Archive

Folgt uns auch auf

Im Original Johann Heinrich Ramberg

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 11. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel gibt sich in Magdeburg für einen Luftspringer aus.

ls Eulenspiegel den Dienst beim Pfaffen verlassen hatte, ging er nach Magdeburg, und gab daselbst so viel närrisches Zeug an, dass in allen Häusern von Eulenspiegel gesprochen wurde, und wo er sich sehen ließ, wurde er fast von jedermann angelegen, dass er doch auch große Kunststücke machen möchte. Endlich machte er in der Stadt durch Ausrufen bekannt, dass er von der Laube des Rathauses herunterfliegen wollte. Nun versammelten sich vor dem Rathaus viele tausend
Menschen, alte und junge, und warteten, was Eulenspiegel angeben würde. Da trat er oben auf die Laube und bewegte die Arme, als ob er fliegen wollte. Die Zuschauer aber sperrten Augen und Mund auf, und erwarteten mit Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 10. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel vermietet sich als Knecht bei einem Pfaffen und isst ein gebratenes Huhn vom Spieß.

achdem Eulenspiegel dem Dorfjunker entwischt war, kam er in ein Dorf im Stift Magdeburg, welches Buttenstätt genannt wurde. Daselbst vermietete er sich bei dem Pfaffen als Knecht. Dieser versprach ihm, dass er bei ihm gute Tage haben solle.

Essen und Trinken, was ihm nur schmecke, so gut, wie es seine Haushälterin hätte, und die Arbeit, welche er zu verrichten habe, könne er mit halber Mühe tun. Das gefiel Eulenspiegel wohl, er tat deshalb auch alle Arbeit nur halb.

Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 9. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wird Bedienter bei einem Adligen.

ls Eulenspiegel auf der Burg angekommen war, verdingte er sich bei dem gnädigen Junker für einen Hofjungen oder Bedienten. Nun musste er oftmals mit seinem Herrn Junker ausreiten. Einstmals kamen sie bei einem Acker mit Hanf.
Da sprach der Junker zu Eulenspiegel: »Kennst du dies Kraut? Das heißt Hanf.« Eulenspiegel sprach: »Das weiß ich wohl.«

»Wenn du nun zu einem solchen Acker kommst, so sch… hinein, denn mit dem Bast dieses Krautes hängt und bindet man die, welche sich ohne Herrendienst aus dem Sattel nähren.«
Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 8. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel kriecht in einen großen Bienenkorb, schläft darin ein und wird von den Dieben weggetragen.

s begab sich einmal, dass Eulenspiegel mit seiner alten Mutter auf ein Dorf zum Kirmesfest geladen wurde. Dies war für Eulenspiegel etwas Erwünschtes. Er ließ sich’s wohlschmecken und konnte als junger Mensch die Kehle tüchtig spülen. Als er nun gänzlich berauscht war, ging er taumelnd in den Hof, um sich in ein Eckchen zu setzen und auszuschlafen. Hier kam er zu einem Haufen großer Bienenkörbe, welche leer waren, und in einen derselben kroch Eulenspiegel hinein. (Es ist zu bemerken, dass man in jener Zeit noch nicht die jetzige Einrichtung mit den Bienenkörben hatte, sondern sie waren ungemein groß.) Als er nun hier eingeschlafen war, kamen in der stockfinsteren Nacht zwei Diebe, um einen Bienenkorb zu stehlen. Die Diebe beredeten sich untereinander, welcher Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 7. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel hängt dem geizigen Maurer die Hühner mit Faden zusammen.

m anderen Tage, als der Mann, der den Kindern das übermäßige Traktament gegeben hatte, ausging, begegnete ihm Eulenspiegel, zu dem sprach er: »Wann willst du wieder bei mir das Weckbrot essen?«

»Wenn sich die Hühner um die Wette zausen, und zwar alle um einen Bissen Brot.«

Das war dem Maurer ein Rätsel, und er sprach zu Eulenspiegel: »Du wirst also sobald nicht wiederkommen!«

Nach einiger Zeit, als der Maurer nicht mehr daran dachte, sah Eulenspiegel dessen Hühner auf der Straße Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 6. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel muss das Weck- und Semmelbrot, jetzt Wurstsuppe genannt, mit anderen Kindern übermäßig essen.

n dem Dorf, wo Eulenspiegel wohnte, war die sonderbare Gewohnheit, dass, wenn ein Hauswirt schlachtete, derselbe alle Nachbarkinder zu einer Wurstsuppe bitten musste. Nun schlachtete gerade ein Maurer, der ein geiziger Mann war, und doch das Semmelbrot nicht versagen durfte. Deshalb dachte er darauf, wie er den Kindern diese Schmauserei müde machen wollte. Er machte also des Essens weit mehr, als die gebetenen Gäste verzehren konnten. Als nun Eulenspiegel mit anderen Knaben und Mädchen in dem Haus waren, schloss der geizige Wirt die Tür zu und ging mit seinen Gästen zu Tisch. Nun sollten die Kinder so viel essen, wie sie nicht imstande waren, und bald hörte das eine, bald das andere Kind mit essen auf. Da nahm der Maurer eine Rute, und sobald ein Kind satt war und aufhören wollte, Weiterlesen