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Marshal Crown

Marshal Crown – Band 18

Keine Schafe für Rath City

Der scharfe Nordwind heulte wie ein hungriger Wolf über das Land am Red River. Er stieß und zerrte an den blattlosen Dickichten der Bruchkirschensträucher, die das nördliche Flussufer säumten, raschelte in den Baumwipfeln junger Pinien und trieb fast mannshohe Tumbleweedkugeln1 wie Spielzeugbälle vor sich her.

Kurz vor Mitternacht, als der Sturm allmählich nachließ, tanzten die ersten Schneeflocken in der eiskalten Luft. Doch auch sie konnten den durchdringenden Geruch nicht vertreiben, der seit Tagen über dem Nordufer des Flusses lag.

Der beißende Gestank der Schafe hatte sich förmlich in das Land hineingebrannt.
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Marshal Crown – Band 17

Duell am Red River

Mor­gen­däm­me­rung in Shre­ve­port, Lou­i­si­a­na.

Herbst­ne­bel lag über der al­ten, ehe­ma­li­gen Süd­staa­ten­me­tro­po­le am Ufer des Red Ri­vers. Ob­wohl die Son­ne schon vor mehr als ei­ner Stun­de auf­ge­gan­gen war, wur­de es ein­fach nicht rich­tig hell. Im Ge­gen­teil, der Him­mel hing nied­rig und es schien, als ob das ers­te Licht des neu­en Ta­ges den Früh­dunst nicht zu durch­drin­gen ver­moch­te.

Das von ro­ten Ton­par­ti­keln durch­setz­te Was­ser des Flus­ses roll­te in im­mer wie­der­keh­ren­den Wel­len ge­gen die höl­zer­nen Auf­bau­ten der Schiffs­an­le­ge­stel­len, klatsch­te ge­gen die Kai­mau­ern und spritz­te über die aus­ge­tre­te­nen Pflas­ter­stei­ne der Ufer­stra­ßen. Un­zäh­li­ge Kiel­boo­te und Ma­cki­naws düm­pel­ten wohl ver­an­kert ne­ben ei­nem Weiterlesen

Marshal Crown – Band 16

Unter Goldhyänen
Jim Crowns Mexiko-Abenteuer Teil 2

In dem Gesicht des alten Indianers zuckte kein Muskel. Es glich einer starren Maske, während der Blick aus seinen dunklen Augen Everett Wilson regelrecht zu durchbohren schien.

Je länger der Tonkawa schwieg, umso größer wurde Wilsons Unsicherheit.

Kalter Schweiß perlte auf der Stirn des Texaners, obwohl die Sonne von Mexiko beinahe senkrecht am stahlblauen Himmel stand.

Irgendetwas stimmte hier nicht, der Alte wirkte viel zu selbstsicher.

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Marshal Crown – Band 15

mc015-viva-mexikoViva Mexiko

Zuerst war es nur ein dumpfes Grollen, welches durch das fahle Grau der Morgendämmerung drang. Dann tauchte auch schon ein riesiger Reiterpulk am Horizont auf, kaum dass die aufgehende Sonne das Land purpurn färbte.

Der Wind trug den Hufschlag der vielen Pferde wie Donner durch die Luft.

John Kent, der mit zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, im Glockenturm der Kirche von Zacatecas stand, nahm seinen Feldstecher hoch und richtete ihn auf die Reiter, die in gestrecktem Galopp rasch näher kamen. An der Spitze ritt ein Offizier, gefolgt von einem Fahnenträger.
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Marshal Crown – Band 14

mc014-der-marshal-und-die-todeskutscheDer Marshal und die Todeskutsche

Eigentlich wollte Marshal Crown nur so schnell wie möglich wieder nach Hause. Aber Channing, die kleine Stadt im nördlichen Panhandle von Texas, wo man ihn als Hauptzeuge in einem Mordprozess vorgeladen hatte, lag nun mal über zehn Tagesritte von seiner Heimatstadt entfernt.

Als ob das nicht genug war, hatte er es auf seinem Ritt zurück dann auch noch mit aufständischen Kiowa, einer mannstollen Siedlertochter und schießwütigen Deserteuren zu tun, die es auf die Geldkassette einer Sonderkutsche abgesehen hatten, die zufällig seine Wege kreuzte.

Es dauerte nicht lange, und Crown wusste nicht, was schlimmer war: die Indianer, die Siedlertochter oder die Weiterlesen

Marshal Crown – Band 13

MC013-Heiße-Tage-in-Rath-CityHeiße Tage in Rath City

Die dunklen Umrisse der kleinen Rinderstadt zeichneten sich düster gegen den schmutzig grauen Aprilhimmel ab. Ein böiger Wind trieb von Nordosten her dichte Regenschleier durch die Town und von den Dächern rann das Wasser in wahren Sturzbächen herab. Die von tiefen Fahrrillen durchzogenen Straßen waren allesamt aufgeweicht und überall hatten sich Pfützen gebildet, die allmählich zu kleinen Seen anwuchsen.

George Wetherell lehnte an der Theke des einzigen Saloons von Calf Creek und starrte durch das Fenster neben der Eingangstür hinaus in den Regen.

Er war ein hagerer, knochiger Mann. Sein schmales Gesicht war von Tage alten Bartstoppeln bedeckt. Auf seinem Kopf thronte ein speckiger Filzhut, unter dem graue Haarbüschel hervorlugten, die in dünnen Strähnen bis über Weiterlesen