Lance W. Dreesen, Clint Hutchison
Writer: Lance W. Dreesen
Darsteller: Trevor Duke, Kimberly J. Brown, Richard Tyson, Sarah Aldrich, Christopher Shyer, Andrew Bowen, Sarah Christine Smith, Jason Alan Smith, Adam Grimes, Robin Sydney, Adam Hendershott, Clint Howard

Die Tage brachte einer der anderen Apokalyptischen Schreiber diese unscheinbare DVD mit zum Stammtisch. Bereits im Prolog sieht man eine Jagdgesellschaft im Dschungel. Etwas macht Jagd auf sie. Der Werwolf zerfetzt den Jagdführer, dann reißt er einem der Jäger das Bein ab. Okay, da weiß man, was einen erwartet. Nicht das beste Wolfskostüm (zu flache Schnauze), aber ganz okay. Ein bisschen trashig das Ganze, aber nicht zu viel. Im Hauptfilm fährt eine Gruppe Jugendlicher in eine Jagdhütte im Wald. Es ist Vollmond, und man erwartet ein Gemetzel. Man wird nicht enttäuscht!
Nach diesen Vorkommnissen versuchen die Überlebenden den Werwolf zu enttarnen und unschädlich zu machen. Kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber äußerst unterhaltsam. Ungeschnitten ist das Teil auch, allerdings hätte ich dem keine FSK 16 mehr gegeben!

Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, war ich voll in Werwolfstimmung und habe mir die beiden All-Time Klassiker noch mal reingezogen:

Das Tier
(The Howling) USA 1981
Best Entertainment - FSK 18 - 99:50 Min. (Extended Version)
Best Entertainment - FSK 16 - 99:50 Min. (Extended Version)
Kinowelt - FSK 16 - 86:47 Min. (2 DVDs)
Regie: Joe Dante
Produzenten: Jack Conrad, Michael Finnell
Writers: Gary Brandner (novel); John Sayles, Terence H. Winkless (screenplay)
Darsteller: Dee Wallace, Patrick Macnee, Dennis Dugan, Christopher Stone, Belinda Balaski, John Carradine, Kevin McCarthy, Slim Pickens, Elisabeth Brooks, Robert Picardo, Margie Impert, Noble Willingham

Die Fernsehreporterin Karen White folgt einer Spur von Smileys, um den Serienkiller Eddie zu treffen. In der Vorführkabine eines Sexshops kommt es dann zu einer blutigen Begegnung. Eddie wird von der Polizei erschossen, aber irgendetwas ist da passiert, in dieser Kabine, was Karen verdrängt. Sie wird von dem das Fernsehen beratenden Psychiater in sein Therapiezentrum überwiesen. Dieses liegt abgeschieden in einem Waldgebiet. Nacht für Nacht erschüttert Wolfsheulen Karens Nerven, Tiere werden getötet, ihr Mann eines Nachts angefallen und verwundet. Schnell wird klar, dass sie sich in einer Werwolf-Kolonie befindet ...

Dieser Film ist ein Meilenstein der Filmgeschichte. Die Werwölfe sind groß, haarig, haben lange Schnauzen, lange Ohren und auch sehr lange Zähne. Insgesamt ist der Film sehr düster (auch wenn die Verwandlungen in hellem Licht stattfinden) und die Morde blutig.

Ich liebe diesen Film und habe ihn mir sogar 2x gekauft: Einmal in der Extended Version (hier sind die 18er und die 16er Fassung identisch!). Bei der verlängerten Fassung handelt es sich um den Rohschnitt, die eingefügten Szenen haben also nicht dieselbe Qualität wie der Rest des Films, aber man bekommt mehr Werwolf fürs Geld. Die Doppel-DVD enthält neben den Geschnittenen Szenen (von denen einige in der Extended Version enthalten sind) und Outtakes (eine abgeschlagene Hand zeigt den Stinkefinger) auch die Dokumentation: Welcome to Werewolfland (49:10 Min.), und die ist schon das Geld der Doppel-DVD wert! Ach ja, den Film gibt's billig auf dem Wühltisch - unbedingt zugreifen!

Ich würde übrigens gerne mal den Roman lesen, der die Grundlage des Filmes bildet, aber bis jetzt hat ihn noch kein deutscher Verlag herausgebracht ... eine Schande!

American Werewolf
(An American Werewolf in London) USA/GB 1981
Universal - FSK 16 - 91:17 Min.
Regie: John Landis
Produzent: George Folsey jr.
Writer: John Landis
Darsteller: David Naughton, Jenny Agutter, Griffin Dunne, John Woodvine, Lila Kaye, Joe Belcher, David Schofield, Brian Glover, Rik Mayall, Sean Baker, Paddy Ryan, Anne-Marie Davies

Zwei amerikanische Studenten werden in einem englischen Moor von einem Werwolf angefallen. Jack wird getötet, David nur verwundet. Er wacht dann in einem Londoner Hospital auf. Die Wunden heilen, aber David leidet unter Alpträumen. So taucht sein (deutlich sichtbar) toter Freund auf und teilt ihm mit, dass alle Werwolfopfer verdammt sind, als Untote über die Welt zu wandeln, bis die Blutlinie des Wolfes gebrochen ist. David will diesen Fluch gerne von Jack nehmen, aber dummerweise ist er selbst der Werwolf.
Bei Vollmond verwandelt sich David und tötet in einer einzigen Nacht sechs Menschen, die nun ebenfalls als Untote umherwandeln. In einem Pornokino geben sie ihm ein paar gutgemeinte Selbstmordtipps, aber der Vollmond ist schneller. Als Werwolf will David alle töten, nur nicht sich selbst ...

Der Film ist um einiges bekannter als Das Tier, und er ist ebenso genial, wenn auch auf eine andere Weise. John Landis schrieb das Drehbuch bereits 1969, und wer es las, fand es genial. Dennoch weigerten sie sich, es umzusetzen. Als Komödie sei er zu blutig, als Horrorfilm zu lustig. Als dann Das Tier gedreht wurde, forderte Joe Dante den Tricktechniker von American Werewolf an, und man entschied sich sehr schnell, dass man diesen nicht entbehren könne, weil man jetzt American Werewolf drehen wolle. Ohne den einen Film hätte es den anderen also nie gegeben.

Übrigens ist Amercian Werewolf geschnitten: Es fehlt das Telefonat, in dem sich David von seinen Eltern verabschiedet, bevor er sich mit dem Taschenmesser die Pulsadern aufschneiden will.

Und … so gelungen ich die erste Verwandlungsszene finde (hat dem Film ja auch einen Oskar eingebracht), der fertige Werwolf sieht ein bisschen aus wie ein Hund, oder eher eine Mischung aus Hund und Bär. Aber Landis wollte unbedingt einen vierbeinigen Werwolf haben. Trotzdem zu Recht ein absoluter Klassiker des Sub-Genres!

Zum Schluss noch ein kleiner Geheim-Tipp:

Dog Soldiers
(Dog Soldiers) GB 2002
Legend Films / Universum Film - FSK 16 - 100:57 Min.
Regie: Neil Marshall
Produzenten: David E. Allen, Christopher Figg, Tom Reeve
Writer: Neil Marshall
Darsteller: Sean Pertwee, Kevin McKidd, Emma Cleasby, Liam Cunningham, Thomas Lockyer

Eine Einheit britischer Soldaten beim Manöver in den schottischen Highlands. Dabei geraten sie in das Jagdrevier eines Werwolfrudels. Aus Spiel wird Ernst, das begreifen sie spätestens, als sie die Überreste (!) eines Spezialkommandos finden. Wenigstens haben sie jetzt scharfe Munition ...

Bei dieser britischen Produktion geht es heiß her. Es handelt sich um eine gelungene Mischung aus Action-, Soldaten- und Werwolffilm. Den sollte man gesehen haben.

Bei den Werwölfen orientierten die Macher sich an denen von Das Tier, sie entwickelten die Viecher aber weiter. Monstertechnisch ist der Film also Uptodate. Sehr gelungen, das Ganze!

Und noch ein halber Geheim-Tipp hinterher:

Sieben Monde
(Sieben Monde) Deutschland 1998
EuroVideo - FSK 16 - 92:33 Min.
Regie: Peter Fratzscher
Produzenten: Gabriele Lohnert, Herbert Rimbach, Luggi Waldleitner, Andrea Willson
Writer: Nils-Marten Osburg
Darsteller: Jan Josef Liefers, Ulrich Mühe, Marie Bäumer, Christoph Waltz, Peter Lohmeyer, Burkhard Driest, Michael Gwisdek, Andreas Hoppe, Horst Krause, Tilly Lauenstein, Hans Paetsch, Christiane Roßbach

Eine Mordserie in Deutschland: Bei Vollmond werden Menschen bestialisch umgebracht. Die Anzeichen sind deutlich, die Presse spricht bereits von Werwölfen, und selbst bei der Polizei ist man bereit, das Unglaubliche als Option ins Auge zu fassen. Nachdem man Wolfshaare am Tatort gefunden hat, wird Kommissar Becker, ein Spezialist für das Übersinnliche, auf den Fall angesetzt.
Die Spur führt zu einem erfolglosen Schriftsteller, der aus der Not heraus Werwolffilme synchronisiert. Nachdem dieser auf der Landstraße ein Tier anfährt, das ihn anschließend verwundet, wird seine Großmutter getötet.
Alle Zeichen deuten auf Werwölfe hin, aber die gibt es doch nicht, besonders nicht in Deutschland, oder etwa doch?

Klar, dieser Film kann mit seinen amerikanischen (oder britischen) Kollegen nicht ganz mithalten, ist aber ziemlich erstaunlich für eine deutsche Produktion. Ziemlich blutig, ziemlich düster und sehr innovativ. ACHTUNG SPOILER: Das Einzige, was mich irgendwie nervt, ist, dass dieser Werwolffilm ohne Werwolf auskommt. Natürlich fehlt auch die obligatorische Verwandlungsszene. Aber ansonsten hat man hier einen sehr stimmigen Thriller, der mit vielen falschen Fährten provoziert! Sehr gut gefällt mir die Szene, wo Jan Josef Liefers vor einem Wolfsgehege simultan übersetzt und einen Wolfsruf andeutet, woraufhin alle Wölfe zu Heulen anfangen.

© Gus Backus

 

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