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Burgen und Schlösser

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil I

 

I. Die Herrenburg
1. Die Vorburg

Dynasten

Die Herrenburgen waren die Sitze der Landesfürsten oder Dynasten.

Zu den Dynasten gehörten anfänglich die Grafen, welche bei dem Verfall der alten Gauverfassung in den Besitz eigener, ihnen untertäniger Landgebiete mit verschiedenen Hoheitsrechten gelangten, und später die Herren oder Barone, welche so wie nun auch die Grafen mit großen Lehensgütern begabt wurden. Die Grafen und Barone bildeten als Herrenstand den hohen Adel und die Mittelstufe zwischen den Fürsten und den bloßen Rittern. Der Titel Baron wurde erst gegen Ende des 12. und im 13. Jahrhunderts üblich. Als er jedoch im 16. Weiterlesen

Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Einleitung

Herleitung des Wortes Burg

Der Name Burg wird in deutscher Sprache auf verschiedene Wurzelwörter zurückgeführt. Er wird hergeleitet von Berg, auf welchem die Burg gewöhnlich lag, oder von dem Wort Bergen d. h. in Sicherheit bringen; oder auch von dem veralteten Byrgen, was so viel wie verschließen bedeutet. Letztere Mutmaßung findet darin einige Begründung, dass auch das Wort Schloss von schließen abstammt.

Der Ausdruck Schloss bezeichnet aber im Mittelalter gewöhnlich nur ein festes und verschlossenes Wohnhaus, während im Wort Burg mehr der Begriff eines festen Platzes liegt, der auch eine kriegerische Bestimmung und Anordnung hatte und nicht nur als Wohnsitz eines oder mehrerer Geschlechter, sondern auch noch zur Aufnahme und Verwendung einer bewaffneten Besatzung eingerichtet war.

Das Wort Burg ist indessen viel älter als die deutschen Burgen. Bei den byzantinischen Griechen bedeutet Weiterlesen

Über mittelalterliche Burgen – Teil 3

Hartmann von Kroneberg im 14. Jahrhundert

Hartmann von Kroneberg im 14. Jahrhundert

Selten fehlte, als sich die Burgen nach und nach vergrößerten, eine wohlversehene Rüstkammer. Doch darf man dort nicht immer einen Vorrat von Turnierrüstungen und ritterlichen Wehren suchen, sondern meist nur Spieße, Hellebarden, Armbrüste mit ihren Bolzen, Schwerter und einfache Schutzwaffen. Man erkennt diese Rüstkammern, auch wenn sie längst ausgeleert sind, an den zahlreichen hölzernen Pflöcken in der Wand. Ein Inventar des Schlosses Freiberg bei Füssen im Allgäu fängt mit der Rüstkammer an und zählt darin fünf blaue Harnische, vier weiße, drei gereifte lichte mit allem Zubehör an Hauben, Bärten, Armrohren, Beinschienen, Handschuhen und dergleichen auf. Dann kommen die Jagd- und Fischgerätschaften in Menge, was im hinteren Turm, was in des Herrn »khamer«, in der Kammer neben der oberen Stube, was an Ornamenten in der Kapelle und so fort sich befand. Ein älteres Inventar dieses im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Schlosses führt die Jahreszahl 1539. Hierin wird auch einer kupfernen Badewanne gedacht.

Da noch so zweifelhafte Begriffe über die älteste Bewaffnung existieren, diese aber mit der Einrichtung alter Burgen Hand in Hand geht, so soll hier eine flüchtige Einfügung folgen. In den ersten Jahrhunderten des Mittelalters, als antike Formen noch vorherrschend waren, hatte auch die Waffentracht kaum etwas von dem früheren Gebrauch eingebüßt. Der römische Helm, das kurze Schwert, der Schuppenharnisch aus Horn und Metall, Weiterlesen

Über mittelalterliche Burgen – Teil 2

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Wildenstein bei Sigmaringen

Über mittelalterliche Burgen – Teil 2

Joseph Edler von Scheiger sagt über die innere Einrichtung der alten Burgen nur zu wahr, dass, wer diese nicht aus mühsamen eigenen Forschungen, sondern nur aus den höchst romanhaften Beschreibungen erzählender Schriftsteller oder gar aus der ohne Beurteilung lokaler Verhältnisse sehr widersinnig zusammengestellten Dekorierung der sogenannten restaurierten Ruinen kennt, von derselben gewiss einen höchst irrigen Begriff erhalten habe.1

Jene Prunkstücke, mit denen man sich gewöhnlich das Innere einer Ritterfeste ausgeschmückt denkt, fand man selten in denselben. Nur in landesfürstlichen oder dem höchsten Adel angehörigen Burgen, Weiterlesen

Über mittelalterliche Burgen – Teil 1

Mittelalterliche-Burgen-0Über mittelalterliche Burgen – Teil 1

Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die ältesten Burgen Deutschlands im 9. und 10. Jahrhundert entstanden sind. Diese waren anfänglich ziemlich klein, oft sogar noch aus Holz, jedoch stets auf kaum zugänglichen Punkten errichtet.

Ein Ritter (Berittener, miles) brauchte nur zwei Gemächer für sich, eine Stube für seine Reisigen und einen Stall für seine Streit- und Saumrösser. Massive Mauern, mit dem Felsengrund verankert, und ein Wartturm, von dem man weit hinein in die Täler schauen konnte, sowie noch eine kleine Kapelle waren seine Hauptbedürfnisse.

Die Wurzel des Wortes Burg – ist Birge, eine sichere Berge, einen Verschluss bezeichnend. Unter Bure wurde aber nicht bloß das verstanden, was wir größtenteils als festes Schloss bezeichnen, sondern auch jede befestigte Stadt sowie insbesondere in dieser das innerhalb der Ringmauer aufgeführte Kastell, wie das bei der Burg in Nürnberg noch Weiterlesen

Burg Wolfsegg

Im Naabtal nordwestlich von Regensburg liegt die Burg Wolfsegg, deren Erbauer und Namensgeber wahrscheinlich Wolf von Schönegg war. Der älteste bis heute erhaltene Teil der Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert, doch erst Mitte des 14. Jahrhunderts wurde sie urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg vergrößert und verändert, wegen ihrer strategisch geringen Bedeutung nie zerstört. Lange war sie Sitz der Ministerialen, Verwaltungsbeamten von niederem Adel und gehörte verschiedenen Adelsgeschlechtern.

1367 kaufte das Herrschergeschlecht von Laaber die Burg. Ab 1432 ging sie in den Besitz von Ulrich III. von Laaber. Über den Tod seiner Ehefrau, Gräfin Klara von Helfenstein, gibt es zwei Versionen.
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