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Fantasy

Der Stein der Wahrheit

I

Im Lande Darcia lebte einst ein junges Ehepaar. Mondo, so hieß der junge Ehemann, war sehr glücklich mit seiner Frau Lacia und die beiden schmiedeten große Pläne für ihre Zukunft. Zur selben Zeit aber wohnte die Hexe Barga im Land. Sie hatte öfter für den König des Landes gehext und war deshalb an seinem Hof gut angesehen. Aber sie war eine böse Hexe und trieb mit ihrer Zauberkraft einigen Schabernack, der für die betroffenen Menschen oft ärgerlich und schlimm sein konnte.
Eines Tages begegnete Barga Mondo und seiner Frau. Die beiden waren gerade mit ihrer Kutsche auf dem Weg zur Stadt Voron, um auf dem dortigen Markt Gemüse und Kartoffeln zu kaufen. Barga konnte sehen, wie die beiden auf dem Kutschbock miteinander turtelten, und dachte sich einen Zauber aus, um das liebende Ehepaar ordentlich zu ärgern. Als sie zu Weiterlesen

Elfenärger

Eine Fantasy-Kurzgeschichte mit Jack, dem Haustiersitter

So sieht also das Ende aus, dachte Jack.

Mit aller Kraft hielt er sich am Dach eines heruntergekommenen Hauses in einer namenlosen Seitengasse der Unterstadt fest.

Unendlich weit weg lag das Straßenpflaster unter ihm, und erträglich nah war das triumphierende Grinsen seines Widersachers über ihm, der bereits seinen Fuß zum entscheidenden Schlag platziert hatte.
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Die Zwillingsschwestern

Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Hanno Berg

I

Tapos war Priester im größten Tempel der Hauptstadt. Er hatte eine Frau namens Namea und liebte sie sehr. Beide waren sehr traurig, denn es war ihnen nicht vergönnt, ein Kind zu bekommen, so sehr sie sich auch darum bemühten.

Der berühmte Maler Sagar, dem man nachsagte, er male die Menschen so natürlich, als seien ihre Bildnisse lebendig, schenkte Tapos ein lebensgroßes Bild von Zwillingen, zwei jungen Mädchen in Messgewändern, die sehr anmutig und klug aussahen. Tapos hängte Weiterlesen

So eine Dra­chen­schan­de

So eine Dra­chen­schan­de

Sei­ne Gna­den, der Kron­bi­schof von Kal­li­op­ta IV ver­ließ wut­schnau­bend sein groß­zü­gig an­ge­leg­tes Ba­de­zim­mer, ohne sich um ze­re­mo­ni­el­le Ge­wan­dung auch nur ei­nen Au­gen­blick zu küm­mern. Ge­nau­er ge­sagt, um ir­gend­wel­che Ge­wan­dung. Schließ­lich sinkt die Not­wen­dig­keit tex­ti­ler Ver­hül­lung dras­tisch, wenn man über ei­nen etwa fünf­zehn Fuß1 lan­gen mit grün­me­tal­lic­far­be­nen Schup­pen ge­pan­zer­ten Kör­per ver­fügt, des­sen Fort­pflan­zungs­or­gan wäh­rend sei­ner nicht über­mä­ßig häu­fi­gen Ru­he­pau­sen un­sicht­bar hin­ter ei­ner sta­bi­len Schup­pen­ta­sche lau­ert. Mo­ra­li­sche oder ze­re­mo­ni­el­le Ein­wän­de wa­ren auch nicht zu er­war­ten. Der Wil­le zu öf­fent­lich ge­äu­ßer­ter Kri­tik ist nun mal er­heb­lich ein­ge­schränkt, wenn man sie ge­gen­über ei­nem Bi­schof äu­ßern soll, der ei­nen aus ei­nem fast zwei Fuß2 lan­gen, reiß­zäh­ne­be­stück­ten Ra­chen an­grinst, auf Kal­li­op­ta IV kraft Am­tes sak­ro-sankt ist und des­sen Vor­lie­be für das Vers­pei­sen läs­ti­ger Un­ter­ta­nen sei­tens der öf­fent­li­chen Mei­nung eher als läss­li­che Sün­de be­trach­tet Weiterlesen

Adon und die Nächstenliebe

Adon und die Nächstenliebe

I

Prinz Adon war der zweitgeborene Sohn König Fasars, des Herrschers von Subon. Obwohl er alles hatte, was Geld kaufen konnte und außerdem mit schönem Gesicht und Körper sowie mit einigem Verstand gesegnet war, war er unzufrieden mit seinem Leben und neidisch auf seinen älteren Bruder Sofar, den von der Natur ausgewählten Nachfolger Fasars, der dann, wenn sein Vater starb, der Herrscher des mächtigen Reiches Subon sein würde, was Adon als das Schönste erschien, was man auf Erden haben konnte.

Adon grübelte oft darüber, wie böse es das Schicksal mit ihm gemeint hatte, obwohl es ihm viel besser ging und er ein weit schöneres Leben hatte, als die Untertanen seines Vaters, die oft sehr arm waren und hart für ihr tägliches Brot arbeiten mussten. Schließlich dachte Adon sogar darüber nach, seinen Bruder auf irgendeine Weise aus dem Weg Weiterlesen

Das Tribunal zu Nuras

Das Tribunal zu Nuras

»Auf, Freunde, lasst uns eine reiche Ernte einfahren!«

Diesen Worten folgte ein markerschütternder Kampfschrei als Ardo sein Pferd zum Galopp antrieb und die Doppelklingenaxt über dem Kopf kreisen ließ. Kaum hatte er die erste Reihe der Feinde erreicht, färbte sich das schimmernde Metall rot. Verstümmelte Leiber stürzten zu Boden, Reiter starben mit ihren Pferden, Lanzen und Schwerter zerbarsten unter schrecklichen Hieben. Ardo war in seinem Element, lachte schallend, während er mit beleidigenden Sprüchen die Gegner zu mehr Kampfgeist anstachelte. Er fühlte sich rundum wohl.

Etwas anders erging es seinen vier Reisegefährten, die in sicherer Entfernung warteten und das Schauspiel teils verwundert, teils angewidert betrachteten.

»Wo habt Ihr diesen Wahnsinnigen aufgegabelt, Hauptmann Vanri?«
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