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Die Tauscher

Die Tauscher 19

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 19

Auf dem Heimweg hatte Florian das unangenehme Gefühl, als würde er von allen Passanten mit scharfen Blicken fixiert. Er riskierte es, ein Taxi zu nehmen, weil die Fahrer mehr auf Kleidung und Gepäck als auf das Gesicht achteten. Er saß im Fond, die Hutkrempe tief heruntergezogen und hörte auf die Radiodurchsagen, die der Fahrer angestellt hatte. An mehreren Hauptstraßen waren Straßensperren errichtet worden, vor dem Betreten einiger Stadtviertel wurde gewarnt. Auf den ersten Blick schien die Stadt unverändert – rasender Verkehr, sich drängelnde Menschenmassen, Reklame, Hupkonzerte, glänzende Geschäfte. Aber auf den zweiten Blick wirkte alles noch hektischer als sonst, in der Luft lag eine Spannung, als hätte man die Stadt unter Strom gesetzt. Am Himmel quollen Wolkengebirge mit glänzenden weißen Flanken auf. Die schwüle Luft mit ihrem Benzingeruch klebte Weiterlesen

Die Tauscher 18

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 18

Es dauerte eine Weile, bis er das Polizeipräsidium betrat und sich nach Oberkommissar Traut erkundigte. Die uniformierte Dame in der Eingangshalle hob das Telefon, auf ihrem Gesicht spiegelte sich die mangelnde Begeisterung Trauts, als sie den Namen des Besuchers nannte.

»Achter Stock, Zimmer 826, nehmen Sie den Paternoster dort links.« Florian fuhr in der ruckenden Kabine, in der es nach Bohnerwachs roch, nach oben. Auf jeder Etage bot sich dasselbe Bild – Männer und Frauen in Uniform oder Zivil, die durch den Flur eilten, Telefonklingeln, Hämmern von Schreibmaschinen, Stimmengewirr. Er stieg im achten Stock aus und wandte sich sofort der richtigen Seite des Flures zu.

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Die Tauscher 17

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 17

Sie überquerten Industrieanlagen, die Hitze fauchender Abgasflammen war bis in ihre Höhe zu spüren, aus einem Stahlwerk drang ein düsterer roter Schein wie von einem Gewitter und eine rötliche Wolke wälzte sich aus der Werkhalle und verschlang die Umgebung.

Dann blickten die Häuser mit weniger Fenstern in die Nacht, die Straßenbeleuchtung wirkte sparsamer, die Abstände zwischen den Häusern wurden größer. Und dann flogen sie in das große Schwarz, unter, neben, über ihnen war nichts als schwarze Nacht.

Florian hatte keinen blassen Schimmer, wie seine Pilotin den Landeplatz finden wollte. Dennoch traute er es ihr zu. Weiterlesen

Die Tauscher 16

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 16

Sie folgten dem Lastwagen durch Stadtviertel, die immer ländlicher wurden, bis sie eng zusammengepressten Dörfern ähnelten. Schließlich wurde die Bebauung von lockeren Birkenwäldchen und weiten Sandflächen abgelöst.

Dann entdeckte Florian einen Wachtturm. Zuerst dachte er, dass es ein Hochsitz für die Jagd wäre. Aber der Turm war dafür zu hoch und auf dem Dach saß ein Scheinwerfer. Zwischen Stämmen und Büschen flimmerte nun ein Maschendrahtzaun, über den oben Stacheldrahtbündel liefen.

»Wo sind wir?«

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Die Tauscher 15

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 15

Vielleicht waren es nur Minuten, aber für Florian schienen es Stunden zu sein, als Fräulein Levinsohn endlich zurückkam. Sie schlenderte heran, schlenkerte mit ihrem Handtäschchen und ließ sich auch von Florians Gestik nicht zur Temposteigerung bewegen.

»Ich weiß jetzt, dass heute die Abfallstoffe abgeholt werden. Auch der C-Stoff«, erklärte sie mit Stolz erhobenem Kopf. Dann stockte sie, weil Florian kurz davor stand, sie zu erwürgen.

»Und ich weiß, dass der C-Stoff schon längst abgeholt wurde«, knirschte er, »und ich würde gewusst haben, wohin er gebracht wird, wenn Sie sich nicht herumgetrieben haben würden.«
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Die Tauscher 14

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 14

»Was könnte das sein?«, fragte Fräulein Levinsohn.

Florian schaute aus dem Taxi auf die Stadt, die in der Abendhitze kochte. Am Himmel zogen schwere Gewitterwolken auf. Fräulein Levinsohn hatte ihren Bruder überredet, um eine Verschiebung der heutigen Sitzung zu bitten. Und wieder hatte Florian gemerkt, dass sie auch anders sein konnte. Liebevoll und besorgt und ganz ohne ihre übliche Kratzbürstigkeit und ihren Sarkasmus.

»Ich weiß es nicht«, antwortete er auf ihre Frage, »aber ich weiß, dass wir es nicht herausfinden, ohne uns das Institut anzuschauen.«
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