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Leitartikel

Das Ende

Das-EndeDas Ende

Schaue ich mir Filme an, erwarte ich meist ein Happy End. Lese ich ein Buch, setze ich bei bestimmten Genres ein Happy End voraus. Im Leben allerdings gibt es oft kein Happy End, wie ich nach 21 Jahren im Buchhandel nun feststellen muss. Im Gegenteil, dieses Ende ist Horror pur und damit einen Leitartikel auf dem Geisterspiegel wert.

Vor 21 Jahren begann meine berufliche Laufbahn als Quereinsteiger im Buchhandel. Ich bekam eine Stelle in der Science-Fiction/Fantasy Abteilung in der damals größten Buchhandlung Gießens, die ich nach kurzer Weiterlesen

Was ist ein Bestseller?

Was ist ein Bestseller?

Eine Veranstaltungseinladung auf Facebook für den 20. August 2015 animierte mich, dieser Frage einmal nachzugehen. Ghostwriter und Lektoren kennen sie zur Genüge, diese Frage, welche sie immer wieder heimsucht. Es ist das Gespenst des Bestsellers. Autoren, mit denen ich bisher – in welcher Form auch immer – zu tun hatte, wagen es nicht, dies laut zu sagen, aber jeder von ihnen fragt: »Könnte mein Buch ein Bestseller werden?« Zu denen, welche mich unverblümt fragen, antworte ich in der Regel, dass es dafür keine Garantien gibt. Der richtige Zeitpunkt und etwas Glück sind alles, was man braucht. Das Verlegen ist kein Geschäft, sondern vielmehr ein Roulette wie im Spielkasino. All die alten Sprüche vieler Verlagsleute kennt man bereits seit Ewigkeiten und sind zum größten Teil nichts weiter als höflich formulierte Floskeln. Weiterlesen

Über den Journalismus

Über den Journalismus

Ich beginne mit einer Definition, entnommen der Wikipedia1:

Ein Journalist [ʒʊʁnaˈlɪst] ist jemand, der sich »hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt.«

So sagt es, laut der Quelle, der Deutsche Journalisten-Verband.

Mir ist das ein wenig zu eng gefasst, denn es gibt auch Journalisten, die dies nicht hauptberuflich tun; am Endergebnis ändert das jedoch nichts.

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9 Jahre Geisterspiegel – Zeit, die nie vergeht …

9 Jahre Geisterspiegel – Zeit, die nie vergeht …

Kenner des Ostrocks kennen den Beginn des Refrains gleichnamigen Liedes, welches Michael Barakowski, Sven Hertrampf, Rene Niederwieser und Wieland Apelt 1985 in Szene setzten. Keine Bange, es folgt keine Interpretation zu diesem Song. Vielmehr ist es die Tatsache, dass heute vor genau neun Jahren der Geisterspiegel als Onlinemagazin für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Ok, ok – an dieser Stelle rümpfen wieder einige Nerds die Nase und Besserwisser heben schulmeisterhaft den Zeigefinger, dass es das Magazin bereits einen Monat vorher gab. Ihr habt ja recht, doch in den Maitagen des Jahres 2006 waren wir eben nicht für jeden erreichbar, sondern nur für eine handverlesene Anzahl von Testusern. Der höchst offizielle und vom damaligen Chefredakteur höchstpersönlich abgesegnete Start war nun mal der 5. Juni 2006 und damit für jedermann nachvollziehbar.
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Wie viel Unsinn ist in einer Story erlaubt?

Wie viel Unsinn ist in einer Story erlaubt?

Heute gehe ich einer Frage nach, die sicherlich schon einige Leser und auch Autoren beschäftigt hat. Wie viel Unsinn ist in einer Story erlaubt, wenn eine Geschichte oder ein Roman der Fantasie des Autors entspringt?

Darf er jede Realität über Bord werfen, nur weil es eine fiktive Geschichte ist?

Oder ist es wichtig, die Realität, soweit es geht, zu achten und nur in den entscheidenden Punkten ins Fantastische abzugleiten?

Ich beginne mit Die Mordfalter, eine Folge der Larry Brent-Serie.

Wie ich schon häufiger schrieb, war diese Serie lange prägend für mich, Dan Shocker ein Vorbild. Ohne ihn und seine Romane Weiterlesen

Money, Money, Money, Money …

Money, Money, Money, Money …

Kennen Sie die Geschwister Tanner? Nein? Dann helfe ich Ihnen mal auf die Sprünge. Es handelt sich dabei um einen Anfang 1906 innerhalb von 6 Wochen geschriebenen Roman von Robert Walser. Worum geht es in diesem? Walser versucht, Kritik an der modernen Arbeitswelt seiner Zeit sowie am stupiden Funktionieren der sich darin befindlichen Menschen zu üben. Der Protagonist Simon Tanner stellt sich quer, sich diesem Prozess der Entfremdung unterzuordnen. Zum Einstimmen in meine heutige Kolumne sei ein kleiner Auszug aus dem Werk von Robert Walser vorangestellt.

Eines Morgens trat ein junger, knabenhafter Mann bei einem Buchhändler ein und bat, dass man ihn dem Prinzipal vorstellen Weiterlesen