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Jeremias Flöte

Sukkubus

Sams Entscheidung

»Die Große Entscheidung ist nahe.«
Die in silbernes Licht getauchte Gestalt, deren Konturen denen eines Menschen ähnelten, deutete auf drei Knoten im Geflecht der in verschiedenen Farben leuchtenden Zeitstränge, die als ein kompliziertes und endloses Geflecht weit verzweigt über ihnen und um sie herum schwebten. Einer der Knoten war dunkel und sog wie ein Schwarzes Loch das Licht aus den Strängen, die in ihn hineinflossen. Die aus ihm austraten und sich wie ein Netz aus Finsternis ausbreiteten, schienen das Licht aus allen Strängen zu saugen, die sie berührten oder denen sie nahe kamen. Viele, sehr viele von ihnen brachen abrupt ab. Die, die übrig blieben, wurden dicker und verbreiteten noch mehr Finsternis.
Der zweite Knoten strahlte dagegen in reinem Licht. Ebenso strahlend waren auch die aus Weiterlesen

LeGrands Vergeltung

Raksus­ha, Kö­ni­gin der Ba­si­lis­ken, schritt durch den ma­gi­schen Schlei­er in der ge­hei­men Kam­mer ih­rer un­ter­welt­li­chen Re­si­denz. Wie­der ein­mal gra­tu­lier­te sie sich zu dem schlau­en Ent­schluss, eine ge­hei­me Kam­mer in der ge­hei­men Kam­mer zu ver­ste­cken. Soll­te Letz­te­re ent­deckt wer­den – es gab oh­ne­hin be­reits ei­ni­ge hand­ver­le­se­ne ver­trau­ens­wür­di­ge Ba­si­lis­ken, die sie kann­ten – blieb ihr Ge­heim­nis trotz­dem ge­wahrt, denn die zwei­te Kam­mer war so ge­si­chert, dass nicht ein­mal die stärks­te Ma­gie sie auf­spü­ren konn­te. Au­ßer der von Lu­zi­fer. Doch da der nichts von dem ahn­te, was Raksus­ha und ihr Ver­bün­de­ter plan­ten, hat­te er kei­ne Ver­an­las­sung, da­nach zu su­chen.
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Die Seelendiebin

Klopf-klopf. Klopf. – KLOPF!
Do­re­en fuhr er­schreckt aus dem Schlaf hoch und starr­te ins Dun­kel. Was war das? Durch das Fens­ter schien das Mond­licht und mal­te durch den al­ten Ahorn­baum vorm Haus bi­zar­re Mus­ter auf den Tep­pich.
Klopf-klopf.
Do­re­en ki­cher­te er­leich­tert, als sie sah, dass das un­heim­li­che Ge­räusch nichts an­de­res war als ein Ast, der vom Wind ge­gen ihr Fens­ter ge­schla­gen wur­de. Sie ku­schel­te sich wie­der in ihre De­cke und schloss die Au­gen. Der Wind flüs­ter­te im Baum. Als sie noch klein war, hat­te Weiterlesen

Hekates Schlüssel

Irgendwann in der Dimension der Götter

Sie schlief. Zumindest befand sie sich in jenem Zustand der Ruhe, den auch Götter alle paar hundert Menschenjahre brauchen, um ihre Kräfte zu regenerieren. Ein Zustand, in dem sie ihre Umgebung nicht mehr wahrnahm, nicht mal ihren Körper, der ohnehin nur ein überflüssiges magisches Konstrukt war, das sie benutzte, wenn sie sich den Menschen zeigte. Doch sie hatte sich an ihn gewöhnt. Er gefiel ihr. Deshalb behielt sie ihn sogar in der Phase der Regeneration bei.
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Drui­den­fluch

Sam­hain 1 31. Ok­to­ber 2009, Ir­land

Cnoc Maol Réidh. Kah­ler grau­er Hü­gel. Der über 800 Me­ter hohe Mweel­rea am Kil­la­ry Har­bour im Coun­ty Mayo trug sei­nen Na­men zu Recht. Be­son­ders um die­se Jah­res­zeit, in der sich die Na­tur zur Ruhe be­gab und der kal­te Wind vom Meer he­rü­ber­weh­te, der Ma­yos höchs­ten Berg schon seit Jahr­tau­sen­den ab­ge­schlif­fen hat­te.
Pàdru­ig Ker­ry wünsch­te sich, der Wind hät­te auch das furcht­ba­re Ge­heim­nis weg­ge­schlif­fen, das hier seit fast acht­hun­dert Jah­ren ver­bor­gen wur­de. Er schlepp­te sich den Hü­gel hi­nauf. Weiterlesen

Die Sa­tans­bi­bel

Braun­schweig, Klos­ter St. Alb­er­tus Mag­nus, 1488

»Es ist voll­bracht!«
Meis­ter Matt­hi­as leg­te die Schreib­fe­der zur Sei­te und be­trach­te­te sein Werk. Das drei­zehn­te Ka­pi­tel des Li­ber ar­tis ma­gi­cae di­a­bo­li­cae lag vor ihm, das »Buch der teuf­li­schen Zau­ber­kunst«. Meis­ter Matt­hi­as, füh­ren­des Mit­glied im Ge­heim­bund der Die­ner des Schwar­zen Feu­ers, hat­te drei Jah­re da­ran ge­ar­bei­tet, da er es na­tür­lich nur im Verb­or­ge­nen hat­te schrei­ben kön­nen. Hät­te ein Au­ßen­ste­hen­der ihn da­bei über­rascht oder das Ma­nu­skript ge­fun­den, Matt­hi­as wäre als Teu­fels­an­be­ter hin­ge­rich­tet wor­den. Be­son­ders da er und sein Schü­ler Ra­nulf Weiterlesen

Rattenbrut

Saul Fisher öffnete die Tür seines Hauses, schaltete das Licht ein und ließ der attraktiven Frau, die er gerade in einer Bar kennengelernt hatte, den Vortritt. Die Schöne warf einen Blick in die Runde.
»Wow!«, entfuhr es ihr beim Anblick des Marmorfußbodens und der breiten, halb gewendelten Treppe, die ins Obergeschoss führte. »Das ist ja ein Palast!«
Saul grinste zufrieden. »Warte ab, bis du das Schlafzimmer siehst«, prophezeite er und deutete zur Treppe. »Erste Tür rechts. Geh schon mal vor. Ich besorge uns nur noch was zu trinken.«
Die blonde Schönheit ging mit einem erwartungsvollen Lächeln nach oben. Saul sah ihr nach und fühlte, wie beim Anblick ihrer geschmeidigen Bewegungen sein Penis hart wurde. Das Weiterlesen

Geisterrache

Der Bagger setzte ungefähr dreißig Yards zurück und hielt schließlich an. Sein Fahrer Sully Hartfield starrte den verdorrten alten Baum grimmig an, der den Bauarbeiten im Weg stand – eine alte Eiche mit einem Stammdurchmesser von geschlagenen dreieinhalb Yards und einer Höhe von fast zwanzig Yards. Seine fünf Hauptäste reckten sich dem Himmel entgegen wie die überdimensionalen Finger einer Hand, die dem Bagger zugewandt waren, als wollten sie ihn abwehren. Oder ihn warnen, von seinem Vernichtungswerk abzulassen.
»Keine Chance!«, knurrte Sully Hartfield. »Dich mach ich platt, egal wie groß du bist.«
Schließlich war es nur ein vertrockneter alter Baum, auch wenn der bisher allen Versuchen, ihn mit Äxten und Kettensägen zu fällen, hartnäckig widerstanden hatte. Die Äxte waren ausnahmslos nach ein paar Schlägen gegen die überraschend harte Rinde zerbrochen, und auch zwei Kettensägen hatten dran glauben müssen Weiterlesen