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Der Freibeuter – Tollkühne Flucht

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 20

Krank an Leib und Seele erwachte er. Ein furchtbarer Ekel setzte ihm zu. Er hoffte zu sterben, aber er starb nicht. Drei Tage und drei Nächte lag er auf feuchtem, stinkenden Boden, täglich mit einem Stück Kommisbrot und einem Napf Wasser versehen.

Mit tränender Bitte, die Steine zu rühren vermocht hätte, flehte er den Profos an, beim Kommandanten des Kastells, General von Stöcken, ihm doch wenigstens den Genuss von etwas frifcher Luft zu verschaffen. Er ließ den General beschwören, ihm eine sehr starke Bedeckung mitzugeben und ihn nur auf dem Hof täglich eine halbe Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß in Kopenhagen

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 19

An einem Maimorgen des Jahres 1726 trat der Kammerherr von Raben zu ungewöhnlicher Zeit unangemeldet in das Schlafzimmer des Kronprinzen von Dänemark.

»Was hast du vor?«, rief ihm der Schläfer mit halb geöffneten Augen zu und dehnte sich in den weichen Pfühlen.

»Königliche Hoheit, der Freibeuter Norcroß ist wieder in Kopenhagen.«

»Norcroß? Der Engländer? Der schwedische Kaperkapitän?«, rief der Kronprinz zusammenfahrend und die Augen Weiterlesen

Der Freibeuter – Neue Unglücksschläge

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 18

Norcroß kam mit sich selbst zerfallen in seiner Wohnung an. Es gereute ihn, ein Wort von seinen menschenfeindlichen Plänen entdeckt zu haben. Aber noch denselben Abend wurde er durch die Ankunft seiner Frau und seines Kindes in Kopenhagen erfreut. Sie ließ ihn in den Hafen holen, wo der unglückliche Kaperkapitän mit einem Gemisch von Freude und Wehmut die gute Dina umarmte, welche seinetwegen wieder weite Reisen gemacht hatte. Mit der Inbrunst zärtliche Liebe umschlang sie den ihr so teuren Mann, von welchem ein widriges Schicksal sie schon längere Zeit getrennt hatte, als sie mit ihm hatte zusammenleben können. Ihre Tränen flossen reichlich. Ach! Und Norcroß war wenig imstande, sie zu trösten, denn noch niemals waren seiner eigenen Ansicht Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß’ verwegene Vorschläge

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 17

Der Kanzleirat Bredal wurde in des Kronprinzen Zimmer geführt. Der Kammerherr Gerd von Raben und der Kammerherr von Gabel waren bei dem Königssohn schon zugegen.

»Was habt Ihr mit dem verwegenen Menschen ausgerichtet?«, fragte die Hoffnung Dänemarks.

»Er ist nicht in die Schlinge gegangen, Königliche Hoheit«, versetzte der Kanzleirat mit devotem Bückling und Lächeln. »Zwar traf ich ihn in Helsingoer, allein er versicherte, dass er die Stadt nicht verlassen würde, wenn er nicht das schriftliche Versprechen des Herrn Kammerherrn von Gabel sähe, dass er mit des Königs Majestät würde Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß’ Aussicht auf eine Königskrone

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 16

»Im April des vorigen Jahres reiste ich nach Schweden ab. In Stockholm angekommen, stellte ich mich vor den König, der mich freundlich aufnahm und mir eröffnete, dass ich dem Zuge der Auswanderer nach Madagaskar vorstehen und dort eine bedeutende Charge bekleiden sollte. Dies war mir zu hören sehr erfreulich. Ich muss Ihnen aber auseinandersetzen, was es mit diesem Zuge für eine wunderliche Bewandtnis hatte.

Noch zu Lebzeiten des Königs Karl XII., und wenn ich nicht irre, zwei Jahre vor dem unglücklichen Ende dieses großen Monarchen, wandten sich die Besitzer von Madagascar an ihn, um ihm die Hoheit über diese große Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß in England und Frankreich

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 15

»Kaum hatte ich wieder einige Wochen bei meiner Frau zugebracht, als mir von mehreren Seiten glänzende Anerbietungen gemacht wurden. Mein Name war wie ein Licht aus der Dunkelheit aufgetaucht, und in mehr als einem europäischen Kabinett war von mir die Rede. Früher schon, ehe ich nach Russland gegangen war, hatte mir der Kardinal Alberoni nicht allein große Summen bieten lassen, wenn ich in Dienst der spanischen Krone treten würde, sondern er ließ sie mir auch unverzüglich auszahlen. Noch glänzender waren die Versprechungen, die er mir nun machte, nachdem er durch Frankreichs Einfluss in Ungnade bei seinem König gefallen war. Dadurch wurde ich in den Stand gesetzt, ein eigenes Haus zu machen und brauchte nicht mehr von der Gnade des Herzogs von Weiterlesen