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Mystery

Im Spiegel

Im Spiegel

Ich hatte dies kommen sehen und dennoch sollte ich beim Knall der Steinschlosspistole und dem folgenden Brennen der Wunde erschrecken. Mehr zu empfinden gelang mir allerdings nicht mehr, bevor ich zu Boden gleiten sollte, von wo mich mein geliebter Vater jetzt aufhob. Das Leid in seinem von Tränen verschleierten Blick jedoch ertrug ich nicht, weshalb ich meine Augen von ihm ab- und dem Spiegel zuwand, vor dem ich starb.

Der Spiegel, der mich nun schon seit den frühesten Tagen meiner Kindheit begleitete, und der wahrlich Ewigkeiten im Besitz meiner Familie sein musste, wenn es stimmte, was mir meine Mutter von sich und meiner Großmutter einstmals berichtete.

Ich hatte beide abgöttisch geliebt, wenngleich ein Makel auf ihren Leben lastete, den ich einfach nicht annehmen Weiterlesen

Wahrer Erfolg

Hanno-Berg-Wahrer-ErfolgHanno Berg

Wahrer Erfolg

I

Julius Nottebaum grübelte. Er war einfach kein Genie wie Bach oder Beethoven, obwohl er seit seiner frühen Kindheit mit klassischer Musik zu tun gehabt hatte. Sein Vater war Leiter vom Orchester des Stadttheaters gewesen und hatte ihn als Kind zur musikalischen Grundausbildung geschickt. Im Anschluss daran hatte er das Klavierspielen von der Pike auf gelernt. Aber er war kein Klaviervirtuose geworden, wie es sein Vater gern gesehen hätte. Auch dazu hatte es ihm an Talent gefehlt, wie auch schon dem Vater selbst. Der hatte deshalb den großen Traum gehabt, dass seinem Sohn eine solche Karriere vergönnt sein möge. Der Vater hatte getrunken, weil er Weiterlesen

Das Weihnachtswunder

Das-WeihnachtswunderDas Weihnachtswunder

Wir schreiben das Jahr 1418. Auf dem Feld vor der kleinen Kapelle liegt Schnee. Gern möchte ich ihn mit beiden Händen fassen, in die Luft werfen, jauchzen und dazu tanzen, wie es die jungen Leute im Dorf tun.

Doch ich kann es nicht. Ein Fluch hält mich gefangen. Also ziehe ich mich wieder ins Gebälk des kleinen Heiligtums zurück und warte auf Erlösung. Seit 200 langen Jahren.

Nein, ich habe nicht gesündigt. Man tat es mir an, weil ich menschlich war. Menschlich inmitten der Gräueltaten der Schlacht. Wäre ich ein Sünder, dann böte mir auch diese Kapelle keinen Schutz. Sie triebe mich mit der Kraft des geweihten Kreuzes davon.

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Das schwarze Smartphone

Das schwarze Smartphone

I

»Guten Tag, Frau Doktor, ich habe Ihnen einen USB-Stick voller Fotos mitgebracht. Darauf können Sie sehen, was Ihr Mann so treibt, wenn er nicht bei Ihnen ist. Tut mir ja leid für Sie, aber nun wissen Sie wenigstens, woran Sie sind und können reagieren.«

Frauke nahm den Stick aus der Hand des Privatdetektivs entgegen, den sie beauftragt hatte, ihren Mann einige Wochen zu überwachen. Ihre Freundin Mareike, ebenfalls Doktorin der Medizin, allerdings Fachärztin für Frauenheilkunde und nicht für Psychiatrie und Psychotherapie wie sie selbst, hatte sie darauf gebracht. Sie hatte vor zwei Jahren ihren Exmann überwachen lassen und so herausgefunden, dass er sie mit jeder halbwegs hübschen jungen Frau betrogen hatte. Dann hatte sie sich von ihm, einem Banker, scheiden lassen, finanziell gut dabei Weiterlesen

Danach kommt nichts

Danach kommt nichts

Man hört es von vielen Menschen und eigentlich sind sich doch alle sicher: Der Tod bedeutet keinesfalls das Ende. Es gibt Nahtoderfahrungen und Rückführungen, die dafür sprechen. Bestimmte Menschen nennen sich Medium und behaupten, sie sehen von Zeit zu Zeit tote Menschen, – Geister, Gespenster, wie auch immer – die Aufschluss über ihr zu Tode kommen geben. Das Medium weiß dann plötzlich Dinge über die Person, die ein Fremder nicht wissen kann, und somit haben wir den vermeintlichen Beweis. Beispielsweise gab es einen Fall, in dem ein Mordopfer einem Medium schilderte, wo die Leiche des Opfers versteckt wurde, um den Mord zu vertuschen, und die Polizei fand die Leiche dort dann tatsächlich. Es konnte eindeutig ausgeschlossen werden, dass besagtes Medium in den Mordfall involviert war und somit davon wusste.

Dann gibt es Fälle, in denen sich Menschen unter Hypnose an Orte und Dinge erinnern, die nie und nimmer in ihr eigenes Leben Weiterlesen

Die Aufgabe

Die Aufgabe

Jeder von uns bekommt eine Aufgabe mit auf den Weg, wenn er in diese Welt geboren wird. Bei dem einen zeigt sie sich nur undeutlich und dringt erst im Alter aus dem Schatten, der sie bis dato verbirgt. Bei dem anderen kristallisiert sie sich während der Schulzeit oder des Studiums heraus, wenn das Hirngespinst, als Biologe, Mediziner, Anwalt oder Mathematiker sein Geld zu verdienen, zu einer festen Absicht wird.

Mark kannte die Aufgabe, die ihm das Leben aufgebürdet hatte, bereits im Kindergarten. Wir waren vier Jahre alt, als wir Bekanntschaft miteinander machten. Es passierte an einem Spieltisch in der hintersten Ecke und ich erinnere mich daran, als lägen zwischen diesem Damals und dem Jetzt keine zweiundvierzig Jahre, sondern höchstens zweiundvierzig Minuten. Während die anderen Kinder rumtollten, stritten, sich mit lautem Geschrei über den Vorschlag der Erzieherin beschwerten, ein Puzzle zusammenzulegen, oder sich aus Langeweile gegenseitig an den Haaren Weiterlesen