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Im Test: Papyrus Autor 7

Die Ansprüche, diScreenshot unter Mac des Programmse ein Autor an sein Arbeitsgerät hat, sind wahrlich gering. Der PC braucht nicht sehr leistungsfähig zu sein, die Textverarbeitung muss lediglich einem gewissen Standard genügen, sodass ein Austausch mit dem Lektor möglich ist.
Dann noch eine Internetverbindung, vielleicht ein Media-Player, um sich während der Arbeit mit entsprechender Musik berieseln zu lassen – fertig.

Streng genommen reicht ein gebrauchter PC mit Linux Mint sowie der billigsten Internet-Verbindung, und schon kann ein Autor einen Bestseller schreiben.

Zum Glück sagt niemand, dass sich ein Autor damit bescheiden muss! 😉
Wie bei allem bietet der Softwaremarkt auch für Autoren besondere Programme an, die ihm bei der täglichen Arbeit helfen sollen.

Eines davon ist Papyrus, das auf eine sehr lange Tradition blicken kann – seine Wurzeln liegen in der Vor-PC-Ära, war die Textverarbeitung doch bereits auf dem Atari ST zu Hause. Später gab es eine Version für OS/2, heute ist Papyrus Autor für Windows und Mac zu haben.
Zudem ist das Programm inzwischen in aller Munde; auch, weil Eschbach mit Papyrus arbeitet, seine Ideen in die Entwicklung einflossen und er es allen angehenden Autoren ans Herz legt.

Keine Frage also, dass auch ich Papyrus einem intensiven Test unterzog und eine komplette Novelle damit verfasste.

Vor dem Schreiben:
Die Installation verläuft sowohl unter Mac als auch unter Windows völlig problemlos und systemtypisch.

Hat man seine Kaufdaten eingegeben, erlebt man bereits die erste angenehme Überraschung – Papyrus Autor startet sehr schnell! Selbst auf einem Mac Mini aus dem Jahr 2009 mit nur acht Gigabyte RAM kann die Arbeit nach wenigen Sekunden beginnen; Word 2011 braucht hier deutlich länger, nur Pages startet ähnlich flott, verfügt aber nur über einen Bruchteil der Funktionen.

Die Oberfläche des Programms wirkt aufgeräumt, gleichwohl aber auch ungewohnt. In den Menüs findet man einige Einträge, die man von anderen Textverarbeitungen nicht kennt. Zum Glück öffnet sich gleich zu Beginn ein Text, der in die Arbeit mit Papyrus einführt und die verschiedensten Möglichkeiten, Einstellungen und Komfort-Funktionen erklärt. So erfährt man, wie man einen Text schrumpft, ihn auf Lesbarkeit überprüft, Satzmonster identifiziert oder Füllwörter eliminiert; so man das möchte.

Denn eines hat mir bei Papyrus gut gefallen – man kann seinen Vorschlägen folgen, kann sie jedoch auch ausblenden; dann etwa, wenn man seinem bisherigen Stil folgen möchte.

Die Arbeit:
Hat man sich mit den Funktionen vertraut gemacht, beginnt die Arbeit am Text. Hier zeigt sich, dass das Tempo der Anwendung gleichmäßig hoch bleibt; auch dann, wenn man längere Texte lädt.

Prüft man die Lesbarkeit bereits während der Arbeit, markiert Papyrus verschiedene Absätze farblich; je nachdem, ob man hier nachbessern sollte oder nicht.

Neben dieser speziellen Überprüfung verfügt Papyrus über Duden-Wörterbücher, die bei Grammatik und Rechtschreibung helfen sowie beim Thesaurus zurate gezogen werden.

Gut gefallen hat mir persönlich die Übersichtlichkeit der Menüs, die den User unterstützen und nicht behindern. Große, klare Symbole in den Menüleisten vereinfachen die Bedienung zusätzlich.

Eine Seitenleiste, mittels der man rasch zwischen Kapiteln navigieren kann, gehört inzwischen zum guten Ton und auch bei Papyrus findet man sie.

Etwas ungewohnt hingegen ist der Umgang mit Absatzvorlagen; hier bedurfte es im Test einiger Eingewöhnungszeit, denn sie werden anders bearbeitet als etwa in Word. Ob dies aufgrund der verschiedenen Sonderfunktionen so sein muss, konnte ich nicht ergründen. Wenn nicht, täten die Entwickler gut daran, hier dem Standard zu folgen.

Überhaupt muss man sich an die Arbeit mit den speziellen Funktionen nach einem Umstieg auf Papyrus gewöhnen. Hat man sie verinnerlicht, möchte man sie jedoch nicht mehr missen. Ich selbst fand die Charakter-Datenbank äußerst praktisch. In ihr kann man Protagonisten, Antagonisten oder Randfiguren festhalten, beschreiben und entwickeln.

Daneben gibt es Tools um seinen Plot auszuarbeiten oder Handlungsfäden zu verfolgen, Gedanken festzuhalten oder Textschnipsel auszulagern.
Hier merkt man deutlich, wo der Schwerpunkt des Programms liegt.

Speichert man ein Dokument, so geschieht das im Papyrus-eigenen Format. Eine Export-Funktion steht natürlich zur Verfügung. Hier fällt auf, dass man seinen Text zwar im alten .doc-Format speichern kann, nicht aber im neuen .docx. Praktischer wäre es, würde Papyrus das offene Format unterstützen – und im Zuge dessen auch .odt, da Open Office bzw. Libre Office doch recht beliebt sind.

Überaus praktisch hingegen ist, dass man aus Papyrus heraus ein eBook erstellen kann; sowhl PDF als auch ePub und .mobi stehen zur Verfügung.
Weitere Exportmöglichkeiten beinhalten HTML, ASCII und RTF.

Der Nachteil:
Papyrus Autor ist ein mächtiges Tool für Schriftsteller. Man kann großartig an seinen Texten arbeiten – sofern man an seinem PC oder an seinem Notebook mit Windows oder Mac sitzt. Schon bei Linux muss man mit Tricks arbeiten, um das Programm zu starten, mobil gibt es gar keine Lösung, sofern man kein Windows 8-Tablet besitzt.

Möchte man einen begonnenen Text auf seinem iPad oder Android-Gerät bearbeiten, muss man ihn zuvor aus Papyrus exportieren. Wie bei jedem Ex- und Import gehen dabei Formatierungen verloren, zumal man den ins Word-Format umgewandelte Text später wieder in Papyrus importieren muss; und so weiter, und so weiter. Gerade in Zeiten, in denen mobiles Arbeiten zunehmend wichtig wird und selbst Microsoft erkannt hat, dass Tablets weit mehr als Konsumgeräte sind, wäre eine mobile Lösung wünschenswert.

Natürlich ist es nicht möglich, all die Funktionen in eine App zu bringen. Eine Textverarbeitung, die das Papyrus-Format liest und einige wenige Standard-Funktionen bietet, würde jedoch bereits reichen. Denn dann könnte man die Datei in die Cloud legen und überall darauf zugreifen, ohne zuvor Ex- und Import betreiben zu müssen!

Fazit:
Papyrus Autor ist ein großartiges Tool, möchte man gute Texte verfassen. Es bietet genau die Hilfen, die ein Autor sonst durch weitere Programme lösen muss, ist gleichzeitig jedoch schnell und stabil. Unter Windows oder Mac gibt es kaum ein Tool, das Autoren derart entgegenkommt.

Dringend benötigt wird jedoch eine App, mit der man zumindest das Hausformat von Papyrus bearbeiten kann!

Hinweis:
Papyrus Autor kostet als Neuanschaffung 179 Euro, weitere Informationen und ausführliche Funktionsbeschreibungen finden sich auf der Webseite des Anbieters.

Ein Kommentar zu Im Test: Papyrus Autor 7

  • frickfilm sagt:

    Danke. Hoffe, das mit Linuxwird noch was. Denn ich arbeite auch aus der Cloud heraus. Und zumindest längere Zeitungsartikel habe ich bereits auf dem Smartphone geschrieben. Ein abgespeckter Editor mit den Grundfunktionen für Android wäre eine Traum.

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