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Gorgoneion

Die Geschichte
Die Gorgone Medusa lebt zurückgezogen in einer Höhle außerhalb der Zivilisation. Vom Fluch des Ephyalkes getroffen, wachsen ihr zehn Jahre lang Haare statt Nattern und jeder Mann, der sie zu Gesicht bekommt, verliebt sich in sie.
Doch eines Tages erscheint Perseus, entsendet von Polydektes, die Gorgone zu ermorden.
Kann Perseus sich ihrer Schönheit entziehen?
Und was passiert, wenn sich Medusa nach zehn Jahren wieder in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandelt?
Gorgoneion
wurde mit dem »Marburg Award 2013« ausgezeichnet.


Prolog
Die Elysischen Felder

Elf steinerne Statuen der Olympier säumen den Platz

AISCHYLOS. SOPHOKLES. EURIPIDES. Sie bilden den CHOR DER DRAMATIKER.

CHOR DER DRAMATIKER (ans Publikum).

So vernehmet nun den Fluch des Ephyalkes, Sterbliche,

als wie Medusa ihn empfing!

AISCHYLOS (tritt vor). Oh Elende!

Die Nattern solln vom Schopf dir faulen!

SOPHOKLES (tritt vor). Oh Elende!

Eine Dekade lang soll Haar dir wachsen!

EURIPIDES (tritt vor). Oh Elende!

Nicht zu Stein soll werden,

wer dich sieht!

CHOR DER DRAMATIKER. Nein!

Zerfließen vor Liebe soll

wer immer dich erblicket!

Zehn Jahr geh hin und sei so schön,

auf dass kein Mann den Anblick lang ertrage!

(Sie verteilen sich, betrachten die Statuen.)

1. Episoda
Labyrinth der Medusa

MEDUSA.
MEDUSA (ihr Haar bürstend). Weh mir!

Was bürst ich frische Locken,

die Fluch mir eingebracht?

Meine Nattern!

Sie wanden sich am Grunde,

des Vaters Wutspruch

trieb sie mir vom Kopfe.

Seit Jahr und Tag nun leb ich schon,

zurückgezogen, scheu und still,

hier hinter schwerem Fels,

Zyklop sei Dank,

dass niemand ich behellige.

Doch Heldenmut,

du tödlich süße Narretei,

lässt sie finden

selbst hier unten mich.

So ist‘s geschehn um Phydrax,

Ephyalkide steinerner,

dass im Labyrinthe er mich fand,

die nie mein Spiegelbild ich hab gesehn.

Oh ärmster Phydrax!

Wie groß die Pein des Vaters

muss wohl sein!

(Es bebt in der Ferne. Stein schleift auf Stein. Ein Windstoß durchdringt die Kammer.)

Still!

Wenn dies mal nicht der Heros ist … (Ab.)

Eingang zum Labyrinth
Draußen tobt ein Sturm

PERSEUS. Der versteinerte PHYDRAX.

PERSEUS (nach draußen rufend).

Dank dir, mein Zyklopenfreund,

weißt ein kostbar Münzlein wohl zu schätzen!

(Er setzt sich nieder, sticht sein Schwert in den Sand.)

Was ist die Welt doch schlecht,

wo selbst Zyklopens Hand

vermünzt will sein!

So sitz ich hier,

gekommen,

erneut der Welt die Schlechtigkeit

vom Nacken abzuschlagen!

Allein für was?

Wo für jeden Kopfe Schlechtigkeit,

so liegt er erst zu Grunde,

sogleich zwei neue sich entfalten.

Doch was soll‘s?

Ein Jeder wohl sein Pfund

zu tragen hat.

(Er erhebt sich.)

Sodann:

Welch grimmig Schlachtenzorn

erflammt in meiner Brust!

Mit blutlüsternd trümmernd Schwert in meiner Hand

steh ich nun hier,

das Monstrum,

es zu spalten!

So erzittere vor dem Sohn des Zeus!

(Er erblickt den versteinerten Phydrax.)

Oh Götter, steht mir bei!

Welch dunklen Anger betrete ich

durch Loch das schwarzer Eingang war?

So ist‘s wohl wahr,

was allerorten tratschend Zung

zu flüstern weiß.

Der Phydrax ist‘s!

So verscheide er nicht ungerächt!

Pallas‘ Leihe in der Hand,

auf dass es der Gorgone

ewige Verdammnis bringe!

Ihren Kopfe schenken muss ich

Polydektes,

der zu Seriphos thront,

will ich finden seine Gunst!

Steht mir bei, ihr Nymphen,

auf mein Haupte setz ich das Gebinde!

(Er wird unsichtbar.)

Auf zu Blut und Mordschlag! (Ab.)


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB und MOBI zum Downloaden zur Verfügung.

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