Storys & Lyrik

Die Sonne scheint mir ins Gesicht, überall ist friedliche Stille, kurz, ein Tag zum Wohlfühlen, wäre da nicht die komische Jacke mit den überlangen Ärmeln, in der ich stecke. Sie fragen, warum? Alles wegen der blöden Viecher!

Es begann damit, dass sich meine Frau einen blauen Nerz wünschte. Schon das Begehren allein verwunderte mich, aber, dass er auch noch blau sein sollte … Um sie zu überraschen, holte ich die Handwerker, als sie mit ihrer Freundin eine Woche im Urlaub war. Ich ließ einen riesigen Käfig bauen und mit allem ausstatten, was so ein Tierchen zum Wohlfühlen braucht. Es gab Baumstämme zum Herumturnen, Bademöglichkeiten und verschiedene Verstecke, je nach Laune des Nerzes. Schon das kostete mich ein kleines Vermögen. Dann ging ich auf Weiterlesen

Widerstrebend öffnete Carla die Wohnungstür und machte sich auf den Weg zum Supermarkt. Sie hatte mehrere Schichten Kleidung übereinander gezogen, aber es nützte nichts, sobald der kalte Wind sie erfasste, fror sie erbärmlich und ihre Gliedmaßen fingen bereits an, taub zu werden.
Als die Meteorologen von dem schlimmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gesprochen hatten, hatte sie gedacht, in anderen Ländern vielleicht, aber hier in Deutschland wird es schon nicht so kalt werden.
Die Betonung lag auf »dachte«, denn mittlerweile war es noch weitaus kälter, als die Meteorologen es angekündigt hatten.
In den frühen Morgenstunden herrschten bereits Temperaturen von minus zweiundzwanzig Weiterlesen

Als Ben die Polizeisirenen in der Ferne hörte, löschte er das Licht und raste mit seinem Ferrari weiter. Er wusste nicht einmal, ob der Einsatz ihm galt, aber er hatte auch keine Ambitionen, sich wegen einer offenen Uraltrechnung schnappen zu lassen.

Die leicht abschüssige Straße führte auf ein Waldstück zu. Ben hoffte auf sein bisheriges Glück und darauf, dass ihm kein Tier vor das Auto lief. Das graue Asphaltband war zwischen den Bäumen kaum zu erkennen und Ben hielt sich, noch immer mit Tempo mindestens zweihundert, genau auf der vermuteten Straßenmitte. Ein paar Kilometer ging die Rechnung auch auf, dann tauchte, wie aus dem Nichts, etwas großes Dunkles genau vor ihm auf. Es knallte mörderisch, Blut spritzte über die Winschschutzscheibe und Ben hatte keine Ahnung, Weiterlesen

Die Nachricht von Großvaters Tod erreichte mich am Abend des 12. Juni. Mit wehendem Mantel und ungeschnürten Schuhen eilte ich die Stufen seines Hauses hinauf, wo mich der Arzt bereits am Eingang erwartete. Er sei friedlich entschlafen, hieß es; beinahe erleichtert habe er gewirkt. Ob er denn krank gewesen sei, wollte ich wissen; der Arzt verneinte – ein wenig zögerlich, wie mir schien. Er sprach mir sein Beileid aus, wischte sich mit einem hellblauen Tüchlein über die Stirn und fuhr, nach erneutem Zögern, fort.

»Wissen Sie, mein Vater war ebenfalls ein hervorragender Seemann, bis sein Schiff bei Kap Horn in einen Sturm geriet. Er und etliche Männer mussten ertrinken. Ihr Großvater, nun ja … ich hoffe, dass sein schuldgeplagter Geist endlich zur Ruhe kommen konnte.«
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Regel 6: Der Sammler versichert sich, dass die Zielperson alleine ist. Ihre Angst erkennt er am gesenkten Blick, am zögerlichen Schritt und dem Meiden von Menschenansammlungen.

Ich wähle das rotblonde Mädchen. Ihre Haare sind kurz geschnitten. Passen aber irgendwie nicht zu ihrem kantigem Gesicht. Die Sommersprossen, die über ihre Nase tanzen, lassen sie wie ein Kind aussehen. Dabei ist sie sicher über zwanzig.

Als sie lächelt, sehe ich, dass einer ihrer Schneidezähne schief ist. Das macht sie auf eine merkwürdige Weise hübsch.

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I

Im Lande Darcia lebte einst ein junges Ehepaar. Mondo, so hieß der junge Ehemann, war sehr glücklich mit seiner Frau Lacia und die beiden schmiedeten große Pläne für ihre Zukunft. Zur selben Zeit aber wohnte die Hexe Barga im Land. Sie hatte öfter für den König des Landes gehext und war deshalb an seinem Hof gut angesehen. Aber sie war eine böse Hexe und trieb mit ihrer Zauberkraft einigen Schabernack, der für die betroffenen Menschen oft ärgerlich und schlimm sein konnte.
Eines Tages begegnete Barga Mondo und seiner Frau. Die beiden waren gerade mit ihrer Kutsche auf dem Weg zur Stadt Voron, um auf dem dortigen Markt Gemüse und Kartoffeln zu kaufen. Barga konnte sehen, wie die beiden auf dem Kutschbock miteinander turtelten, und dachte sich einen Zauber aus, um das liebende Ehepaar ordentlich zu ärgern. Als sie zu Weiterlesen

Eine Fantasy-Kurzgeschichte mit Jack, dem Haustiersitter

So sieht also das Ende aus, dachte Jack.

Mit aller Kraft hielt er sich am Dach eines heruntergekommenen Hauses in einer namenlosen Seitengasse der Unterstadt fest.

Unendlich weit weg lag das Straßenpflaster unter ihm, und erträglich nah war das triumphierende Grinsen seines Widersachers über ihm, der bereits seinen Fuß zum entscheidenden Schlag platziert hatte.
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Heute ein kleiner Text von mir, der mir spontan einfiel und gut zum Geisterspiegel passt:
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