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15 neue Fragen an …

… Henning Mützlitz

Henning Mützlitz durchwandert bereits seit seiner Kindheit phantastische Welten, bis er beschloss, seine eigenen zu erschaffen. Seit einem Redaktionsvolontariat ist er als freier Journalist und Schriftsteller tätig. Er ist unter anderem stellv. Chefredakteur des Genre-Magazins Geek!, in dem er sich mit verschiedenen Formen der Phantastik in Wort und Bild beschäftigt. Daneben schreibt er phantastische und historische Romane.

Weitere Informationen über den Autor findet man unter

der Website www.henning-muetzlitz.de

sowie auf Facebook : www.facebook.com/Henning.Muetzlitz


1. Was bedeutet das Schreiben für dich?


Schreiben ist zunächst einmal mein Beruf als freier Journalist und Autor, davon kann ich mir meine Brötchen und zum Glück noch ein bisschen mehr leisten. Gleichzeitig ist es viel mehr als das, denn das Schreiben von Romanen bedeutet für mich, die Realität zu verlassen und den Welten und Geschichten, die in meinem Kopf Form angenommen haben, Gestalt zu verleihen.


2. Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?


Nur drei Favoriten zu nennen, ist schwierig. Mir haben sehr viele Bücher »gefallen«, und normalerweise würde ich eher Autoren nennen anstatt einzelner Titel. Aber um die Frage zu beantworten: Am meisten in meinen Leseinteressen geprägt haben mich sicher in der Jugend Der Herr der Ringe und mit Magician (auf deutsch zweibändig erschienen als Der Lehrling des Magiers und Der verwaiste Thorn) der Auftakt der Midkemia-Saga von Raymond Feist. In den vergangenen Jahren haben mich Patrick Rothfuss und Scott Lynch am meisten beeindruckt.


3. Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?


Im Romanbereich war dies Das Zepter des Horas, ein abenteuerlicher Mantel&Degen-Fantasyroman in der Romanreihe zum Pen&Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge, im Jahr 2008. Journalistische Beiträge für Zeitungen und Fachzeitschriften verfasse ich seit 2006.


4. Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?


Wächter der letzten Pforte aus dem Jahr 2014. Ein High-Fantasy-Roman, der all das enthält, was mir beim Entwickeln von phantastischen Geschichten wichtig ist: Eine umfangreiche und konsistente Weltenschöpfung, Charaktere mit Ecken und Kanten, an denen man sich reiben kann, kein klassisches Gut/Böse-Schema sowie politische Verwicklungen, die zwar nicht als konkrete Allegorien auf die heutige Welt gedacht sind, aber durchaus Assoziationen hervorrufen sollen. Gleichzeitig ist es mein bislang umfangreichster Roman und das sicher komplexeste Projekt, das ich (in diesem Fall in Zusammenarbeit mit Christian Kopp) veröffentlicht habe. Obwohl der Roman für sich steht, wurde die Welt, in der er angesiedelt ist, in der Folge in den Wächter-Chroniken von mir und zehn weiteren Autoren in Novellen und Kurzgeschichten ausgebaut. Diese sind bislang aber leider nur als E-Book erhältlich.

Einen Eindruck von der Welt und den Publikationen kann man auf  www.waechterchroniken.wordpress.com bekommen.


5. Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?


Ich wüsste gar nicht, was ich stattdessen machen sollte … Selbst, wenn ich zum Broterwerb eine völlig andere Tätigkeit ausüben müsste, würde ich nebenher trotzdem schreiben. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.


6. Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?


Wahrscheinlich der bereits oben angesprochene Raymond Feist, der es hervorragend verstanden hat, aus einer Anfang der 80er-Jahre entwickelten recht klassisch angelegten High-Fantasy-Geschichte einen Kosmos zu entwerfen, den er länger als drei Jahrzehnte zu einer epischen Saga mit kosmischem Ausmaß fortentwickelte und konsistent abschloss.


7. In welchem anderen Genre würdest du dich gern ausprobieren?


Da ich in den letzten Jahren historische Romane veröffentlicht habe (Im Schatten der Hanse und Lübecker Rache), habe ich ja mich bereits »ausgetobt«. Im Frühjahr erscheint zudem eine Regionalkrimi, der aber wohl nur ein singulärer Ausflug bleiben wird.


8. Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?


Ich höre beim Schreiben durchgehend Musik, entweder als Hintergrunduntermalung im Arbeitszimmer oder über Kopfhörer beim Schreiben am Laptop im Café. In beiden Fällen meistens Black-, Death- oder Gothic-Metal.


9. Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?


Aus den Hanse-Romanen könnte man einen schönen TV-Mehrteiler drehen, aber wenn ich es mir aussuchen dürfte, wären es natürlich die Wächter der letzten Pforte, die man verfilmen sollte. Dabei bräuchte es aufgrund des Umfangs  wahrscheinlich mindestens drei Teile. Spaßeshalber hatten Christian Kopp und ich damals überlegt, wer für die Hauptrollen inf kommen könnte. Wir hatten Evangeline Lilly als Tequari-Kriegerin Moriana, Richard Madden als Magier Saresh und Gary Oldman als König Ghalsar Ennius im Sinn. Mark Strong dürfte darüber hinaus den Antagonisten geben.


10. Was inspiriert dich?


Natürlich andere Geschichten in Form diverser Medien, daneben vor allem Urlaubsreisen, neue Eindrücke aus anderen Ländern/Regionen, aber auch Begebenheiten oder Anekdoten aus dem Pen&Paper-Rollenspiel werden immer mal wieder in Geschichten adaptiert.


11. Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?


Ich kann mir als freier Autor und Redakteur nicht leisten, mir so etwas wie eine Blockade zu erlauben, denn irgendetwas muss immer getextet werden. Durch die unterschiedlichen Medienformen, die ich schreiberisch bediene, und die dadurch gegebene Abwechslung ist die Gefahr so etwas wie eine »Blockade« zu haben in meinem Fall aber wahrscheinlich geringer als bei jemandem, der tagtäglich ausschließlich Prosatexte für Romane oder Kurzgeschichten zu Papier zu bringen hat. Natürlich gibt es auch bei mir Tage, an denen es schwerer fällt, das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe – das liegt dann aber eher an der Ablenkung durch andere Dinge als an einer Blockade. Wenn ich mich ablenken lassen will, wird das auch passieren … je weiter entfernt die Deadline ist, desto größer ist auch die Gefahr dafür. Hängt es bei Romanen, gibt es diverse Methoden, dennoch in den Text zu finden: Hat man beispielsweise keine Vorstellung vom Anfang einer Szene, steigt man alternativ vielleicht lieber erst einmal in einen Dialog ein, den man bereits im Kopf hat und der eigentlich erst später folgen sollte. Die Bilder für den Einstieg oder das Drumherum entstehen dann meist von selbst beim Schreiben. Alternativ kann man auch zunächst an einem anderen Kapitel arbeiten oder noch einmal einen Schritt zurücktreten und sich anhand des Szenenplans überlegen, wie der Plot an der entsprechenden Stelle ins Detail überführt werden soll.


12. Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/ Hobbyautoren?


Das schließt sich ein wenig an das oben Gesagte an. Um so etwas wie Schreibblockaden gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte man möglichst große Teile der zu schreibenden Geschichte (egal welcher Länge) durchlebt und durchdacht haben. Ob und wie man das dann schriftlich festhält (in Notizen, einem Grobplot, Exposé, Synopsis, Szenenplan oder was auch immer), muss dann jeder für sich selbst entscheiden. Diese Grundstruktur, dieses »Skelett«, an das im Laufe des Schreibprozesses ja ohnehin noch jede Menge Fleisch kommt, sollte aber möglichst tragfähig sein. Wenn man weiß, wo man hin will und wie man diesen Weg ohne allzu große Widersprüchlichkeiten beschreiten kann, schafft man es auch, dieses Ziel zu erreichen. Zwischendurch muss man ohnehin noch oft genug innehalten, um Dinge im Detail zu durchdenken, die einem im Grobdurchlauf noch sinnvoll vorkamen, sich aber nun als unlogisch oder widersprüchlich erweisen.


13. Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?


Lesungen gehören für mich seit einigen Jahren selbstverständlich dazu und machen mir meist großen Spaß. Natürlich wähle ich die Szenen eines Romans sorgfältig aus, um die Zuhörer möglichst gut zu unterhalten und neugierig auf das Buch zu machen. Ein bis zwei Mal lese ich die Szenen laut und kalkuliere die Zeit, um den ungefähren Zeitrahmen der Lesung abzustecken. Im Zuge der Lesungen schätze ich auch die persönlichen Rückmeldungen und Nachfragen zur Intention oder dem Charakter der vorgestellten Geschichte.


14. Wie recherchierst du für einen neuen Roman/ eine neue Story?


Das ist ganz unterschiedlich. Meistens besteht die Recherche aus einer Kombination aus Fachliteratur, Internetquellen und Vor-Ort-Recherche. Je nach Genre mal mehr in die eine, mal mehr in die andere Richtung gewichtet.


15. Woran arbeitest du derzeit?


Derzeit arbeite ich an einem Dark-Fantasy-Roman in einem historischen Setting. Daneben erscheint wie erwähnt im Frühjahr ein Regionalkrimi und es sind noch ein paar Projekte offen, bei denen sich in den nächsten Monaten entscheiden wird, ob und was daraus wird.


Wolfgang Brandt: So, das war’s auch schon. Ich hoffe, dass dir die Beantwortung der Fragen ein wenig Spaß gemacht hat und bedanke mich ganz herzlich auch im Auftrag der Geisterspiegel-Redaktion und natürlich unserer Leser.

Henning Mützlitz: Vielen Dank. Gerne.

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