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Dr. Uwe Krause

Die Tauscher 23

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 23

Fräulein Sara Levinsohn stieß einen spitzen Schrei des Entsetzens aus, als sie die Wohnungstür aufschloss. Es war schon heller Vormittag. Sie hatte sich bei der Polizei gemeldet, musste auf dem Revier eine lange Zeit warten, in steigender Nervosität, während hinter der Abtrennung telefoniert wurde und sie immer wieder die Blicke bemerkte, die sie trafen. Endlich durfte sie gehen, erledigte einige Einkäufe, machte einige Besuche und drückte nun die Wohnungstür auf. Und ihr kam ein Geruch entgegen, den sie kannte und den sie fürchtete. Es war der unverwechselbare scharfe Geruch von irgendeinem hochprozentigen Getränk, mit dem man ihrer Meinung nach bestenfalls Laborratten traktieren sollte.

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Die Tauscher 22

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 22

Florian schaute aus dem Fenster. Der Wagen hatte sich durch ein Labyrinth kleinerer Straßen bewegt und bog nun in die Hauptstraße ein. Der Tanzpalast lag direkt neben ihnen.

Florian stieg aus und eilte auf das Gebäude zu. Er war völlig durchgeschwitzt, das Hemd klebte auf seiner Haut.

Er hatte keine Ahnung, wo er die Levinsohn suchen sollte, aber sie wartete an den Garderoben auf ihn.

»Sie sehen leicht derangiert aus«, lautete ihre Begrüßung.

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Die Tauscher 21

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 21

Das Orchester setzte zu einer flotten Melodie an, die Truppe nahm blitzschnell Aufstellung und dann schwangen die Girls die Beine und die Arme. Ihre Schuhen krachten mit dem Lärm und der Exaktheit einer perfekt abgefeuerten Salve auf den Boden, ihre Bewegungen waren in perfekter Abstimmung und ohne die geringste Abweichung. Die Girls bildeten Reihen, Linien, Formationen, Vierer- und Sechsergruppen, sie fädelten auseinander und fanden wieder zusammen wie sorgfältig geschliffene Mosaiksteinchen. Und während das Orchester schwungvoll von einer Melodie zur anderen wechselte und das Publikum begeistert mitklatschte, lächelten die Münder, wendeten sich die Köpfe wie an einer Schnur gezogen nach links oder rechts und flogen die schlanken Beine, auf denen das Licht der Scheinwerfer glitzerte, als wäre es nicht menschliches, verletzliches Fleisch, auf das Weiterlesen

Die Tauscher 20

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 20

Hammerstain hatte das dringende Bedürfnis den Professor loszuwerden, zumal der ihn immer wieder anschaute, als wüsste er, dass Hammerstain heimlich Schokolade genascht hätte. Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen, Grünwang geradeheraus zu fragen, was er mit seinen Anspielungen bezwecken wollte. Aber mehr als an diese Idee zu denken, gelang Hammerstain nicht. Er konnte sie nicht ausführen, so, als ob ihm die Worte dafür fehlten.

»Was raten Sie mir?«, fragte Grünwang.

Hammerstain deutete mit einer leichten Kopfbewegung auf die Sandsäcke, die die Eingangstreppe flankierten.

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Die Tauscher 19

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 19

Auf dem Heimweg hatte Florian das unangenehme Gefühl, als würde er von allen Passanten mit scharfen Blicken fixiert. Er riskierte es, ein Taxi zu nehmen, weil die Fahrer mehr auf Kleidung und Gepäck als auf das Gesicht achteten. Er saß im Fond, die Hutkrempe tief heruntergezogen und hörte auf die Radiodurchsagen, die der Fahrer angestellt hatte. An mehreren Hauptstraßen waren Straßensperren errichtet worden, vor dem Betreten einiger Stadtviertel wurde gewarnt. Auf den ersten Blick schien die Stadt unverändert – rasender Verkehr, sich drängelnde Menschenmassen, Reklame, Hupkonzerte, glänzende Geschäfte. Aber auf den zweiten Blick wirkte alles noch hektischer als sonst, in der Luft lag eine Spannung, als hätte man die Stadt unter Strom gesetzt. Am Himmel quollen Wolkengebirge mit glänzenden weißen Flanken auf. Die schwüle Luft mit ihrem Benzingeruch klebte Weiterlesen

Die Tauscher 18

die-tauscherDr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 18

Es dauerte eine Weile, bis er das Polizeipräsidium betrat und sich nach Oberkommissar Traut erkundigte. Die uniformierte Dame in der Eingangshalle hob das Telefon, auf ihrem Gesicht spiegelte sich die mangelnde Begeisterung Trauts, als sie den Namen des Besuchers nannte.

»Achter Stock, Zimmer 826, nehmen Sie den Paternoster dort links.« Florian fuhr in der ruckenden Kabine, in der es nach Bohnerwachs roch, nach oben. Auf jeder Etage bot sich dasselbe Bild – Männer und Frauen in Uniform oder Zivil, die durch den Flur eilten, Telefonklingeln, Hämmern von Schreibmaschinen, Stimmengewirr. Er stieg im achten Stock aus und wandte sich sofort der richtigen Seite des Flures zu.

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