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… P. E. Jones

E. Jones ist das Pseudonym einer deutschen Science Fiction Autorin aus der Pfalz. Seit ihrer Jugend ist sie Star Trek und Star Wars Fan. Schon früh begann sie zu schreiben. Allerdings sollte es eine Weile dauern, bis ihr erster Roman publiziert wird. Drei SciFi Serien hat sie erschaffen, von denen die letzte als erstes veröffentlicht wurde – die Space Troopers bei Bastei Lübbe.

Stark beeinflusst wurde sie durch das Werk der amerikanischen Science Fiction Autorin C. J. Cherryh. Aber auch diverse Fernsehserien und Kinofilme fließen in ihre Arbeit ein. Erwähnenswert ist hier vor allen Dingen die neue Battlestar Galactica Serie mit ihrem düsteren Retro-Ambiente, das sich in Jones´ Romanen deutlich widerspiegelt.

Die Universen, die Jones erschafft, sind weder perfekt noch heil. Vielmehr zeichnen sie sich durch eine Fehlhaltung des Menschen gegenüber seiner Umwelt aus, die letztendlich in einer Katastrophe mündet. Dennoch schimmert die optimistische Grundeinstellung der Autorin durch die Schreckensszenarien stets hindurch – als wolle sie uns Hoffnung machen.

Weitere Informationen zur Autorin findet man unter www.pejones.de.


1. Was bedeutet das Schreiben für dich?


Ich muss schreiben. Ich kann nicht anders. Wenn ich nicht schreiben, nicht kreativ sein kann, dann fehlt mir etwas. Schreiben ist mein Weg, um mit der Welt zu kommunizieren. Um von den Dingen zu erzählen, die mich bewegen, die mir wichtig sind. Eine Freundin sagte einmal über ihre Bücher, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei. Meine Antwort darauf ist, in dem Fall ist die Liebe die Mutter aller Dinge. Daher nimmt die Liebe in meinen Büchern immer eine zentrale Stellung ein, was nicht bedeutet, dass meine Bücher alle Liebesromane sind. Vielmehr ist es so, dass es die Liebe ist, die meine Protagonisten antreibt.


2. Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?


Wenn ich es auf drei Bücher reduzieren muss: Die vergessenen Tiere von Eld von Patricia McKillip, der Morgaine-Zyklus von C.J. Cherryh und Outlander von Diana Gabaldon. Dabei habe ich bewusst drei Bücher aus ganz unterschiedlichen Genres gewählt, weil dadurch auch das Spektrum gezeigt wird, in dem ich mich bewege – sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben.


3. Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?


Das war die SF-Military-Serie Spacetroopers bei Bastei Lübbe und darauf bin ich mächtig stolz. Allerdings sind die Spacetroopers nicht mein erster Roman. Ich habe davor schon eine Menge Romane für die Schublade geschrieben, von denen einige nach der Veröffentlichung der Spacetroopers ebenfalls herausgekommen sind. Die Spacetroopers waren sozusagen die Initialzündung meiner Schreibkarriere. An dieser Stelle daher nochmals meinen herzlichen Dank an Helmut W. Pesch, der damals Redakteur bei Bastei Lübbe war, dass er mir diese einzigarige Gelegenheit geschenkt hat.


4. Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?


Ich würde dir Auge – erstes Licht empfehlen, weil es zum einen mein persönlichstes Werk ist und zum anderen mein bestes. Gleichzeitig ist der Roman auch mein Sorgenkind. Es handelt sich um den ersten Band eines geplanten fünfbändigen SF-Eposes (vier sind fertig), das über einem psi-begabten Mann handelt, der genetisch verbessert wird, um die Menschheit vor einer übermächtigen Bedrohung zu retten. Am Ende ist er jedoch so mächtig, dass er gottgleich ist und die Menschen ihn für die eigentliche Bedrohung halten. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Frau, die ihn liebt und das ist wohl für die meisten Verlage ein Hemmnis, da SF angeblich eine Männderdomäne ist. Was kein Wunder ist, denn es gibt ja keine SF für Frauen.


5. Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?


Ich würde dann tauschen, wenn die Alternative mir ebenfalls erlaubt, Geschichten zu erzählen. In Frage kämen da zum Beispiel Regisseur oder Musiker. Auch als Musiker oder Regisseur kann ich kreativ sein, viele Menschen erreichen und meine Messages in einer Geschichte bzw. in einem Lied verpacken und weitergeben.


6. Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?


Das war ganz eindeutig C. J. Cherryh. Wenn mich jemand fragen würde, wem ich nacheifere, dann ist es sie. Ihre alten Werke wie der Morgaine-Zyklus oder auch der Zyklus der Sterbenden Sonnen haben mich fasziniert. Als ich anfing zu schreiben, war es das, was mich motiviert hat, was mein Ziel war – Bücher wie C. J. Cherryh zu schreiben. Der Grund, weshalb mir ihre Geschichten so gut gefallen, wurde mir erst später klar. Zum einen haben wir eine Vorliebe für Außenseiter als männliche Protagonisten, zum anderen macht Cherryh genau das, was ich auch möchte: Sie schreibt SF für weibliche Leser, SF, in der nicht die Technik, sondern gesellschaftliche und zwischenmenschliche Aspekte im Vordergrund stehen und auch die Liebe nicht zu kurz kommt.


7. In welchem anderen Genre würdest du dich gern ausprobieren?


Was das Schreiben angeht, bin ich ja recht vielseitig. Ich schreibe Military-SF, Fantasy und historische Liebesromane. Auch an einem Jugendbuch habe ich mich schon versucht. Krimi oder Thriller könnte mich noch reizen. Aber Gegenwartsliteratur oder Chicklit werde ich wohl nie etwas abgewinnen können, dafür faszinieren mich fremde Welten und Kulturen einfach zu sehr. Und dazu gehören für mich auch historische Stoffe, denn auch die Vergangenheit ist letztendlich eine fremde Welt für uns.

Aber wenn es bei einem anderen Genre um ein Genre außerhalb des Schreibes geht, dann wäre es das Filme machen oder das Singen in einer Band. Beide Dinge sind ein großer Traum von mir. Schauen wir mal, was die Zukunft noch so bringt und ob diese beiden Träume vielleicht auch noch Realität werden, ebenso wie das Schreiben.


8. Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?


Manchmal höre ich tatsächlich Musik beim Schreiben, aber das ist eher selten. Denn so sehr ich Musik mag, ich genieße auch die Stille, gerade wenn ich mich auf etwas konzentrieren will. Wenn ich Musik höre, dann welche, die mich in Stimmung bringt. Daher sind auch die Musikstücke, die ich höre, sehr unterschiedlich, da sie ja die Stimmung bzw. das Ambiente widerspiegeln müssen, die ich anstrebe. Das kann von klassischer Musik, über Dudelsackmusik bis zu Heavy Metal reichen.


9. Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?


Auge – erstes Licht wäre ein toller SF-Film, der mit recht geringem Budget auch in Deutschland produziert werden könnte. In der Hauptrolle hätte ich am liebsten Charlie Hunnam (Habe ich schon erwähnt, dass ich ein großer Charlie Hunnam Fan bin?). Aber leider ist er inzwischen zu alt für die Rolle.


10. Was inspiriert dich?


Alles. Musik, ein Bild, ein Zeitungstext, Filme, TV-Serien, Wissenschaftssendungen, Bücher, meine Umwelt, meine Bekannten, meine Familie, meine Tiere, mein Garten, der Blick aus meinem Fenster. Überall lauert die Inspiration. Aber wenn es um den Sinn geht, der meinem Schreiben zugrunde  liegt, das Motiv, das mich antreibt, dann ist es der Glaube an das Gute im Menschen und der Glaube an die Liebe, die uns zu Dingen antreibt, die unmöglich scheinen – für jene, die wir lieben.


11. Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?


Ich kenne das eigentlich nicht. Schön, manchmal habe ich tatsächlich keine Lust oder zu viel anderes im Kopf, um mich aufs Schreiben konzentrieren zu können. Dann gehe ich einfach das durch, was ich am Tag zuvor geschrieben habe, korrigiere usw. Und plötzlich bin ich wieder im Flow, meistens, ohne dass ich es merke. Prinzipiell kann ich nur raten, im Falle einer Schreibblockade einfach Dinge zu tun, die mit dem Projekt zu tun haben. Recherchieren, das Geschriebene korrgieren usw. Dadurch nutzt man die Zeit wenigstens kreativ für das aktuelle Projekt und meistens hilft das auch, wieder in den Fluss zu kommen.


12. Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/ Hobbyautoren?


Sucht euch Gleichgesinnte, eine Gruppe, die bereit ist, das, was ihr schreibt, auf Herz und Nieren zu prüfen. Das ist das Allerwichtigste: ehrliche Kritik. Und das Zweitwichtigste: Lernt euer Handwerk. Ihr müsst wissen, auf was es ankommt, um gut schreiben zu können. Lest wenigstens ein paar gängige Schreibratgeber oder holt euch Hilfe im Internet. Da gibt es genug Websites, die euch dabei helfen, schreiben zu lernen. Und zum dritten – veröffentlicht nie ein Buch ohne halbwegs professionelles Lektorat. Dabei ist es völlig unerheblich, ob ihr Selfpublisher seid oder für einen Verlag schreibt.


13. Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?


Da ich inzwischen weiß, wie lange ich brauche, um eine Standardnormseite vorzulesen, kann ich mich derweil darauf beschränken, einfach die Seiten herauszusuchen, die ich lesen will. Ich suche mir auch für jede Lesung ein Thema, das ist nicht per se das Buch, aus dem ich lese, sondern vielmehr eine These, eine Idee, die ich anhand der Teststellen illustrieren will. Natürlich wähle ich die These passend zum Inhalt des Buches, denn darum geht es ja letztendlich. Aber einfach Passagen aus einem Buch vorlesen, ist langweilig. Wenn die Zuhörer durch die vorgelesenen Textpassagen einen neuen Blick auf das Buch erhalten, dann wird es spannend.

Ich mag Lesungen, denn sie erlauben mir den direkten Kontakt mit meinen Lesern. Aus meiner Sicht ist das das Wichtigste an einer Lesung. Zudem kann man durch eine Lesung Feedback erhalten. Nicht nur darüber, ob den Lesern das Buch gefällt, aus dem man liest, sondern, wenn man die Lesung geschickt durch die Auswahl der Textpassagen steuert (siehe davor), auch Rückmeldung zu Fragen, die einen als Autor interessieren. Denn man kann ja den Fokus einer Lesung so wählen, das man diese Themen in den Mittelpunkt stellt.


14. Wie recherchierst du für einen neuen Roman/ eine neue Story?


Ich fange meist mit den Wikipedia-Einträgen zu einem Thema an und arbeite mich davon ausgehend immer tiefer in die Materie ein. Das Internet ist eine wahre Fundgrube zum Thema Recherche. Meist kaufe ich mir dann noch auf der Basis meiner Internetrecherche gezielt einige Bücher, die sich eingehender mit der Materie oder mit Teilaspekten der Materie befassen. In einigen Fällen habe ich mir auch schon professionelle Hilfe bei einem Historiker geholt. Wenn es um medizinische Fragen geht, gehe ich zu meiner Schwägerin, die ist Allgemeinärztin. Für ein theoretisches Gespräch zwischen zwei Physikern habe ich auch schon einen Physiker um Hilfe gebeten. Das Wichtigste ist zu erkennen, was kann ich alleine recherchieren und bei welchem Thema brauche ich Hilfe.


15. Woran arbeitest du derzeit?


Zur Zeit arbeite ich an einem historischen Projekt, das Ende des 17. Jahrhunderts in Schottland spielt. Es geht um das Massaker am Clan MacIain in Glencoe, dessen Vorgeschichte ich anhand einer Liebesgeschichte aufrollen will. Das historische Geschehen soll dabei jedoch im Fokus liegen. Um es vorweg zu nehmen, kam es aus meiner Sicht zu dem Massaker, weil die MacIains sich zum einen viele Feinde gemacht hatten im Lauf ihrer Tätigkeit als Viehdiebe und zum anderen weil sie ein passendes Opfer waren, um die Highland Clans unter englische Herrschaft zu zwingen. Wer mehr wissen will, soll mein Buch lesen, das bei dp erscheinen wird.


Wolfgang Brandt: So, das war’s auch schon. Ich hoffe, dass dir die Beantwortung der Fragen ein wenig Spaß gemacht hat und bedanke mich ganz herzlich auch im Auftrag der Geisterspiegel-Redaktion und natürlich unserer Leser.

P. E. Jones: Ja sehr. Und viele Grüße.

Quelle:

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