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Im Original Ludwig Storch

Der Freibeuter – Norcroß’ Aussicht auf eine Königskrone

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 16

»Im April des vorigen Jahres reiste ich nach Schweden ab. In Stockholm angekommen, stellte ich mich vor den König, der mich freundlich aufnahm und mir eröffnete, dass ich dem Zuge der Auswanderer nach Madagaskar vorstehen und dort eine bedeutende Charge bekleiden sollte. Dies war mir zu hören sehr erfreulich. Ich muss Ihnen aber auseinandersetzen, was es mit diesem Zuge für eine wunderliche Bewandtnis hatte.

Noch zu Lebzeiten des Königs Karl XII., und wenn ich nicht irre, zwei Jahre vor dem unglücklichen Ende dieses großen Monarchen, wandten sich die Besitzer von Madagascar an ihn, um ihm die Hoheit über diese große Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß in England und Frankreich

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 15

»Kaum hatte ich wieder einige Wochen bei meiner Frau zugebracht, als mir von mehreren Seiten glänzende Anerbietungen gemacht wurden. Mein Name war wie ein Licht aus der Dunkelheit aufgetaucht, und in mehr als einem europäischen Kabinett war von mir die Rede. Früher schon, ehe ich nach Russland gegangen war, hatte mir der Kardinal Alberoni nicht allein große Summen bieten lassen, wenn ich in Dienst der spanischen Krone treten würde, sondern er ließ sie mir auch unverzüglich auszahlen. Noch glänzender waren die Versprechungen, die er mir nun machte, nachdem er durch Frankreichs Einfluss in Ungnade bei seinem König gefallen war. Dadurch wurde ich in den Stand gesetzt, ein eigenes Haus zu machen und brauchte nicht mehr von der Gnade des Herzogs von Weiterlesen

Der Freibeuter – Norcroß in Frankreich und Russland

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 14

»Ich kam damals auf einem deutschen Schiff mit meinem Jungen nach Frankreich. Wir landeten im Hafen von Dünkirchen, und ich versäumte nicht, meinen Landsmann und alten Beschützer und Freund, den Herzog von Ormund, welcher seit einigen Jahren hier wohnte und viel Vertrieb mit dem in Bar-sur-Aube lebenden Prätendenten unterhielt, aufzusuchen und ihm meine Aufwartung zu machen. O Gott, wie empfing mich Henrica mit der alten Herzlichkeit! In meinem Herzen aber waren die Gluten erloschen, die sie einst angefacht hatte, das Feuer, das mich verzehrt, hat einer anderen Sonne ihr Dasein zu verdanken.

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Der Freibeuter – Alte Bekannte

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 13

An der westlichen Küste der Insel Seeland liegt unweit blühender Dörfer ein hohes, stattliches Gebäude von altertümlichem Ansehen. Es hat das Äußere eines Klosters aus den Zeiten der Kreuzzüge. Seine stufigen Giebeldächer, seine zackigen Spitzsäulen, seine gotischen Bögen und Verzierungen an den gewölbten Pforten und tiefen Fenstern, belehren den Wanderer bei näherer Besichtigung bald, dass ihn seine, vom ersten Anblick dieses Hauses hervorgerufene Vermutung nicht getäuscht hat. Er gewahrt noch das alte geschweifte Pförtlein in der hohen Mauer mit dem Glockenzug, er betrachtet mit Ehrfurcht die Basreliefs der Heiligenbilder zu beiden Seiten der Pforte, an welchen die Stürme der Zeit, freilich nicht ohne Spuren ihres Daseins hinterlassen zu haben, Weiterlesen

Der Freibeuter – Nocroß im Kerker

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 12

Der tapfere Kaperkapitän hatte schon mehrere Tage im Gefängnis gelegen, als er aus dem vergitterten Fenster wahrnahm, wie auf dem nicht weit entfernten Platz, den er übersehen konnte, ein Gerüst aufgebaut wurde. Er blieb nicht lange in Zweifel über den Zweck desselben. »Ha, das ist der Altar, der Opferherd der Rache, welchen die wutentflammten Priester dieser unterirdischen Göttin bauen, da soll das unschuldige Opfer geschlachtet werden, hier soll der Mann fallen, welcher gewagt hat, die angemaßten Vorrechte eines habgierigen Adels anzutasten, der es nicht dulden wollte, wie Einzelne sich für berufen ausgaben, von Gottes Gnaden den Schweiß und das Blut ihrer Brüder zu verschwelgen. Nun so opfert ihn denn, wie ihr Euren König gemordet habt, schlachtet auch mich, weil Weiterlesen

Der Freibeuter – List und Gewalt

Der-Freibeuter-Dritter-TeilDer Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 11

Schweden war in arger Verwirrung. Der hohe Adel, im Geheimen immer von der jüngeren, falschen Schwester des Königs und von deren Gemahl, dem Prinzen von Hessen-Kassel, begünstigt, hatte sich mit heftigen Diskussionen seines alten Wahlrechtes wieder bemächtigt. Der listige Graf Horn, plötzlich als Organ der lange niedergehaltenen Aristokratie an der Spitze derselben, lenkte die Wahl mit schlauer Berücksichtigung seiner eigenen Vorteile auf die schwache Ulrike Eleonore. Selbst für den vorausgesehenen Fall, dass sie ihren Gemahl als Mitregenten annehmen oder ihm gar die Alleinherrschaft übertragen würde, war der herrschende Adel gedeckt, denn Prinz Friedrich war ein Schwächling an Leib und Seele, lenksam, nachgiebig, in kleinlichen Begriffen befangen, der sich für die Weiterlesen