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Krimi/Thriller

Die Tauscher 13

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 13

Fräulein Levinsohn erwachte aus ihrer verbiesterten Erstarrung. Sie rammte den Fuß auf die Kupplung und schaltete herunter. Der Wagen wurde langsamer, was aber bedeutete, dass sie noch immer mit Fallgeschwindigkeit auf die Kurve zujagten.

Fräulein Levinsohn trat auf die Bremse. Sie bremste, hob den Fuß, bremste wieder und dann rammte sie mehrmals die Sohle ihres Sommerschuhs auf das Pedal. Ihr Mund öffnete sich. Sie schaute zu Florian, Panik in den Augen. Der warf sich nach vorne, zog sie aus dem Sitz und riss sie zu sich herüber. In Hammerstains Augenwinkeln wuchs die Eiche mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit. Seine Arme umfassten die Frau, seine Beine Weiterlesen

Der goldene Fels – Kapitel 14

Der-goldene-FelsRobert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915

Vierzehntes Kapitel

Auf den ersten Lärm im Haus, das Pfeifen und Rufen Brockhofs, die lauten Tritte der fort stürmenden Schutzleute war Martha von oben heruntergekommen. Während sie noch auf der Treppe war, schrie Helbig ihr entgegen: »Dein Mann ist ein Schuft! Er hat mir nach dem Leben getrachtet, mir, deinem guten, alten Vater, der so gern ein paar Jahre noch leben möchte. Dein Mann ist es, der Ebisberg umgebracht hat. Mich hat er ermorden wollen und ihn hat er getroffen!«
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Die Tauscher 12

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 12

Vor ihnen lag eine gerade, freie Strecke und Fräulein Levinsohn gab wieder Gas. Florian wurde in den Sitz gepresst und bemühte sich hektisch, seine verkrampften Finger zu lockern, um sie wieder an den Griff zu bekommen.

Im nächsten Moment musste er sich abstützen, denn der Wagen bremste schlingernd und bog durch ein Tor auf einen Kiesplatz ab. Das Sanatorium Seelensonne residierte in einem ehemaligen Palast. Das Gebäude war geschmacklos, aber eindrucksvoll. Vor dem Eingang stützen sechs Säulen einen tempelartigen Dreiecksgiebel. Die Fassade strahlte in der Sonne.

Fräulein Levinsohn hielt vor der Eingangstreppe. Sie schaltete die Zündung aus, ließ den Motor mit einem letzten Weiterlesen

Der goldene Fels – Kapitel 13

Der-goldene-FelsRobert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915

Dreizehntes Kapitel

Lange Zeit wartete Martha weinend, ob nicht Burkhardt wieder zu ihr zurückkäme. Mit schweren Gliedern machte sie sich dann endlich auf den Weg nach Hause. Sie fühlte jetzt einen heißen Zorn auf sich selbst. Mehr, als mit Worten möglich gewesen wäre, hatte Burkhardt ihr mit seinem stummen Fortgehen gesagt. Hatte sie wirklich ein frevelhaftes Unrecht an ihm begangen, indem sie ihn schuldig glaubte? Möchte er schuldig sein oder nicht, sie konnte nicht von ihm lassen! Sie verzehrte sich in Sehnsucht nach einem gütigen Wort von seinen Lippen. Über Weiterlesen

Der goldene Fels – Kapitel 12

Der-goldene-FelsRobert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915

Zwölftes Kapitel

Martha hatte hinter der verschlossenen Tür ihres kleinen Salons das Gehen und Reden der Herren vom Gericht undeutlich gehört. Angst und Entsetzen waren in ihr durch diese Töne nur noch gesteigert worden. Sie malte sich aus, was drüben im Zimmer ihres Vaters verhandelt wurde, meinte, die Worte zu hören, die Karl Georg zu Burkhardts Verderben sprach. Und bei diesen Gedanken ging jedes andere Gefühl in einer vernichtendem tödlichen Angst um den Geliebten unter. Aus der Angst aber entstand der Entschluss, ihn um jeden Preis zu Weiterlesen

Die Tauscher 11

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 11

Florian verließ das Taxi genau dort, wo er eingestiegen war.

Im Café herrschte noch immer dieselbe ruhige, duftgeschwängerte Atmosphäre, als hätte Florian einen anderen Planeten betreten. Fräulein Levinsohn saß am Tisch, als wäre gerade eine halbe Minute vergangen. Sie blätterte in einer Illustrierten. Sie sah seltsam zart und verletzlich aus, wie sie sich über die Hochglanzseiten beugte – mit ihrer immer noch zu großen, aber irgendwie doch hübschen Nase und diesem niedlichen kleinen Strohhut auf dem Kopf. Als er auf sie zuging, empfand Silwester Hammerstain Freude darüber, dass sie auf ihn gewartet hatte und noch mehr Freude, dass er sich jetzt zu ihr setzen konnte.

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