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Multimedia allgemein

Die »Taschenbibliothek«-Alternative von Textunes

Viel wurde in der jüngsten Vergangenheit über Möglichkeiten der Lesbarkeit von Literatur auf Book-Readern im World Wide Web diskutiert. Für und Wider wurden umfangreich beleuchtet, Herstellungskosten und Preisempfehlungen abgewogen.

Das Berliner Unternehmen Textunes, ein Joint Venture des Onkel & Onkel Verlages und des Softwareentwicklers theCode AG, richtet seine Anstrengungen auf die Veröffentlichung und Vermarktung von eBooks für iPhone und iPod. Zur Leipziger Buchmesse 2009 präsentierte die Firma ihr Konzept am eigenen Messestand in Halle 3 - F.309.
Textunes kooperiert zurzeit bereits mit verschiedenen Verlagen wie zum Beispiel Hoffmann und Campe, Eichborn, Klett-Cotta, Blumenbar, Pendragon ...

Worauf baut textunes auf?

Geschäftsführer Volker Oppmann sieht die Erklärung für den bisherigen Erfolg im Vertriebskonzept: »Als alleinstehende Applikation benötigt textunes keine weitere Software. Jedes Buch ist ein eigenes, kopiergeschütztes Programm, das über die Apple-Plattform iTunes geladen werden kann und an die jeder iPhone- und iPod touch-Nutzer automatisch angebunden ist. Folglich entfällt eine weitere Registrierung und der Nutzer ist nicht gezwungen, sein gewohntes Umfeld, das er bereits für den Download von Musik, Computerspielen und Hilfsprogrammen gewohnt ist, zu verlassen.«
Und der Sprecher von Textunes, Simon Seeger, erklärte: »Jedes Buch wird individuell an die Endgeräte angepasst - stellen Sie sich vor, Sie lesen Heines Liebesgedichte, und falsche Zeilenumbrüche zerstören das Versmaß. Das Lesevergnügen für zwischendurch wäre dahin.«
Textunes setzt auf die mit Abstand populärste Vertriebsplattform für digitale Inhalte. Denn bisher wurden über 500 Millionen Downloads (Stand: Januar 2009) auf iPhones und iPods verzeichnet - dabei Musiksongs nicht einbezogen. Und das Berliner Unternehmen konnte nach vor der Leipziger Buchmesse vermelden, dass mit nur 6 Buchtiteln rund 55.000 Downloads erreicht wurden. Für das Unternehmen ein motivierendes Ergebnis, um mit ihrem Konzept auf »Volle Fahrt voraus!« zu gehen.

Wie funktioniert textunes?

  • Der Verlag übersendet die gewünschten Titel als ePub oder andere gängige Formate. Auf Wunsch übernimmt das Berliner Unternehmen die ePub-Konvertierung.
  • Textunes optimiert das ePub für die Reader-Software und generiert so eine alleinstehende und kopiergeschützte eBook-Applikation.
  • Textunes pflegt die eBooks auf die populären Vertriebsplattformen ein, übernimmt Abrechnung und Statistikauswertungen.

Einige Vorteile:

  • Es ist keine weitere Hardware als bereits als iPhone oder iPod vorhanden notwendig. Damit entfällt die Anschaffung teurer Endgeräte wie zum Beispiel der Amazon-Reader.
  • Bei einem derzeitigen Preis der Buchtitel zwischen 0,79 € und 15,99 € und einen angenommenen Preis der Book-Reader von 299 € kann man sich 378 bzw. 18 eBook-Titel leisten.
  • Dank der hohen Auflösung von 160 dpi kommt die Auflösung der iPhone- und iPod-Geräte nah an Druckpapier heran. Im Vergleich dazu besitzt ein 19-Zoll-Monitor eine Auflösung von 96, eine Tageszeitung von 150 dpi.
  • Der Nutzer lädt Literatur ebenso einfach wie Musiktitel - die Abrechnung erfolgt über das iTunes-Benutzerkonto.
  • Der Download erfolgt jederzeit und überall via Mobilfunknetz und WiFi.

Fazit:
Das Unterwegslesen von eBooks via iPhone oder iPod ist eine interessante und vor allem preiswerte Alternative gegenüber den hoch gepriesenen und teuren Book-Readern. Welcher Nutzer schleppt denn Handy, iPhone/iPod und Book-Reader tagtäglich mit sich rum? Ich habe bisher keinen gesehen.
Besonders für die Verlage ist textunes eine Möglichkeit, eine neue Zielgruppe über einen etablierten Vertriebsweg zu erschließen sowie ihre Verlagsprogramme digital zu vermarkten.
In der heutigen multimedialen Zeit sollten neue Medien die bereits vorhandenen verändern und diese ergänzen. Doch eins ist auch für mich klar: Diese neuen Möglichkeiten werden das Buch an sich nicht vom Markt verdrängen.

Ein Videoclip zum Vertriebskonzept von Textunes (YouTube):

Quellennachweis:
Pressemitteilungen von Textunes

© Wolfgang Brandt

 

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